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Zu wenig Wasser im Bodensee: Seeforelle erreicht ihre Laichgebiete nicht mehr

Der tiefe Pegelstand des Bodensees hat Auswirkungen auf die Fischbestände. Während sich der Egli seit langem wieder vermehrt hat, kann die Seeforelle ihre Laichgebiete nicht erreichen.
Sandro Büchler
Die Seeforelle ist bei der Wanderung zu ihren Laichgebieten auf genügend Wasser in den Fliessgewässern angewiesen. (Bild: Donato Caspari)

Die Seeforelle ist bei der Wanderung zu ihren Laichgebieten auf genügend Wasser in den Fliessgewässern angewiesen. (Bild: Donato Caspari)

Der Pegel des Bodensees ist tief: Ganze 77 Zentimeter unter dem Vergleichswert für den November aus dem Vorjahr. «Diesen Wasserstand erreichen wir normalerweise jeweils im Februar», sagt Kurt Reich im Kornhaus von Rorschach. Er muss es wissen, denn Reich ist Leiter des Schifffahrtsamtes des Kantons St.Gallen. Auf die Schifffahrt hat der tiefe Pegel derzeit wenig Einfluss. In Rorschach wurde der Betrieb für die Wintermonate sowieso eingestellt. In Romanshorn müsse die Fähre teilweise die Beladung verringern, meint Reich. Private Boote wurden grösstenteils aus dem Bodensee an Land gebracht.

Leichte Beute für Greifvögel

Zu kämpfen hat hingegen die Seeforelle: Der tiefe Pegelstand des Sees verhindert aktuell deren Wanderung zu den Laichgebieten, erklärt Jörg Schweizer, Fischereiaufseher für den Bodensee beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen. «Die Seeforelle kann die Flüsse und Bäche nicht erreichen», sagt er.

«Der Einstieg in die Gewässer ist für die grossen Fische aufgrund der tiefen Wasserstände kaum möglich.» Eine Seeforelle wandert zum Laichen teilweise mehrere Kilometer flussaufwärts, in der Goldach, der Steinach oder im Rhein. Führen die Flüsse nur wenig Wasser, geht das nicht. Schweizer verdeutlicht:

«Eine rund 20 Zentimeter dicke und zwei bis drei Kilo schwere Seeforelle kann nicht in 10 Zentimeter hohem Wasser schwimmen.»

Sie wäre leichte Beute für Greifvögel. «Das weiss die Seeforelle.» Deshalb warte der Fisch in der Laichsaison, die von Ende Oktober bis Mitte Januar dauert, bis genügend Wasser in den Fliessgewässern vorhanden sei. «Sie brauchen diesen Hochwasserimpuls», sagt der Fischereiaufseher. Bis ausreichend Niederschlag fällt, solange ist der Fisch also zum Warten im See verdammt. «Wenn Regen fällt, kann sich das schnell ändern.» Bleibt der Regen aber aus, so kann sich die Seeforelle womöglich nicht vermehren.

Egli profitiert vom warmen Sommer

Für die Fische, die im Bodensee bleiben, hat der tiefe Pegelstand keine grossen Auswirkungen. «Sie ziehen sich ohnehin in tiefere Regionen zurück», sagt Schweizer. Bei einer Seetiefe von 52 Metern fällt ein Meter weniger Wasser nicht ins Gewicht. Auch vor Fischern haben die Tiere in diesen Tagen wenig zu befürchten. Gestern hat die Schonzeit begonnen. Felchen, Egli, Seeforelle und Seesaibling dürfen zurzeit nicht gefischt werden.

«Der Bodensee ist mit zehn Grad noch relativ warm.»

Dies sagt Jörg Schweizer, der auch das Fischereizentrum Steinach leitet. «Von den hohen Wassertemperaturen hat der Egli profitiert.» Der Fisch habe sich im milden Frühling stark vermehrt. Die Bestände seien den Sommer über gut gewachsen. Dies, nachdem die Eglibestände in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen seien. Der Egli ist somit ein Profiteur des Hitzesommers; während die Seeforelle weiter auf die Fortpflanzung warten muss.

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