Das Eidgenössische Schwingfest in St.Gallen nimmt weitere Hürden

In genau sieben Jahren soll auf dem Breitfeld das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest ausgetragen werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Und es wurden Antworten auf wichtige Fragen gefunden.

Daniel Wirth
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Der Schlussgang des Schwägalp-Schwingets vom Sonntag ist noch in bester Erinnerung; die Bilder der prächtigen Kulisse am Fusse des Säntis wirken nach; die Nachricht vom neuen Rekord mit über 15000 Besucherinnen und Besuchern hat Eindruck hinterlassen: Während die Organisatoren des beliebten Bergfestes in den nächsten Wochen die Abrechnung erstellen, sind die Macher des geplanten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (ESAF) 2025 in St. Gallen mit der Vorbereitung des Bewerbungsdossiers beschäftigt.

Am Dienstagmorgen fand die erste Sitzung des Vorstands des Vereins ESAF 2025 nach den Sommerferien statt. Präsident Michael Götte sagte gestern auf Anfrage, in den vergangenen Wochen hätten wichtige Fragen geklärt werden können in Zusammenhang mit dem Naturschutz und der Tragfähigkeit des Terrains im Breitfeld am Westrand von St. Gallen. Für diese wichtigen Abklärungen arbeitete der Verein mit externen Fachleuten zusammen. Nun lägen die Berichte vor. Beide seien positiv ausgefallen.

Götte, der für die SVP als Fraktionspräsident im St. Galler Kantonsrat politisiert, die Gemeinde Tübach präsidiert und für die Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell das Geschäftsfeld «Kantonale Politik» leitet, will aber in den Medien nicht ins Detail gehen. «Noch nicht», sagt er. Er pflege die Gepflogenheit, zuerst die Ansprechpartner aus erster Hand zu informieren; das seien bei der Umweltverträglichkeit der Naturschutzverein von Stadt und Region St. Gallen (NVS), Pro Natura und der WWF, und bei der Beschaffenheit des Bodens im Breitfeld die Schweizer Armee. Die Information dieser Partner geschieht laut Michael Götte demnächst.

Das Dossier wird in zwei Jahren eingereicht

In exakt einem Jahr beginnt in Zug das «Eidgenössische» 2019. Der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) wird nach der Austragung des ESAF 2019 den Bewerbern für das «Eidgenössische» im Jahr 2025 einen Fragenkatalog zugehen lassen, in den die Erkenntnisse aus dem Grossanlass in Zug fliessen werden.

Schwingsport auf dem höchsten Niveau wie kürzlich an der Schwägalp Schwinget soll 2025 auch in St.Gallen zu sehen sein. (Bild: Urs Bucher)

Schwingsport auf dem höchsten Niveau wie kürzlich an der Schwägalp Schwinget soll 2025 auch in St.Gallen zu sehen sein. (Bild: Urs Bucher)

Die St. Galler Schwingfestmacher müssen ihr Bewerbungsdossier gemäss Götte im Jahr 2020 einreichen. «In der nächsten Zeit braucht es eins: Fleissarbeit», sagt der Mann, der das St. Galler Kantonal-Schwingfest 2018 nach Tübach holte und mit einem schlanken Organisationskomitee in diesem Frühling für eine tadellose Durchführung sorgte. Das «Eidgenössische» ist eine grössere Kiste. Im vergangenen Jahr kamen 280000 Besucher ans Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-lac. Das Festgelände mass 90 Hektaren, das Budget betrug knapp 30 Millionen Franken.

Mit dem Tourismusdirektor Erfahrung ins Sägemehl geholt

Ob das «Eidgenössische» in sieben Jahren in St. Gallen stattfinden wird, entscheiden die rund 230 stimmberechtigte Delegierten des Eidgenössischen Schwingerverbandes gemäss Götte im März 2021. Konkurrenz gibt es aus Mollis im Kanton Glarus. Wichtig ist gemäss Götte, das ESAF 2025 breit abzustützen. Vor einigen Monaten ist Thomas Kirchhofer, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus, dem Verein beigetreten (siehe «Nachgefragt»).

Am Schwägalp-Schwinget waren Kaderleute der Stadtverwaltung und der Stadtpolizei St. Gallen unter den Besuchern. Ob sie sich für das Schwingen interessierten oder sich ein Bild machten von der Infrastruktur? Das eine schliesst das andere nicht aus.