Die SBB wollen die Passage über die IC-Linie in Gossau abbrechen und neu bauen

Die Brücke, die die Buechenbergstrasse über die Bahnlinie führt, ist zu alt und zu eng.

Perrine Woodtli
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Die Brücke Buechenwaldstrasse überspannt vier Gleise und ist rund 45 Meter lang. Nächsten Frühling soll sie abgebrochen und durch eine neue Stahl- und Betonkonstruktion ersetzt werden.Bild: Hanspeter Schiess (11. Oktober 2019)

Die Brücke Buechenwaldstrasse überspannt vier Gleise und ist rund 45 Meter lang. Nächsten Frühling soll sie abgebrochen und durch eine neue Stahl- und Betonkonstruktion ersetzt werden.Bild: Hanspeter Schiess (11. Oktober 2019)

Wo Bahnlinien sind, finden sich unweigerlich auch Brücken, mit denen die Gleise überquert werden können. In Gossau dient unter anderem die Brücke an der Buechenwaldstrasse als Überführung für Velofahrer und Fussgänger. Für den motorisierten Verkehr ist sie gesperrt. Über die Brücke, die sich östlich des Bahnhofs Gossau befindet, gelangt man vom Industriegebiet zu den nahe gelegenen Familiengärten Mooswiesen.

Die 1913 erbaute Brücke gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Jetzt soll sie ersetzt werden, wie auf der Internetplattform Simap für öffentliche Ausschreibungen ersichtlich ist. Kostenpunkt: 3,3 Millionen Franken. SBB-Mediensprecher Martin Meier sagt auf Anfrage:

«Die bisherige Brücke ist über 100 Jahre alt und hat ihr Lebensende erreicht.»

Damit sie auch künftigen Anforderungen an Sicherheit und Betrieb genüge, werde sie neu gebaut.

Bestehende Brücke ist nach wie vor «sehr sicher»

Als die Brücke Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, fuhren noch keine elektrifizierten Züge durchs Land. Zudem gab es bei weitem nicht so viele Züge und Fahrleitungen. Im Vergleich zu früher benötige man daher heute mehr Platz, sagt Martin Meier. Auch, weil es immer mehr Doppelstöcker gebe.

Ein weiterer Punkt sei, dass die heutigen Züge schneller seien. Würde ein Zug entgleisen und in die Pfeiler der Brücke fahren, würden diese in Zukunft vielleicht nicht mehr der Belastung standhalten – und die Brücke könnte zusammenbrechen. «Die Brücke ist heute aber nach wie vor sehr sicher», betont Martin Meier.

Geplant ist, die rund 45 Meter lange Brücke Buechenwaldstrasse im kommenden Frühling abzubrechen und mit einer neuen Überführung zu ersetzen. Die Bauarbeiten sollen gemäss der Ausschreibung rund ein Jahr lang dauern. Beim Abbruch der bestehenden Brücke werden unter anderem rund 600 Tonnen Stahlbeton und über 2000 Kubikmeter Aushub anfallen.

Nach dem etappierten Abbruch der Brücke wird die neue Überführung an alter Lage erstellt. «Die Funktion der neuen Brücke ist dieselbe», sagt Meier. Sie werde jedoch die heute geltenden Vorschriften erfüllen. Die neue Brücke wird gleich vor Ort auf einem sogenannten Lehrgerüst zusammengebaut.

Die Arbeiten, die zwischen dem 20. April 2020 und dem 31. Mai 2021 vorgesehen sind, bringen einige Herausforderungen mit sich. Diese bestünden unter anderem darin, in beengten Verhältnissen und unter laufendem Betrieb die Brücke zurückzubauen und neu zu erstellen, sagt Martin Meier. In Abstimmung mit der Stadt Gossau müssen zudem weitere Werkleitungen angepasst und verlegt werden.

Der SBB sei es wichtig, die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb möglichst zu vermeiden, da die Strecke St.Gallen–Gossau–Winterthur stark befahren sei.

«Einschränkungen auf den Bahnbetrieb werden deshalb in möglichst kurze Zeitfenster in den Nachtstunden gelegt.»

Die Reisenden würden nicht viel von den Arbeiten bemerken.

Genehmigung soll bis Februar vorliegen

Derzeit läuft noch die öffentliche Ausschreibung für das Projekt. Interessenten haben noch bis zum 4. November Zeit, ihr Angebot den SBB einzureichen. Eine Voraussetzung für den Auftrag ist unter anderem eine Projektreferenz aus den vergangenen zehn Jahren mit vergleichbarer Komplexität und Aufgabenstellung.

Momentan läuft zudem noch das Bewilligungsverfahren für den Brückenersatzbau. Das Plangenehmigungsgesuch für das Projekt Buechenwaldstrasse sei eingereicht worden, sagt Martin Meier. Für Projekte der SBB fungiert das Bundesamt für Verkehr (BAV) als Bewilligungsbehörde. Die öffentliche Auflage ist im vergangenen Frühling durchgeführt worden. «Wir erwarten die Projektgenehmigung durch das Bundesamt für Verkehr bis Ende Februar 2020, damit im Frühling die Bauarbeiten starten können.»

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