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«Die Sanierung ist bitter nötig»: Im St.Galler Feuerwehrdepot stützen faulende Baumstämme die Decke unter dem Vorplatz

Eindringendes Wasser und umständliche Arbeitsabläufe: Die Feuerwehr der Stadt St.Gallen kämpft gegen ihr Zuhause und für dessen Sanierung.
David Grob
(Bild: Lisa Jenny)(Bild: Lisa Jenny)
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(Bild: Lisa Jenny)(Bild: Lisa Jenny)
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Vor der Abstimmung über die Modernisierung und Erweiterung: So sieht es im St.Galler Feuerwehrdepot aus

«Kein Warenlift», sagt Benno Högger auf die Frage, was zurzeit der grösste Missstand im Feuerwehrdepot an der Notkerstrasse sei. Der Kommandant der Berufsfeuerwehr St.Gallen sitzt an einem Tisch im Pausenraum im zweiten Obergeschoss des Depots, Kaffee dampft aus einer Tasse, auf dem Fenstersims steht eine Pfeffermühle in Form eines Hydranten, und Högger spricht über die Arbeit der Berufsfeuerwehr in dem Gebäude, Baujahr 1969:

«Viele Arbeitsabläufe sind alles andere als ideal. Die Sanierung ist bitter nötig.»

Benno Högger, Kommandant Berufsfeuerwehr St.Gallen. (Bild: Lisa Jenny)

Benno Högger, Kommandant Berufsfeuerwehr St.Gallen. (Bild: Lisa Jenny)

Am 17. November entscheidet die Stadtsanktgaller Stimmbevölkerung über den Modernisierungs- und Erweiterungsbaus des Depots, in dem nicht nur die Berufsfeuerwehr, sondern auch die Stadtwerke untergebracht sind. Rund 20 Millionen Franken sollen die Arbeiten am Feuerwehrdepot kosten, falls die Stimmbevölkerung der Vorlage zustimmt. «Ein Nein würde uns um Jahre zurückwerfen», sagt Högger.

Arbeiten mit provisorischen Lösungen

Eine Stunde zuvor im Erdgeschoss: Högger, gross und bestimmt im Auftreten, öffnet die Tür zur Fahrzeughalle, und deutet ans andere Ende, wo Material auf mehreren Hochregalen lagert. «Das sogenannte Ersteinsatzmaterial», sagt Högger. Die restlichen Bestände sind über das ganze Erdgeschoss verteilt. Auch fehlen Lagerflächen auf verschiedenen Geschossen. «Der Warenlift würde in Zukunft einiges erleichtern», sagt Högger.

«Momentan sind die Abläufe umständlich.»

(Bild: Lisa Jenny)

(Bild: Lisa Jenny)

Högger illustriert dies mit einem Beispiel. Nach einem Einsatz reinigt ein Feuerwehrmann gebrauchte Atemschutzmasken in einer Wäscherei. Danach müssen die Masken in die Werkstatt. Nur befindet sich diese nicht neben der Wäscherei, sondern am anderen Ende des Feuerwehrdepots. Die Schutzmasken müssen also nach der Reinigung über den Vorplatz, in die Fahrzeughalle transportiert werden und von dort mit einem Gabelstapler auf ein Podest in mehreren Metern Höhe. Dahinter schliesslich ist die Werkstatt für die Atemschutzmasken. «Nach der Sanierung befinden sich die beiden Stationen im gleichen Gebäudetrakt», sagt Högger.

Weitere Missstände zwingen die Berufsfeuerwehr St.Gallen zu provisorischen Lösungen. Die Werkstatt für Handfeuerlöscher befindet sich in einem Container auf dem Vorplatz. In einem Raum tankt das Pikettfahrzeug Strom – direkt neben einem Pissoir und WC. Und ehemalige Wohnungen im Dachgeschoss wurden zu Büroräumlichkeiten umfunktioniert. «Vieles ist nicht mehr zeitgemäss», meint Högger trocken. Dies zeigt sich auch in anderen Details: Der Holzboden in der Werkstatt ist uneben. «In Sicherheitsinspektionen wird jeweils ein Auge zugedrückt.»

Baumstämme tragen den Vorplatz

Auf dem Vorplatz sind in Abständen von rund zwei Metern rosa Spraymarkierung zu sehen. «Darunter sind Baumstämme, die den Vorplatz stützen», sagt Högger. Baumstämme? «Baumstämme.» Die knapp einen Meter dicken Stämme stützen in den zwei Untergeschossen unter dem Platz die Decken.

Baumstämme stützen den Vorplatz, der das Gewicht der heutigen Einsatzfahrzeuge nicht mehr tragen kann. (Bild: Lisa Jenny)

Baumstämme stützen den Vorplatz, der das Gewicht der heutigen Einsatzfahrzeuge nicht mehr tragen kann. (Bild: Lisa Jenny)

Der Grund ist simpel: Die Statik aus den 1960er-Jahren war auf Fahrzeuge von höchstens 25 Tonnen ausgerichtet. Heute rollen aber Lastwagen von bis zu 40 Tonnen über den Platz.

«Da reicht die sechs Zentimeter breite Fläche auf der tragenden Wand zum Abstützen nicht mehr aus.»

Nach dem Einsturz der GBS-Turnhalle im Riethüsli im Februar 2009 liess die Stadt die Statik ihrer Gebäude überprüfen und stiess dabei auch auf die Mängel beim Feuerwehrdepot. Seither ruht das Gewicht des Vorplatzes auch auf den Baumstämmen. Doch einige faulen bereits.

Mit dem Wassersauger gegen Starkregen

Denn das Gebäude ist undicht. «Bei starkem Regen dringt Wasser in das Gebäude ein», sagt Högger. Er deutet auf eine Metallkonstruktion an der Wand: Mehrere Rohre führen eindringendes Wasser in einen Sammelbehälter. Daneben prangen rostige Wasserflecken. Im Heizungskeller sind ebenfalls Wasserspuren sichtbar. Mitten im Raum steht ein Wassersauger, der bei Starkregen zum Einsatz kommt.

Zwei Stockwerke über der Erdoberfläche in einem Schlafraum zeigt sich ein ähnliches Bild. Vier Betten stehen im Zimmer. Auf einem Holzschrank drohnt ein Plastikbecken. Zwei Metallschienen sind mit Klebband an der Decke über den Betten befestigt und führen eindringendes Wasser ins Auffangbecken.

Auch in die Schlafräume dringt Wasser ein. (Bild: Lisa Jenny)

Auch in die Schlafräume dringt Wasser ein. (Bild: Lisa Jenny)

Die Berufsfeuerwehr ist eine Männerbastion – noch

Bei der Berufsfeuerwehr St.Gallen kann man guten Gewissens von Feuerwehrmännern und nicht geschlechtsneutral von Feuerwehrleuten schreiben. Denn Frauen finden sich keine in den beiden Dienstzügen. Die Berufsfeuerwehr St.Gallen ist derzeit immer noch eine Männerbastion.

Dies soll sich mit dem Umbau ändern. Högger deutet auf die Büroräume im nördlichen Trakt.

«Hier sollen Schlafräume für Frauen entstehen.»

Hinzu kommen eigene Duschen, Toiletten und Garderoben. Interessieren sich genügend Frauen für eine Anstellung bei der Berufsfeuerwehr? Högger bejaht. «Wir erhalten bereits jetzt erste Anfragen.»

Mit einem Ja der Stimmbevölkerung bekäme die Berufsfeuerwehr mehr Flächen für die Werkstätten, das Lager und für die Büro- und Personalräume. «Damit kann eine saubere Trennung der Leitung der Dienststelle einerseits und der Berufsfeuerwehr andererseits erreicht werden», argumentiert die Stadt in einer Medienmitteilung für die Vorlage. Gleichzeitig ­wurde politische Kritik laut, die Berufsfeuerwehr benötige eigentlich mehr Platz für Einsatzfahrzeuge.

Die städtische SVP fasste deshalb die Nein-Parole. Högger widerspricht diesem Argument. Die Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr hätten alle Platz im Depot. «Einzig drei Personenwagen sind im Parkhaus des Athletikzentrums untergebracht.»

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