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Viertelstundentakt bei der S-Bahn in St.Gallen bleibt in weiter Ferne

Die St.Galler Regierung will kein neues S-Bahn-Konzept erarbeiten, wie Thomas Scheitlin und Sonja Lüthi das im Kantonsrat gefordert haben. Ein durchgehender Viertelstundentakt in der Stadt bleibt Zukunftsmusik.
Daniel Wirth
Am Bahnhof Bruggen fahren heute zu Hauptverkehrszeiten vier Züge pro Richtung - allerdings praktisch im Halbstundentakt. (Bild: Ralph Ribi/3. September 2018)

Am Bahnhof Bruggen fahren heute zu Hauptverkehrszeiten vier Züge pro Richtung - allerdings praktisch im Halbstundentakt. (Bild: Ralph Ribi/3. September 2018)

Der Hauptbahnhof und der Bahnhofplatz in St.Gallen als grösste ÖV-Drehscheibe der Ostschweiz sind am Wochenende nach jahrelangen Bauarbeiten mit einem Fest eingeweiht worden. Doch dem St.Galler Stadtrat dürfte die Eisenbahn-Festlaufe schon wieder gründlich vergangen sein. Denn just in diesen Tagen antwortet die St.Galler Regierung auf eine Einfache Anfrage, welche die Kantonsräte Thomas Scheitlin (FDP) und Sonja Lüthi (Grünliberale) im Juli einreichten, nachdem bekannt geworden war, wie der ab Dezember gültige Fahrplan 2019 aussehen würde.

Kein «aufwärtskompatibles» Konzept

Stadtpräsident Scheitlin und Stadträtin Lüthi forderten in ihrem Vorstoss ein S-Bahn-Konzept für den Zeithorizont ab 2021. Der Grund: Auch der neue Fahrplanentwurf erfüllt die Zielsetzung eines Viertelstundentakts in der Stadt St.Gallen bei weitem nicht und es sind in mittlerer Zukunft auch keine grundlegenden Verbesserungen in Sicht. Die Antwort der Regierung dürfte bei Lüthi und Scheitlin vor allen Dingen eines ausgelöst haben: Ernüchterung.

Denn die Fachleute beim Kanton erachten es nicht als zielführend, zum jetzigen Zeitpunkt ein Fahrplankonzept erarbeiten zu lassen, das sich als nicht «aufwärtskompatibel» erweise - will heissen: Ein S-Bahn-Konzept, das bei den eidgenössischen Räten und bei den SBB durchfiele. Denn gegenwärtig läuft unter Federführung des Bundes mit Beteiligung der Kantone die Erarbeitung des Angebotskonzepts zum Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/2035.

Der Kanton will Botschaft des Bundesrates abwarten

In diesem Ausbauschritt werden die Güter-, Regional- und Fernverkehrskonzepte gemäss Regierung im Zeithorizont 2030 aufeinander abgestimmt und ausgeplant. Investitionen, die für die Umsetzung der Konzepte benötigt würden, fänden Eingang in der Botschaft zuhanden der eidgenössischen Räte. Der Bundesrat verabschiedet diese Vorlage im Herbst dieses Jahres, National- und Ständerat befassen sich im Frühling 2019 damit. «Dann wird auch das künftige Zielkonzept bekannt sein», antwortet die Kantonsregierung auf die Einfache Anfrage Scheitlins und Lüthis.

Sie wollten in dem von ihnen geforderten S-Bahn-Konzept für die Zeit bis 2030 aufgezeigt bekommen, mit welchen Massnahmen im Betrieb und bei der Infrastruktur potenzialstarke Linien wie der Korridor Wil-St.Gallen-Rorschach weiter gestärkt werden könnten, bis der nächste Bahnausbauschritt vollzogen wird. Dazu schreibt die Regierung, der Kanton habe im November 2014 dem Bund beantragt, dass im Bahnausbauschritt 2030/2035 der Viertelstundentakt bei der S-Bahn zwischen Gossau, St.Gallen und Rorschach realisiert werde. Dieses Ziel sei vom Bund nicht weiterverfolgt worden, weil die Mindestnachfrage für diesen Angebotsstandard zu weniger als der Hälfte erfüllt gewesen sei. Seit 2013 werde in der Hauptverkehrszeit ein S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen St.Gallen und Gossau, St.Gallen und Herisau und St.Gallen und Wittenbach angeboten. All diese Linien erfüllten die gesetzlichen Mindestvorgaben zum Kostendeckungsgrad nur knapp. Trotz gutem Angebot liege die Zahl der Ein- und Aussteiger an den Stadtbahnhöfen unter den Erwartungen, schreibt die Regierung. Als Grund für die tiefe Nachfrage wird das attraktive Busangebot vermutet.

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