Klimaerwärmung: Die Region Rorschach knackt Wetterrekorde

Der sensationelle Sommer ging in die Verlängerung: Im September war es in der Region am See überdurchschnittlich warm. Die Sonne schien länger und es gab weniger Niederschlag als in anderen Jahren.

Andreas Walker
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Am 23. September lag die Region in einer kräftigen West- bis Südwestströmung, die typische Linsenwolken verursachte. (Bild: Andreas Walker)

Am 23. September lag die Region in einer kräftigen West- bis Südwestströmung, die typische Linsenwolken verursachte. (Bild: Andreas Walker)

Zwar begann der September trüb und regnerisch in der Region Rorschach. Doch ab dem 4. September baute sich ein Hoch auf und brachte bis zum 12. September sonniges und mildes Spätsommerwetter. Diese Periode wurde am 6./7. September kurz unterbrochen durch feuchtwarme Luft aus Südwesten und dem Durchzug einer Niederschlagszone. Danach kehrte wieder der Sommer zurück: Am Bodensee stiegen die Temperaturen gegen hochsommerliche 30 Grad und die Nullgradgrenze erreichte eine Höhe von 4600 Metern.

Eine Häufung von Extremwerten in den letzten zwei Jahrzehnten ist klassisch für die laufende Klimaentwicklung. Am 13. September lag das Bodenseegebiet in einer kräftigen Westströmung und eine Niederschlagszone aus Nordwesten brachte am Nachmittag und Abend kräftige Schauer.

Vom 14. bis zum 18. September erfolgte wieder eine Hochdruckperiode, die am Bodensee noch einmal sommerliche Temperaturen von über 25 Grad bescherte. Schliesslich brachten feuchte Luftmassen aus Südwesten am 18. September noch einmal kräftige Gewitter.

In der Region gab es im September stimmungsvolle Sommerabende, wie zum Beispiel hier in Rorschacherberg. (Bild: Andreas Walker)

In der Region gab es im September stimmungsvolle Sommerabende, wie zum Beispiel hier in Rorschacherberg. (Bild: Andreas Walker)

Temperatursturz und Schnee in den Bergen

Am 21. und 23. September lag das Bodenseegebiet in einer kräftigen West- bis Südwestströmung begleitet von Niederschlagszonen. Stürmische Winde zeigten deutlich, dass trotz der ungewöhnlich warmen Temperaturen bereits der Herbst angebrochen war. Am 22. September sorgte ein Zwischenhoch noch einmal für recht sonnige Verhältnisse.

Am 23. September stiegen am Nachmittag mit viel Sonne die Temperaturen am Bodensee noch einmal auf hochsommerliche 28 Grad an, bevor am späteren Abend eine kräftige Kaltfront aus Norden mit Sturmböen einen massiven Wetterumschwung verursachte. Die Kaltluft brachte in den Bergen Neuschnee herunter auf bis 1800 Meter. Am 24. September stieg die Tagesmaximumtemperatur am Bodensee nur noch auf 15 Grad und die Tiefstwerte am Morgen lagen bei 6 Grad. Bereits am 25. und 26. September zog erneut ein kräftiges Hochdruckgebiet von Deutschland nach Osteuropa und bescherte dem Bodenseegebiet wieder sonnige und am Nachmittag zunehmend mildere Verhältnisse. Allerdings erreichten die Temperaturen am Morgen durch die kräftige nächtliche Abkühlung bereits tiefe Werte, die der Jahreszeit entsprechen.

In den Niederungen trat bereits recht verbreitet der erste Bodenfrost auf. Das schöne Wetter blieb bis Ende September bestehen, sodass am Sonntag dem 30. September wohl viele Leute das letzte Bad dieses Jahres im Strandbad Hörnlibuck bei einer Wassertemperatur von 18 Grad geniessen konnten. In der Nacht brachte eine Störungszone mit letzten Gewittern Regen und eine markante Abkühlung.

Im Rorschacherberger Hörnlibuck vergnügten sich Ende September noch zahlreiche Badefreudige. (Bild: Andreas Walker)

Im Rorschacherberger Hörnlibuck vergnügten sich Ende September noch zahlreiche Badefreudige. (Bild: Andreas Walker)

Wärmstes Sommerhalbjahr seit Messbeginn

Gemäss Meteoschweiz endete mit dem September landesweit das wärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn 1864. Die massive Erwärmung in den vergangenen 20 bis 30 Jahren ist ein eindrückliches Signal des laufenden Klimawandels. Die September-Temperatur lag dieses Jahr mit 12,4 Grad landesweit 2,2 Grad über der Norm 1981-2010. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Temperatur 16,1 Grad und war damit 2,0 Grad zu warm.

Unter anderem auf der Alpensüdseite verbreitet der September weniger als 20 Prozent der normalen Niederschlagsmengen. Die übrigen Regionen erhielten meist zwischen 40 und 80 Prozent der Norm. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 56 Liter pro Quadratmeter, was nur 65 Prozent des Durchschnitts entspricht.

In der ganzen Schweiz wurde eine deutlich überdurchschnittliche Sonnenscheindauer registriert. Am Bodensee betrug die Sonnenscheindauer 248 Stunden, was satten 159 Prozent des langjährigen Mittels entspricht.