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Der Platz für Busse wird knapp: Schwierige Verkehrsplanung am St.Galler Bohl

Der St.Galler Stadtrat hat für Marktplatz und Bohl einen neuen Gestaltungswettbewerb lanciert. Bei der Frage, wo die Busse und Züge künftig halten sollen, hält er aber an alten Vorgaben fest. Baudirektorin Maria Pappa erklärt, warum eine bessere Lösung nicht in Sicht ist.
Roger Berhalter
Hier müssen alle durch: Luftansicht des Bohls mit der Calatrava-Halle. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Hier müssen alle durch: Luftansicht des Bohls mit der Calatrava-Halle. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Marktplatz und Bohl erhalten ein neues Gesicht. Die Stadt hat diese Woche einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Architekten und Planer sollen bis Ende Jahr Ideen liefern, wie der Platz in Zukunft aussehen soll. Es ist bereits der dritte Anlauf zu einer Neugestaltung. Schon 2011 und 2014 lagen fertige Projekte vor, die das Stimmvolk allerdings beide ablehnte. Umso stutziger macht ein Punkt aus den aktuellen Wettbewerbsvorgaben: Die Haltestellen für den öffentlichen Verkehr sollen nicht am Bohl bleiben, sondern Richtung Westen an den Marktplatz rücken; entweder beide oder nur jene stadteinwärts. Die Stadt gibt zwei Varianten vor, die exakt jenen aus den beiden abgelehnten Abstimmungsvorlagen entsprechen.

Alle Varianten geprüft, alle Grundsatzfragen gestellt

Der Stadtrat hält bei der Haltestellen-Frage also an den alten Vorgaben fest. Und dies, nachdem Planer und Ingenieure in den letzten Monaten bei nicht weniger als weiteren 18 Varianten geprüft haben, wie man den Verkehr am Bohl neu regeln könnte. Und obwohl sich die Teilnehmer der zwei Marktplatz-Foren klar gewünscht haben, dass die Haltestellen am Bohl bleiben.

«Wir haben im Stadtrat ebenfalls konsterniert auf diese Tatsache reagiert», sagt Baudirektorin Maria Pappa. Dem Wunsch, die Haltestellen am Bohl zu belassen, habe man entsprechen wollen. Allerdings lägen viele schwierige Rahmenbedingungen vor. Eine oder beide Haltestellen an den Marktplatz zu verlegen sei «gesamthaft gesehen die optimalste Lösung», sagt Pappa. Die Baudirektorin weist auf die Gründlichkeit der Abklärungen hin. Man habe viele neue Varianten noch einmal geprüft und alle Grundsatzfragen noch einmal gestellt.

Zum Beispiel wurden für die Busse und Postautos Alternativrouten gesucht, über die Moosbruggstrasse, über Spiser- oder Glockengasse oder über den Unteren Graben. Aber keine hat sich gemäss Studie als geeignet erwiesen. Eine weitere Möglichkeit wäre, den ÖV unterirdisch zu führen: «Aufgrund der erwarteten Kosten und der Eingriffe ins Stadtbild wird auch dies als unverhältnismässig erachtet.»

Diskutiert wurde laut Pappa auch darüber, den städtischen ÖV auf den Kopf zu stellen und als Hub-System zu führen, mit je einem Verkehrsknoten im Osten und Westen. Doch gegen solche Pläne gebe es Widerstand seitens der Nachbargemeinden. Derzeit sei das Hub-System kein Thema.

Behindertengerecht und ohne Rückstau

52 Seiten zählt die technische Studie zum «Haltestellenkonzept Bohl», zudem liess der Stadtrat von einem weiteren Planungsbüro eine Zweitmeinung einholen. All dies habe aber zu keinen besseren Lösungen geführt. «Leider sind alle 18 neuen Varianten schlechter», sagt Pappa.

Mehrere Knackpunkte muss der ÖV der Zukunft auf dem Marktplatz und am Bohl laut Pappa erfüllen: Erstens müssten alle Haltestellen behindertengerecht sein. Das bedeute höhere und längere Haltekanten. Zweitens sollen die Fahrpläne stabil sein, es dürfen keine langen Wartezeiten entstehen. Drittens dürfen sich die Busse nicht zurück bis auf die Torstrasse und die Rorschacher Strasse stauen. Und viertens sollen die grösseren Gassen der nördlichen Altstadt weiterhin vom Bohl her erschlossen sein.

Häuser verschieben, Calatrava-Halle abbrechen

Von den 18 Varianten in der Studie sind schliesslich noch drei übrig geblieben. Bei allen bleiben die Haltestellen zwar am Bohl, doch haben aus Sicht des Stadtrats alle drei gravierende Nachteile. Bei der ersten Lösung müsste das Haus an der Museumstrasse 1 verschoben werden, bei der zweiten müsste die Calatrava-Halle weichen und das Waaghaus verschoben werden. Bei der dritten bräuchte es zusätzlich zur Haltestelle am Bohl auch eine am Marktplatz für die Züge der Appenzeller Bahnen.

Maria Pappa betont, dass eine langfristige Lösung gesucht werde. «Wir möchten beim öffentlichen Verkehr weiterhin Wachstum ermöglichen.» Im Bericht ist die Rede von einem ÖV-Wachstum von 26 Prozent bis 2035 beziehungsweise von 61 Prozent bis 2050, aufgrund von Taktverdichtungen und des Einsatzes von mehr und längeren Bussen.

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