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Glosse

Die Polizei verteilt an der Olma Bändeli und Süsses

Familien, die sich mit anderen Familien am Olma-Jahrmarkt verabreden, treffen sich nicht mehr beim Eingang, sondern beim Einsatzwagen der Polizei.
Diana Hagmann-Bula
Die Polizei verteilt Gummibärchen. (Bild: Nick Freud)

Die Polizei verteilt Gummibärchen. (Bild: Nick Freud)

«Wir warten dann bei der Polizei», ist im SMS zu lesen. Kein Wildpinkler, kein Taschendieb, kein Betrunkener hat es geschrieben. Es stammt von einer fürsorglichen Mutter. Familien, die sich mit anderen Familien am Olma-Jahrmarkt verabreden, treffen sich nicht mehr beim Eingang, sondern beim Einsatzwagen der Polizei. Gleich neben dem Eingang.

Für die Kleinen gibt es hier Gummibärchen (zuhauf), für die Eltern Stift und Papierarmband (ebenfalls zuhauf). Sie schreiben die Handynummer drauf und kleben dem Kind das Bändeli ums Handgelenk. Nun geht es beiden besser. Das Kind ist im Zuckerhoch statt im Hungerloch, Vater und Mutter wähnen sich in Sicherheit.

Zwar ist der Herbstjahrmarkt ein wunderbarer Ort der Ausgelassenheit. Trotzdem liegt nicht nur der Duft von Magenbrot in der Luft, sondern auch die elterliche Angst, den Nachwuchs im fröhlich-lauten Getümmel zu verlieren. Da stand der Wicht doch eben noch Zuckerwatte essend neben einem, eine Sekunde später ist er weg. Zu viele der bunten, blinkenden, drehenden Verlockungen, um sich trotz Abmachung nicht doch ferngesteuert von der Familie zu entfernen.

«Die Uniform schüchtert Kinder manchmal ein»

Elf Kinder sind während der diesjährigen Olma und am Jahrmarkt bereits verloren gegangen. Und wieder gefunden worden – dank dem Handynummer-Armband, wie Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei, sagt. Polizisten hätten in der Schweiz zwar keinen schlechten Ruf. «Die Uniform schüchtert Kinder manchmal aber ein.» Das Angebot am Einsatzwagen ist deshalb nicht nur sinnvoller Dienst, sondern ebenfalls Marketingaktion. «Eine gute Möglichkeit, Bürgernähe zu zeigen. Vertrauen in die Polizei kommt unseren Mitarbeitenden im Einsatz zugute», sagt Kohler.

Die Polizei, dein Freund und Helfer! Das Bändeli schmückt zwei Tage nach dem Olma-Besuch noch immer das Handgelenk des Kindes. Ob aus Wertschätzung der Polizei gegenüber oder des grinsenden Mitarbeiters wegen, der sehr grosszügig Gummibärchen verteilt hat, verschweigt der kleine Mund. Das verschmitzte Grinsen aber lässt Rückschlüsse zu.

Die Eltern sind so oder so dankbar für den Bändelidienst. Sie fragen sich in Anbetracht der Digitalisierung und Smart City St.Gallen nur: Wird das Kind nächstes Jahr wohl gechippt?

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