Die ÖV-Betriebe in der Stadt St.Gallen und der Region dünnen ihre Fahrpläne ab morgen aus

Am Montag wird das ÖV-Angebot in Stadt und Region reduziert. Die VBSG verzeichnen wegen der Corona-Krise derzeit einen drastischen Fahrgastrückgang.

David Gadze
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Der St.Galler Bahnhofplatz ist derzeit deutlich leerer als sonst. Ab Montag gilt bei den VBSG der Ferienfahrplan.

Der St.Galler Bahnhofplatz ist derzeit deutlich leerer als sonst. Ab Montag gilt bei den VBSG der Ferienfahrplan. 

Bild: Urs Bucher

Die Corona-Krise legt nicht nur das öffentliche Leben lahm, sondern sie bremst auch den öffentlichen Verkehr aus. Nachdem die SBB seit Donnerstag schrittweise die Zugverbindungen reduzieren, ziehen die örtlichen Transportunternehmen nach. Die Busse der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) fahren ab Montag gemäss dem Ferienfahrplan, der sonst nur in den Sommerferien gilt und weitestgehend dem Samstagsfahrplan entspricht. Auch die Appenzeller Bahnen reduzieren das Zugangebot.

Damit reagieren die ÖV-Betriebe auch auf den drastischen Fahrgastrückgang. Dieser betrug bei den VBSG gemäss Unternehmensleiter Ralf Eigenmann bis und mit Donnerstag durchschnittlich 64 Prozent, Tendenz steigend. Am deutlichsten ist er auf der Linie 10, dort brachen die Frequenzen um 82 Prozent ein.

Die nächste Ausdünnung steht schon bevor

Schlanke Anschlüsse am Hauptbahnhof können die Transportunternehmen infolge der Angebotsreduktion nicht mehr garantieren. Es sei in dieser kurzen Zeit nicht möglich, die Fahrpläne der Busse auf jene der Züge perfekt abzustimmen, sagt Eigenmann. «Wir müssten jede einzelne Linie neu planen.» Deshalb führen die VBSG als ersten Schritt den Ferienfahrplan ein, der bereits existiert.

Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter Verkehrsbetriebe St. Gallen

Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter Verkehrsbetriebe St. Gallen

Bil: Benjamin Manser

In einem zweiten Schritt dünnen sie voraussichtlich Anfang übernächster Woche den Fahrplan weiter aus. Auf den meisten Linien gilt dann wohl der Sonntagsfahrplan, auf anderen wird es ein aufgebesserter Samstagsfahrplan sein. Dieser habe unter der Woche für Personen, die arbeiten gehen müssen, Nachteile. «Diese werden wir so gut wie möglich beseitigen.» Über die Anpassungen informieren die VBSG auf www.vbsg.ch.

Die Fahrplanreduktion verschafft den städtischen Verkehrsbetrieben auch personell etwas Luft. Die Busfahrer aus den Risikogruppen arbeiten derzeit nicht, zudem gebe es krankheitsbedingte Ausfälle, sagt Eigenmann.

«Wir haben gerade noch genügend Chauffeure, um nächste Woche den Ferienfahrplan zu bewerkstelligen.»

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen prüften deshalb, Reisebusfahrer einzusetzen.

Regiobus reagiert ebenfalls

Bruno Huber, Leiter Regiobus

Bruno Huber, Leiter Regiobus 

Philipp Griesemer Photography

Auch Regiobus passt die Fahrpläne an. Auf der Linie 151 zwischen
St. Gallen und Gossau gilt ab Montag tagsüber ein 15- statt 10-Minuten-Takt. Alle anderen Linien, die normalerweise im Halbstundentakt verkehren, fahren nur noch jede Stunde. «Es ist eine Art Sonntagsfahrplan plus», sagt Leiter Bruno Huber.

Regiobus habe nicht auf einen bestehenden reduzierten Fahrplan zurückgreifen können, sondern in wenigen Tagen komplett neue Fahrpläne kreieren müssen. Eine weitere Ausdünnung sei in den kommenden Tagen deshalb nicht vorgesehen – ausser die Personallage verschlechtere sich wegen des Corona-Virus.

Die aktuellen Fahrpläne werden an den Haltestellen ausgehängt und auf www.regiobus.ch publiziert.   

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