Die Nullen leuchten, obwohl Plätze frei sind: Verwirrung um das St.Galler Parkleitsystem

Rund um die Uhr besetzte Parkplätze bei der Olma und beim Spisertor: Das will die Anzeige des St. Galler Parkleitsystems Autofahrern weismachen. Eine Fehlinformation, die bald berichtigt werden soll.

Seraina Hess
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Keiner der 52 Parkplätze beim Spisertor ist frei: Das könnte man glauben, vertraute man auf die Anzeige des Parkleitsystems. (Bild: Thomas Hary)

Keiner der 52 Parkplätze beim Spisertor ist frei: Das könnte man glauben, vertraute man auf die Anzeige des Parkleitsystems. (Bild: Thomas Hary)

Die Nullen auf der Tafel leuchten. Und leuchten. Und leuchten. Während die Zahlen neben fast allen Parkhausnamen im Minutentakt wechseln, bleiben jene bei Spisertor und Olma-Tiefgarage statisch. Und bedeuten: kein einziger freier Parkplatz in diesen Anlagen, und das seit Wochen.

Doch so gefragt sind die Parkplätze in den Tiefgaragen natürlich nicht – tatsächlich stehen die Parkfelder teilweise annähernd leer, obschon sie gemäss Anzeigetafeln belegt sind. Aufgefallen ist das dem Blogger Marcel Baur, der den St. Galler Verkehr und das städtische Parkleitsystem (PLS) schon lange kritisch ins Auge gefasst hat.

Olma will klären, wo es hakt

Den Olma-Messen ist bekannt, dass ihre Tiefgarage unter Halle 9 im Parkleitsystem stets als besetzt wiedergegeben wird. Zwar sei im städtischen Parkleitsystem derzeit absichtlich nur eine reduzierte Platzzahl registriert, da ein Grossteil für interne Veranstaltungen und das Kantonsspital reserviert ist. «Die übrigen 30 öffentlichen Plätze der Tiefgarage sollten aber durchaus im Parkleitsystem erfasst werden», sagt Geschäftsleitungsmitglied Ralph Engel.

Jedes Parkhaus besitzt ein eigenes Zählsystem

Um den Fehler zu beheben, müsste die technische Steuerung explizit für die 30 Parkplätze neu installiert werden. Geplant war, erst zu einem späteren Zeitpunkt aufzurüsten, da es mit dem Bau des Olma-Deckels ohnehin Neuerungen geben wird. «Doch offenbar müssen wir bald klären, woran es liegt, dass derzeit gar keine freien Plätze angezeigt werden», sagt Engel. Ebenso, wie es sich mit dem Olmaplatz vor dem Haupteingang verhält, der jeweils auffällig lange als belegt ausgewiesen wird. Trotz Schwelle, die Ein- und Ausfahrten in Echtzeit weiterleitet.

Obwohl das städtische Parkleitsystem bei genannten Anlagen Parkplatzzahlen anzeigt, die nicht den tatsächlichen entsprechen, könne keinesfalls von einem nicht-funktionierenden System die Rede sein, sagt Matthias Leuzinger. Der PLS-Betriebsleiter und Geschäftsführer der CityParking St. Gallen AG präzisiert: «Fehler auf der Anzeigetafel sind zwar auch für uns ärgerlich, doch die Sicherstellung korrekt funktionierender parkhausinterner Systeme ist Aufgabe des jeweiligen Tiefgaragenbetreibers.»

Die PLS Parkleitsystem St. Gallen AG weise die Betroffenen lediglich darauf hin, wenn die Übermittlung der Zahlen nicht funktioniere. Denn die städtischen Parkhäuser, die von unterschiedlichen Unternehmen geführt werden, besitzen keine einheitlichen Fahrzeug-Zählsysteme: So sind es bei den einen Barrieren, bei anderen Bodenschlaufen.

Etwas weniger als zehn Franken pro Parkplatz

Die Übermittlung der Daten an den Server des Parkleitsystems bleibt somit die Angelegenheit der Parkhausbetreiber. Der PLS-Server sendet lediglich empfangene Daten an die einzelnen Anzeige-Standorte der Stadt.

Die Beiträge, die angeschlossene Parkhäuser der PLS AG zu entrichten haben, dienen gemäss Matthias Leuzinger einzig der Deckung des System-Unterhalts: «Wir sind als Aktiengesellschaft der Parkhausbetreiber und der Stadt ein Non-Profit-Unternehmen.» Die Kosten pro Parkplatz und Monat belaufen sich gemäss Betriebsleiter auf weniger als zehn Franken.

Gerade wegen des finanziellen Aspekts müsste es auch im Interesse der Parkhausbetreiber sein, individuelle Soft- oder Hardware-Fehler so schnell wie möglich zu beheben. So überlegt wohl auch die Betreiberin der Tiefgarage beim Spisertor, die Gallintra AG. Die Verwaltung sei derzeit damit beschäftigt, Offerten einzuholen. Entdeckt worden war der Fehler schon im Frühling – dank des aufmerksamen Hauswarts.

Wann genau die beiden Parkhäuser die falschen Nullen aus dem städtischen Parkleitsystem verbannen, steht allerdings noch nicht fest. Weder beim Spisertor noch bei der Olma.

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