Die neuen Pächter haben das St.Galler «Gartenhaus» übernommen und führen das Vermächtnis der alten Wirtefamilie weiter

Die Familie Pieth hat die Geissers im Restaurant Gartenhaus abgelöst. In Zukunft ist auch ein Catering und Take-away geplant.

Aybüke Köseoglu
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Raquel Pieth übernimmt die Bewirtung im Restaurant Gartenhaus.

Raquel Pieth übernimmt die Bewirtung im Restaurant Gartenhaus.

Bild: Aybüke Köseoglu

«Suppä? Jo gärn.» So grüsste Elisabeth Geisser oft ihre Gäste im «Gartenhaus». Denn kaum hatte man sich gesetzt, schon lag einem der Suppenlöffel vor der Nase. Das Suppenkonzept und besonders das über St.Gallen hinaus bekannte Cordon bleu sind unverzichtbare Merkmale des Restaurants Gartenhaus am Güterbahnhof. Nun führt Raquel Pieth das Vermächtnis der Familie Geisser fort.

Elisabeth und Werner Geisser haben das Restaurant Ende Juni nach 35 Jahren abgegeben. Eine neue Pächterfamilie tritt in die Fussstapfen der Geissers. Am Montag wurde das «Gartenhaus» wiedereröffnet. Raquel Pieth, die neue Pächterin sagt:

«Es war von Anfang an klar, dass ich nichts ändern werde. Das Konzept ist so beliebt bei den Gästen.»

Weiterhin wird die gewohnte Karte mit Rösti, Leberli, Hackbraten und dem beliebtem Cordon bleu angeboten:

Das beliebte Cordon bleu im Restaurant Gartenhaus.

Das beliebte Cordon bleu im Restaurant Gartenhaus.

Bild: Aybüke Köseoglu

Auch die Jassabende finden wie gewohnt statt. Die drei Mitarbeiter und die ein Koch arbeiteten bereits für Geissers und tun dies nun unter Pieth.

Von Rio nach St. Gallen

Raquel Pieth stammt aus Rio de Janeiro. Als sie ihren Mann Pascal Pieth, Geschäftsführer des Gasthauses Krone in Speicher kennenlernte, kam sie vor 18 Jahren «für die Liebe» nach St.Gallen. Heute haben sie einen neunjährigen Sohn. Durch ihren Mann fasste die Brasilianerin Fuss in der Gastronomie. Sie begann im «Netts Schützengarten» zu servieren.

«Mit dem ‹Gartenhaus› geht für mich ein Traum in Erfüllung.»

Darum war für die 38-Jährige der Anruf vom Vermieter des Lokals, der Brauerei Schützengarten, ein aufregender Moment. Schon lange wollte sie in einem eigenen Restaurant wirten. Im «Gartenhaus» war sie selber schon Gast und hörte immer nur Gutes. Trotz aller Freude und Motivation werde es für sie eine Herausforderung: «Am ersten Tag war ich sehr nervös.» Das Vermächtnis der Familie Geisser möchte sie nämlich in Ehren weiterführen. Die Gäste sollen nicht enttäuscht werden.

Ab nächstem Jahr will Pieth neu ein Catering anbieten. Auch sei eine Take-away-Möglichkeit in Planung sowie ein Cordon-bleu-Festival. Im September nimmt Pieth wieder die Metzgete auf, die auch schon aus der Zeit von Familie Geisser bekannt ist.