Die nachhaltigsten Gemeinden in der Region Rorschach

Goldach will das «Energiestadt»-Label erneuern. In punkto Nachhaltigkeit übernimmt Steinach eine Vorreiterrolle.

Natascha Arsic
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Mittlerweile produzieren mehrere Gemeinden ihren Strom aus erneuerbaren Energien.

Mittlerweile produzieren mehrere Gemeinden ihren Strom aus erneuerbaren Energien.

Bild: Urs Jaudas

Alle vier Jahre vergibt der Trägerverein Energiestadt das gleichnamige Label. In der Region besitzen es zurzeit fünf Gemeinden: Rorschach, Rorschacherberg, Goldach, Thal und Steinach. 2015 erreichte Goldach einen Anteil von 54 Prozent. Die Gemeinde befindet sich derzeit im Prozess für die Re-Zertifizierung. «Die Startsitzung hat im Oktober stattgefunden. Das eigentliche Re-Audit ist für April 2020 geplant», sagt Gemeindeschreiber Richard Falk. Seit der erstmaligen Erteilung des Labels habe der Gemeinderat über 50 Massnahmen ergriffen. «Das Label ist das Resultat der vielen Projekte, die in Goldach in diesem Bereich bereits umgesetzt wurden», so Falk.

Um das Label «Energiestadt» zu erhalten, muss sich eine Gemeinde für die effiziente Nutzung von Ressourcen einsetzten. Das bedeutet, dass sie mindestens 50 Prozent der für sie möglichen Massnahmen in den Bereichen Entwicklungsplanung/Raumordnung, kommunale Gebäude/Anlagen, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation/Kooperation umsetzt.

Die konkreten Massnahmen werden im Voraus in Zusammenarbeit mit einem Berater festgelegt. Nach vier Jahren erfolgt zur Kontrolle das sogenannte Re-Audit, damit die Gemeinden das Label behalten können. Energiestädte, die mindestens 75 Prozent erreichen, können das Label «Energiestadt Gold» beantragen.

Thal darf Label weiterhin behalten

Thal hat das Re-Audit diesen Sommer mit 66 Prozent bestanden und verbesserte das Ergebnis im Vergleich zu 2015 um zwei Prozentpunkte. Die Gemeinde bezieht für die öffentlichen Gebäude Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Zudem sind die Gebäude mehrheitlich an einem Wärmeverbund angeschlossen – ein zweiter ist in Planung. In den kommenden Jahren will Thal ein regionales Energiekonzept prüfen sowie die Strassenbeleuchtung laufend auf LED umrüsten.

Mit einem Anteil von 71 Prozent schöpft Steinach von den Gemeinden in der Region am meisten von seinem energiepolitischen Handlungspotenzial aus. Dies dank mehrerer Massnahmen. 2017 wurden 14 Prozent des Haushalt- und Gewerbestromes durch Photovoltaikanlagen produziert. Bei Gemeindebauten wurde auf 30 Prozent Eigenproduktion gesetzt. Zudem ist der Standartstrom der Gemeinde seit drei Jahren aus erneuerbaren Quellen. Steinach hat sich zum Ziel gesetzt, eine 2000-Watt-Gesellschaft zu werden. Der Gemeinderat hat ein entsprechendes Projekt bereits bewilligt.

Rorschacherberg liegt leicht vor Rorschach (60 Prozent) mit fünf Prozentpunkten mehr. Das gesamte Gemeindegebiet von Rorschacherberg wird mit Ökostrom beliefert. Auch hier soll künftig die Strassenbeleuchtung durch LED-Lampen ersetzt werden. Die Hafenstadt Rorschach hat sich vorgenommen, ihren Energieplan und Verkehrsrichtplan zu revidieren sowie in Zukunft ökologische Einkaufsrichtlinien für die Verwaltung festzulegen.

Nicht alle Gemeinden machen mit

Die Gemeinden Horn, Tübach, Rheineck und Untereggen haben sich nicht für das Label beworben. In Horn setzt man sich auch so für erneuerbare Energie und Klimaschutz ein, sagt Gemeindeschreiber Andreas Hirzel. «Die Gemeinde ist an der Energieberatungsstelle Bezirk Arbon beteiligt, bei der sich alle Interessierten zu Fragen über Energie beraten lassen können.»

Rheineck plant nicht, sich als Energiestadt zu bewerben. «Allenfalls wird dies für die nächste Legislaturperiode wieder ein Thema», sagt Stadtschreiber Marco Forrer. Da Rheineck eher eine kleinere Gemeinde ist, seien die personellen Kapazitäten beschränkt. Aber auch ohne Label werde versucht, die öffentlichen Gebäude so energieeffizient wie möglich zu gestalten und zu bewirtschaften.

Steinach als Vorbild für erneuerbare Energien

Im Bereich erneuerbare Energien spielt Steinach eine Vorreiterrolle. Nun erhält die Gemeinde ein weiteres Energiestadt-Label. Zu verdanken hat sie das Gemeinderat Roland Etter. Dieser hat noch grosse Ziele.
Jolanda Riedener

«Energiestadt ist nicht nur ein Markenzeichen»

Eine Schule kann es sich zum Ziel setzen, eine sogenannte «Energieschule» zu werden, wenn sie in einer Energiestadt angesiedelt ist. Das ist Wil. Was das genau heisst, erklärt Stefan Grötzinger. Er ist der Energiebeauftragte der Stadt.
Rosa Schmitz