«Die Nachfrage wird zunehmen»: Thal hat schulergänzende Tagesstrukturen mit drei Standorten lanciert

Die Gemeinde Thal bietet seit August eine Betreuung für Schul- und Kindergartenkinder an: Das Angebot ist schon nach den ersten Monaten gefragt - auch in den bevorstehenden Schulferien.

Jolanda Riedener
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Marina Rageth (links), Geschäftsleiterin der schulergänzenden Tagesstrukturen mit Schulpräsidentin Miriam Salvisberg am Standort in Buechen. Seit kurzem bietet die Gemeinde Thal in allen drei Dörfern Kinderbetreuung an.

Marina Rageth (links), Geschäftsleiterin der schulergänzenden Tagesstrukturen mit Schulpräsidentin Miriam Salvisberg am Standort in Buechen. Seit kurzem bietet die Gemeinde Thal in allen drei Dörfern Kinderbetreuung an.

Bild. Jolanda Riedener (24. September 2020)

Im Pavillon in Buechen werden seit Anfang August Kindergartenkinder und Primarschüler ausserhalb der Schulzeit betreut – es ist einer von drei Standorten in der Gemeinde Thal. Früher dienten die Räume den Quartierschulen oder als Ausweichmöglichkeit bei Engpässen. Auch die Spielgruppe ist hier untergebracht. Im Gruppenraum, wo die Kinder zu Mittag essen, wurde eine kleine Küche eingebaut.

Das Mittagstischangebot in Buechen sowie in der Kita in Thal besteht schon länger und wird jeweils rege genutzt. «Dabei haben wir häufig Anfragen von Eltern für eine schulergänzende Betreuung erhalten», sagt Marina Rageth, Geschäftsleiterin der schulergänzenden Tagesstrukturen.

Betreuung in den Schulferien ist gefragt

Bisher wurden die Kinder von den verschiedenen Schulhäusern mit dem Bus zum Mittagstisch gebracht. Mittlerweile bietet die Gemeinde in allen drei Dörfern Mittagstische und Betreuungsmöglichkeiten an. Das Essen liefern die Küchen des HPV Wiggenhof und des Pflegeheims Kruft.

Für die kommenden drei Jahre hat die Gemeinde 40 Betreuungsplätze bewilligt. Dem ist eine Bedürfnisevaluation vorangegangen. «Innerhalb eines Jahres haben wir das Angebot aufgebaut», sagt Thals Schulpräsidentin Miriam Salvisberg. Bei der Umsetzung sei insbesondere das Know-how von Marina Rageth hilfreich gewesen. Sie ist seit fünf Jahren Geschäftsleiterin der Kita Zwerglihuus Thal-Rheineck, wo sie Wartelisten für Schulkinder führen musste – so gross war die Nachfrage.

Jedes Dorf mit eigenem Mittagstisch und Betreuungsangebot

Am Standort Thal gibt es 20 Plätze für Schüler aus der Gemeinde und einige weitere für Kinder aus Rheineck, die erhalten bleiben, bis die Tagesstrukturen im Städtli ausgebaut werden. Zehn Mädchen und Buben können ausserdem am Standort Buechen in Staad untergebracht werden. In Altenrhein sind im alten Kindergarten weitere zehn Betreuungsplätze vorhanden. Miriam Salvisberg sagt:

«Heute sind wir froh, dass diese Räume nicht abgebrochen wurden.»

Man habe 65000 Franken in eine sanfte Renovation investiert:

Die Räumlichkeiten im alten Kindergarten Altenrhein wurden saniert und dienen nun der schulergänzenden Betreuung.

Die Räumlichkeiten im alten Kindergarten Altenrhein wurden saniert und dienen nun der schulergänzenden Betreuung.

Bild: PD/Marina Rageth

Von 7 bis 18Uhr ist die Kinderbetreuung somit gewährleistet – auch während den Ferien. Die Betreuung in den Schulferien sei ebenfalls sehr gefragt. Dann werde das Angebot allerdings an einem Standort gebündelt: Überall gibt es einen Spielplatz im Freien und in den Ferien können die Kinder sich auch den jeweiligen Turnhallen austoben.

Die Mädchen und Buben können wie hier am Standort Buechen auch draussen spielen, zeigen Marina Rageth (links) und Miriam Salvisberg

Die Mädchen und Buben können wie hier am Standort Buechen auch draussen spielen, zeigen Marina Rageth (links) und Miriam Salvisberg

Bild: Jolanda Riedener (24. September 2020)

Betreuung ist ein Standortfaktor

Die kleineren Kinder werden jeweils von den Betreuungspersonen zum und vom Kindergarten bis zum Mittagstisch begleitet und zurückgebracht. «Das Vertrauen ist uns wichtig, wir bieten ein Rundumangebot», sagt Salvisberg. Elf Mitarbeitende sind an allen drei Standort für das Angebot zuständig, hinzu kommen einige Assistentinnen und zwei Praktikantinnen. Die Schulpräsidentin sagt:

«Über alle Module liegt die Auslastung momentan bei etwas über 50 Prozent. Damit sind wir sehr zufrieden.»

Man gehe davon aus, dass sich die Anzahl im nächsten Semester weiter erhöhe. Das vermutet auch Marina Rageth, die das bereits während ihrer Tätigkeit in der Kindertagesstätte beobachtete. Weiter sei die ausserschulische Betreuung für die Gemeinde ein wichtiger Standortfaktor.