Die Molkerei-Füchse aus Rorschach: Dominik und Patrick Fuchs arbeiten im Familienbetrieb, den der Sohn Anfang Jahr übernommen hat

Dominik Fuchs ist seit kurzem neuer Geschäftsführer der Molkerei Fuchs. Er plant bereits einige Veränderungen.

Lisa Wickart
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Patrick Fuchs hat die Geschäftsführung der Molkerei an seinen Sohn Dominik Fuchs übergeben.

Patrick Fuchs hat die Geschäftsführung der Molkerei an seinen Sohn Dominik Fuchs übergeben.

Bild: Lisa Wickart

«Jetzt habe ich nach 25 Jahren zum ersten Mal wieder einen Chef», sagt Patrick Fuchs und lacht. Neben dem 63-Jährigen am Tisch im Sitzungszimmer sitzt Dominik Fuchs – nicht nur sein Sohn, sondern auch sein Nachfolger. Patrick Fuchs hat am 1. Januar dieses Jahres die Geschäftsführung der Molkerei Fuchs an den 30-Jährigen übergeben und ist nun dessen Stellvertreter. Beide seien sehr gespannt gewesen, wie es wohl sein werde zusammen zu arbeiten. Dominik Fuchs sagt mit einem Grinsen:

«Ich habe mir gedacht, dass es schon einmal knallen könnte.»

Vater und Sohn scheinen einen ähnlichen Sinn für Humor zu haben – eine der wenigen Gemeinsamkeiten der beiden. Dies sei aber genau einer der Gründe, warum sie so gut zusammen funktionieren: «Unsere Verschiedenheit bringt uns weiter», sagt der Sohn. Er habe viele Ideen und versuche neue Sachen umzusetzen und sein Vater habe die Erfahrung und wisse, was umsetzbar sei und was nicht. «Unser Austausch ist sehr konstruktiv», führt er fort.

Wie die Eltern

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieses bekannte Sprichwort meint, dass ein Kind Eigenschaften und Verhaltensweisen der Eltern übernimmt. In einer losen Serie porträtiert die «Tagblatt»-Redaktion Familien, in denen ein Kind dasselbe macht wie die Mutter oder der Vater – sei dies beruflich, politisch,
gesellschaftlich oder künstlerisch. (red)

Patrick Fuchs schätzt die Zusammenarbeit ähnlich ein: «Ich stehe ihm beratend zur Seite, aber wenn er es anders machen will, dann ist das nun seine Entscheidung», sagt er. Nicht mehr der Chef zu sein habe schon ein wenig Zeit zum Umdenken gebraucht: «Es gibt Situationen, in denen ich mir sagen muss, dass das nun nicht mehr meine Sache ist.» Neben seiner Position als Stellvertreter wird Patrick Fuchs Verwaltungsratspräsident bleiben. Bevor er alle Kunden an seinen Nachfolger übergibt, will er seine angefangenen Projekte noch zu Ende bringen. Danach soll es jedoch ein wenig ruhiger werden: «Nächstes Jahr kann ich mir vorstellen, auf ein Teilpensum zu reduzieren, aber wie es dann genau weitergeht, ist noch offen.»

Mehr Arbeit und weniger Zeit für die Familie

Dass sein Sohn 2020 die Geschäftsführung übernimmt, ist gemäss Patrick Fuchs seit bereits zwei Jahren klar. Er sagt:

«Als ich mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen habe, habe ich zuerst nach einer familieninternen Lösung gesucht.»

Von seinen drei Kindern sei sein ältester Sohn der einzige gewesen, der grosses Interesse gezeigt habe. Dominik Fuchs nahm sich dann eine Auszeit um den Entscheid zu überdenken und sich mit seiner Partnerin zu beraten: «Meine Frau wusste, dass ich dann weniger Zeit für die Familie haben werde, aber sie war einverstanden», sagt der 30-Jährige. So fasste der frischgebackene Vater einer Tochter den Entschluss sein Teilpensum im Bereich Marketing, Strategie und Produktentwicklung im Familienbetrieb auf ein Vollzeitpensum als Geschäftsführer zu erweitern.

Molkerei Fuchs soll nun moderner werden

Nicht nur auf die Familie, sondern auch auf das Unternehmen würden nun einige Veränderungen zukommen: «Ich möchte den Betrieb voranbringen, besonders was den Bereich Digitalisierung angeht», sagt Dominik Fuchs. Bereits als er während seines Wirtschaftsstudiums an der HSG in den Familienbetrieb eingestiegen ist, war dies sein Steckenpferd. Als externer Berater lancierte er unter anderem eine Facebookseite, verschiedene Werbeaktionen und eine neue Website. Nun soll die Modernisierung der Molkerei noch weiter gehen: «Es geht darum, alte Prozesse in die heutige Zeit zu bringen und das System zu digitalisieren.»

Vorläufig teilen sich Vater und Sohn das gleiche Büro. Das gehe bis jetzt gut, nur in einem seien sie sich noch uneinig – dem Musikprogramm: «Wenn ich Death Metal hören will, gefällt das meinem Vater gar nicht», sagt Dominik Fuchs. «Solange er Kopfhörer trägt, funktioniert das bestens», entgegnet Patrick Fuchs und lächelt.