Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Migros verlagert Transporte nach Gossau auf Schienen

Die Migros Ostschweiz setzt stärker auf Schienentransporte. Die Verkehrssituation in Gossau dürfte sich dadurch aber kaum verbessern. Trotzdem freut sich der VCS.
Marco Cappellari
Die Migros verfügt in Gossau über einen Bahnanschluss. (Bild: Ralph Ribi)

Die Migros verfügt in Gossau über einen Bahnanschluss. (Bild: Ralph Ribi)

Die Migros Ostschweiz baut den Anteil der Waren, die auf der Schiene transportiert werden, aus. Sämtliche Artikel vom nationalen Verteilbetrieb Neuendorf würden bereits seit Wochen ausschliesslich mit dem Zug in die Betriebszentrale Gossau transportiert, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. «Aus dem Verteilzentrum Suhr bezieht die Migros Ostschweiz Kolonialwaren. Auch da beträgt der Anteil an per Bahn transportierten Gütern etwa 70 Prozent», sagt Nico Canori, Mediensprecher bei der Migros Ostschweiz. Volketswil sei ein weiterer Standort, von wo aus die Zentrale Gossau beliefert werde – wiederum zu 100 Prozent per Bahn. Ausgenommen seien Produzenten des Programms «Aus der Region. Für die Region», welche die Betriebszentrale jeweils direkt belieferten.

3000 Lastwagenfahrten weniger

Durch die neuerliche Verlagerung von der Strasse auf die Schiene würden jährlich 3000 Lastwagen-Fahrten in die Ostschweiz vermieden. Das reduziert den Ausstoss von CO2 sowie weiteren Schadstoffen. Werden aber auch die Gossauer Strassen entlastet, die seit Längerem chronisch verstopft sind und immer wieder Politikum sind? Nico Canori relativiert: «Die Fahrtenzahl durch Gossau wird nur minim tangiert.» Zudem seien die Filialen bislang oftmals direkt von Neuendorf aus beliefert worden. Die Waren kämen nun über die Schiene in die Betriebszentrale Gossau, von wo aus die Feinverteilung in die Filialen weiterhin über die Strasse erfolge.

Auch Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt, kann keine konkreten Zahlen zu den Lastwagen-Fahrten durchs Zentrum nennen. «Aber jeder Lastwagen, der nicht mehr durchs Zentrum fährt, ist eine Entlastung», sagt Salzmann. Durch Grösse und Lärm würden Lastwagen besonders negativ auffallen und vergleichsweise mehr stören als Autos.

«Gossau hat einen hohen Lastwagen-Anteil»

«Gossau hat einen hohen Lastwagen-Anteil im Verkehr. Es freut mich also, wenn die Migros – und die übrigen ansässigen Grossverteiler – mehr über die Bahn transportieren», sagt Ruedi Blumer, Präsident des Verkehrsclubs Schweiz und Präsident der SP Gossau-Arnegg. «Angesichts der guten Anbindung Gossaus an den Schienenverkehr ist diese Entwicklung allerdings auch nötig und logisch», sagt er. Er würde sich aber erhoffen, dass auch bei der Feinverteilung in die Filialen mehr gemacht werde, um die Gossauer Strassen zu entlasten.

Nebst der Migros gibt es in Gossau noch weitere Grossverteiler und Lebensmittelproduzenten wie Coop, Spar, Jowa und die Ernst Sutter AG. Vor Jahren hatten diese sich auf freiwillige Sperrzeiten für Lastwagen-Fahrten durchs Zentrum geeinigt, etwa dann, wenn viele Schulkinder unterwegs sind. Dies sei ein guter Anfang, so Blumer. «Mein Wunsch wäre es aber, dass die Grossverteiler irgendwann sämtliche Lastwagen-Fahrten über den Anschluss Winkeln leiten und nicht mehr durch Gossau.» Momentan sehe er jedoch nicht, dass dies in naher Zukunft der Fall sein werde.

Ziel sei noch nicht erreicht

Er würde sich über jeden Lastwagen freuen, der über Winkeln gehe. «Die Gossauer Verkehrsprobleme sind ein Thema, mit dem wir uns seit Langem beschäftigen und auch weiterhin beschäftigen werden», sagt Ruedi Blumer. «Das Ziel ist noch nicht erreicht.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.