Erschliessung
Lebendige Dorfpolitik: Goldacher können sich zum Sondernutzungsplan Kirchenfeld und zum Bauprojekt Dorfbach äussern

Wichtige öffentliche Interessen sollen durch den Sondernutzungsplan umgesetzt werden. Die Gemeinde möchte die bessere Durchlässigkeit durch das Gebiet mit öffentlichen Fusswegen und einem zusätzlichen Zugang zum Schulhaus sichern. Ausserdem soll an der Neumühlestrasse die Parkplatzsituation verbessert werden.

Rudolf Hirtl
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Fussgänger werden an der Neumühlestrasse geschützt unter den Arkaden durchgeführt.

Fussgänger werden an der Neumühlestrasse geschützt unter den Arkaden durchgeführt.

Visualisierung: GKG

«Bei euch wird ja unglaublich viel gebaut», sagte kürzlich ein Heimweh-Rorschacher, der in der Region am See auf Besuch war. Ein Eindruck, der nicht täuscht, denn Baukräne gehören in der «Stadt an See» zum gewohnten Erscheinungsbild. Eine weitere, grössere Überbauung geht in Goldach in die nächste Phase. Das Baugebiet liegt zwischen dem Schulhaus Kirchenfeld im Norden und der Wuhrstrasse bzw. dem Ilgenweg im Süden. Im Osten grenzt es an die Neumühlestrasse. Seit mehreren Jahren entwickelt die Gemeinde zusammen mit den Grundeigentümern dieses Planungsgebiet an zentraler Lage in der Nähe zum Bahnhof.

Laut Gemeinderat werden öffentliche Interessen durch den Sondernutzungsplan gewahrt. Die Durchlässigkeit durch das Gebiet wird mit öffentlichen Fusswegen und einem zusätzlichen Zugang zum Schulhaus gesichert. Zudem erhalten Fussgänger unter den Arkaden ein neues, gegen die Strasse geschütztes Trottoir entlang der Neumühlestrasse.

Mitwirkung nicht nur aufgrund der Vorschriften

Die Sondernutzungspläne Kirchenfeld, zur Erschliessung des Baugebietes, und zum Dorfbach, Abschnitt Dorfplatzkreisel bis Käserei, unterstehen bis zum 14. April der öffentlichen Mitwirkung. Laut Gemeindepräsident Dominik Gemperli hat die Möglichkeit, die Bevölkerung miteinzubeziehen, mehrere Vorteile. «Das Mitwirkungsverfahren ist gesetzlich vorgeschrieben. Gemeinden, die darauf verzichten, unterliegen unter Umständen in einem späteren Rechtsmittelverfahren aufgrund fehlender Partizipationsmöglichkeiten. Ich möchte die konkrete Mitwirkung aber nicht nur auf den rechtlichen Aspekt beschränken. Es geht letztlich auch darum, ein Projekt der Bevölkerung vorzustellen. Im konkreten Fall rechne ich mit regen Rückmeldungen.»

Zwischen dem Dorfplatz und der Käserei wird der in Beton gefasste Dorfbach natürlicher gestaltet.

Zwischen dem Dorfplatz und der Käserei wird der in Beton gefasste Dorfbach natürlicher gestaltet.

Bild: Rudolf Hirtl

Einfallspforte aus Richtung Untereggen

Mit der Überbauung werden 22 Wohnungen an attraktiver Lage geschaffen. Entlang der vier Wohnhäuser an der Neumühlestrasse sind im Erdgeschoss Büro- oder Gewerbeflächen vorgesehen. «Das Projekt hat für Goldach eine strategische Bedeutung, da sich die geplante Überbauung an zentraler Lage, in unmittelbarer Umgebung zum Bahnhof und zum Bushof sowie zum Schulhaus Kirchenfeld befindet», sagt Dominik Gemperli. Es könne in einer gewissen Weise als Einfallspforte aus Richtung Untereggen oder vom oberen Dorfteil her interpretiert werden. Durch die Zentrumsnähe werde die Überbauung das Dorfbild im Kern prägen. Das Vorhandensein einer architektonischen Grundqualität sei damit Voraussetzung für das Bauprojekt.

Im Sondernutzungsplan werden auch spezielle Nutzungszuweisungen festgelegt. So sind beispielsweise gemäss Planungsbericht in den Erdgeschossen entlang der Neumühlestrasse keine reinen Wohnnutzungen zulässig. Und andererseits sind, falls der Bedarf ausgewiesen ist, das Erdgeschoss und ein halbes Obergeschoss in einem der sieben Gebäude für einen Kindergarten frei zu geben.

Auf den Erhalt von Frei- und Lebensraum achten

«Mir gefällt insbesondere die ‹Arkaden-Situation›, die in dieser Ausprägung wohl einzigartig ist. Es erlaubt eine sichere Fusswegverbindung», sagt der Gemeindepräsident. Auch sei es gelungen, die Grundstücke – die früher verschiedenen Grundeigentümern gehört hätten – mit einem einheitlichen Konzept zu überbauen und damit eine vorteilhafte Gesamtwirkung zu erzielen. Die fragmentierte Überbauung der Parzellen wäre qualitativ nachteilig geblieben. «Mir gefällt das geplante Projekt», sagt Gemperli und merkt an, dass der Gemeinderat bei der baulichen Entwicklung des Dorfes, die Qualität im Rahmen seiner Einflussmöglichkeiten immer im Auge behalten müsse.

«Die bauliche Entwicklung ist entscheidend für die Gesamtentwicklung einer Gemeinde. Dabei geht es nicht nur ums Bauen oder um die Qualität des Bauens, sondern auch um die Erhaltung von Frei- und Lebensraum. Das Gesamtpaket muss stimmen. Das müssen auch Investoren wissen. Wenn ich die Entwicklung des Zentrums mit seiner Neugestaltung betrachte, bin ich durchaus zufrieden mit dem Erreichten. Die Richtung stimmt.»

Neue Strasse erschliesst die Tiefgarage

Laut Planungsbericht wird die Überbauung Kirchenfeld via Untereggerstrasse und von dort über die Einfahrt zum Friedhofparkplatz erschlossen. Dazu muss die Parkplatzausfahrt ausgebaut und eine neue Erschliessungsstrasse, nämlich die neue Kirchenfeldstrasse, bis zur Tiefgarageneinfahrt der neuen Überbauung erstellt werden.

Neben den Sondernutzungsplänen werden auch die Strassenbauprojekte öffentlich aufgelegt. Sie beinhalten neben der neuen Zufahrtsstrasse auch das neue Trottoir und die sechs Längsparkfelder entlang der Neumühlestrasse. Parallel dazu sind Verbesserungen beim Fussgängerstreifen und beim Schularealzugang vorgesehen.

Interessierte können sich im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung per
E-Mail an info@goldach.ch oder mit einem Brief an die Gemeinderatskanzlei Goldach melden. Auf der Newsplattform der Gemeinde www.wellenbrecher-goldach.ch ist die Teilnahme noch einfacher.

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