Die Leuchten des Lampenateliers Wehrli aus Goldach gehen global

Ob in Berlin, in Rotterdam, in Japan oder in den USA – Das Wehrli Lampenatelier beleuchtet mit seinen Lampen nicht nur Innenräume in der Schweiz.

Sina Walser
Merken
Drucken
Teilen
Regula Kleinstein und ihre Tochter Mariella arbeiten seit bald vier Jahren zusammen als Familienunternehmen. Bild: Sina Walser

Regula Kleinstein und ihre Tochter Mariella arbeiten seit bald vier Jahren zusammen als Familienunternehmen. Bild: Sina Walser

An der Blumenstrasse in Goldach befindet sich seit 68 Jahren das Wehrli Lampenatelier. Das von aussen klein aussehende Lampengeschäft hat aber eine beachtliche Tiefe. Hinter dem Hauptgebäude des Ateliers befindet sich ein grosser Showroom, der verschiedene Lampenstile zeigt. Doch das Atelier hat nicht nur eine materielle Tiefe, sondern auch eine immaterielle. Das Lampenatelier war in den vergangenen Jahren unter anderem an Grossprojekten in Berlin oder in Japan beteiligt.

Das Wehrli Lampenatelier hat seine Anfänge 1948 in der Stadt St.Gallen und feierte 2017 bereits sein 70-jähriges Bestehen. Durch die grosse Nachfrage verschoben die Gründer Emmy und Karl Wehrli 1952 das Atelier nach Goldach, wo die Räumlichkeiten eine Vergrösserung des Geschäfts zuliessen. 20 Jahre später wurde das Geschäft erneut erweitert, und der heutige Showroom wurde gebaut. 1982 startete die Tochter Regula Kleinstein-Wehrli ihre Mitarbeit im Familienunternehmen. Sie erlernte die Lichtberatung und die Herstellung von Lampenschirmen von ihrer Mutter. Sechs Jahre später übernahm sie die Geschäftsleitung.

2016 entschied sich ihre Tochter Mariella Kleinstein nach mehreren Arbeitsjahren im kaufmännischen Bereich dazu, ins Familienunternehmen einzusteigen. Sie machte eine Ausbildung als Lichtplanerin und hat so neues Wissen in das Familienunternehmen gebracht.

Internationale Aufträge durch Kontakte

«Gegenüber früher ist nicht nur das Geschäft grösser geworden, sondern auch die Aufträge», sagt Mariella Kleinstein. Die 24-Jährige durfte zusammen mit ihrer Mutter einige Grossprojekte bei Hotels, Heimen, aber auch bei Privatpersonen planen und durchführen. Die Tochter sagt:

«Durch die langjährige Arbeit mit verschiedenen Architekten wurden Kontakte geknüpft, die durch Empfehlungen zu internationalen Aufträgen geführt haben.»

Beispielsweise fertigten sie für das Sat-1-Studio in Berlin Leuchten an, welche bei TV-Aufnahmen zum Einsatz kommen. Diese mussten vor Ort hergestellt werden, da ein Transport wegen der Grösse der Leuchten nicht möglich gewesen wäre. Im Hofpleintheater in Rotterdam hängen ebenfalls mehrere Lampenschirme des Familienunternehmens.

Doch auch über den Kontinent hinaus sind ihre Lampen zu finden. Für eine Ausstellung eines grossen Lampenherstellers in Japan fertigte das Atelier Lampenschirme mit Kirschblütenmotiv an. Auch in den USA ­hängen in einem Hotel des Architekten Philippe Starck ihre Leuchten an der Decke.

Das Konzept des Ateliers ist seit der Gründung ähnlich geblieben. Die Lampenschirme werden auch heute noch durch Handarbeit und nur mit Produkten aus Europa angefertigt. So können die Lampen individuell auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Neben Grosskunden beraten sie vor allem Privatpersonen im Showroom oder direkt vor Ort bei ihnen zu Hause.

«Individualität ist das Wort, das uns am besten beschreibt.»

Sagt Mariella Kleinstein auf die Frage, für was das Atelier heute stehe. Lampenateliers mit Eigenanfertigungen seien heute nur noch sehr selten zu finden. Trotzdem sei die Nachfrage noch sehr gross, sagt sie.

Licht als wichtigstes Element in einem Raum

«Licht ist für mich Wohngefühl», sagt Mariella Kleinstein. Jeder Mensch brauche Licht zum überleben. Man könne das Licht schon fast als eine Lebensader bezeichnen, sagt sie. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit würden viele nach Lichtinstallationen streben, um das fehlende Tageslicht zu kompensieren. Licht gehöre zu den wichtigsten Elementen in einem Raum. Denn durch Licht könne man unterschiedliche Stimmungen erzeugen und extrem viel aus einem Raum herausholen, sagt sie.

«Das richtige Licht kann beinahe in jedem Raum ein Wohlgefühl auslösen.»

Ab dem nächsten Jahr findet ein weiterer Generationenwechsel statt. Mariella Kleinstein wird die Geschäftsleitung von ihrer Mutter übernehmen. Regula Kleinstein-Wehrli wird sie im Atelier aber weiterhin als Mitarbeiterin unterstützen. Geplant sei ebenfalls eine Namensänderung in Wehrli Licht GmbH.