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Viele Wittenbacher finden die letzte Ruhe im trauten Heim

Auf den Friedhöfen Vogelherd und Ulrichsberg in Wittenbach werden auch in diesem Frühling Gräber geräumt. Platznot herrscht nicht: Jede vierte Urne nehmen Angehörige nach Hause.
Daniel Wirth
Im März werden über 50 Grabfelder und Urnennischen in Wittenbach geräumt. (Bild: Urs Bucher)

Im März werden über 50 Grabfelder und Urnennischen in Wittenbach geräumt. (Bild: Urs Bucher)

Über 50 Grabfelder und Urnennischen auf den Friedhöfen Vogelherd und Ulrichsberg in Wittenbach werden im März geräumt. Im Mitteilungsblatt «Gemeindepuls» werden die Angehörigen höflich gebeten, den allenfalls noch vorhandenen Grabschmuck bis Ende Februar zu räumen. Grabräumungen werden nicht nur in der 9500-Seelen-Gemeinde Wittenbach angekündigt und durchgeführt, sondern landauf, landab.

Geregelt wird diese Angelegenheit im Kanton St.Gallen mit dem Gesetz über die Friedhöfe und Bestattungen aus dem Jahr 1965. Darin heisst es: Die politischen Gemeinden haben dafür zu sorgen, dass genügend Bestattungsplätze vorhanden sind und dass die Friedhöfe den Anforderungen der öffentlichen Gesundheit und der Schicklichkeit genügen. Geregelt ist darin auch die Grabesruhe; bei Erdgräbern dauert sie 20 Jahre, bei Urnengräbern zehn.

Zu Gesetz und Verordnung des Kantons erlassen die Gemeinden Vorschriften. Sie sehen nicht überall gleich aus. In Wittenbach beispielsweise gilt bei Urnengräbern eine Grabesruhe von 15 Jahren, wie Sidi Eberhard, Leiter des Bestattungsamts, sagt.

Nur 9 von 99 Verstorbenen liegen im Erdgrab

In Wittenbach werden gemäss Eberhard jeden Frühling Gräber und Urnennischen geräumt. In anderen Gemeinden wird zugewartet, bis eine ganze Grabreihe oder mehrere miteinander geräumt werden können. Das halten die Gemeinden in der Region St.Gallen unterschiedlich. Auf den Friedhöfen Vogelherd und Ulrichsberg in Wittenbach herrscht keine Platznot. Ganz im Gegenteil. Die Grabräumungen im Jahresrhythmus stehen in Wittenbach gemäss Eberhard in Zusammenhang mit der Tatsache, dass viele Gräber von Gärtnereien gepflegt werden und das auf der Basis eines Vertrages mit 20 oder 15 Jahren Laufzeit.

Im vergangenen Jahr wurden in Wittenbach 99 Verstorbene bestattet oder deren Asche beigesetzt. Das geht aus der Statistik hervor, die vom Bestattungsamt im Internet veröffentlicht wird. Lediglich 9 von 99 Verstorbenen, also gerade einmal zehn Prozent, fanden ihre letzte Ruhe in einem Erdgrab, alle anderen Verstorbenen wurden kremiert. Ihre Asche wurde in einer Urnenwand, in einem Urnengrab, in einem bestehenden Erdgrab oder im Gemeinschaftsgrab mit oder ohne Namenseintrag beigesetzt.

Allein schon die Tatsache, dass es immer weniger Erdbestattungen gibt, lindert die Platznot auf den Friedhöfen in der Region. Doch in der Wittenbacher Statistik fällt noch etwas anderes auf: 25 Urnen wurden von den Familienangehörigen mit der Asche der Verstorbenen mit heimgenommen.

Im Garten beigesetzt oder im Wohnzimmer aufgestellt

Sidi Eberhard, der seit rund vier Jahrzehnten auf der Gemeindeverwaltung in Wittenbach und davon einen grossen Teil beim Bestattungsamt arbeitet, erklärt, das kantonale Gesetz lasse es zu, dass die Gemeinden auf Wunsch der Trauerfamilie die Asche ihrer verstorbenen Angehörigen überlassen dürfen. Er weiss aus Erfahrung: Viele Urnen würden im Garten eines Hauses beigesetzt, im Wohnzimmer aufgestellt, oder die Asche wird an einem Lieblingsplatz des Verstorbenen verstreut.

Das gelte auch für Urnen, die während zehn Jahren in einer Urnennische waren, die geräumt wird. Auf Wunsch werden auch diese Urnen den Angehörigen der Verstorbenen überlassen – für die letzte Ruhe im trauten Heim.

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