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Neuer St.Galler Marktplatz: Die Leere trügt – so frei wird der Platz in Zukunft nicht aussehen

Die Visualisierungen des künftigen Marktplatzes in St.Gallen zeigen viel Freiraum. Dabei ist schon jetzt klar, dass der Platz so leer nicht bleiben kann. Es fehlen beispielsweise Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang, Abfallkübel und Verkehrsschilder.
Roger Berhalter
Visualisierung des künftigen Marktplatzes und Bohls aus dem Siegerprojekt «Vadian». (Bild: PD)

Visualisierung des künftigen Marktplatzes und Bohls aus dem Siegerprojekt «Vadian». (Bild: PD)

Es geht vorwärts auf dem Marktplatz. Der Ideenwettbewerb zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl ist abgeschlossen, ein Siegerprojekt liegt damit vor, und derzeit berechnet die Stadtverwaltung, wie teuer der neue Platz zu stehen kommt. Über diesen Rahmenkredit werden danach Stadtrat, Stadtparlament und schliesslich die Stimmberechtigten entscheiden.

Die Visualisierungen des Siegerprojekts «Vadian» zeigen einen grosszügigen Platz mit vielen freien Flächen. Diese Leere ist laut Wettbewerbsjury auch die Stärke des Entwurfs: Die heutige Marktrondelle kommt weg, dadurch wird die Marktgasse frei und «bietet Raum für den Aufenthalt, vielfältigste Marktszenarien sowie unterschiedlichste Veranstaltungen», wie es im Bericht der Jury heisst. Ein freier Platz ist vielseitig bespielbar.

Billettautomaten und Absperrpfosten

Doch die Leere trügt. Denn so frei wie auf den Visualisierungen werden Marktplatz und Bohl in Zukunft nicht aussehen. Auf den Plänen fehlt nämlich noch das, was Stadtplaner Florian Kessler als «Ausstattung des öffentlichen Raums» bezeichnet: Sitzgelegenheiten, Veloständer, Billettautomaten und Info-Anzeigen des öffentlichen Verkehrs, Abfallkübel, Verkehrsschilder und Signale, Wasser- und Stromanschlüsse für Veranstaltungen, allenfalls Plakatstelen sowie Sicherheitselemente wie im Boden versenkbare Absperrpfosten. All das ist laut Kessler nötig, damit ein öffentlicher Raum wie der Marktplatz seine Funktion erfüllen kann. «In einem Ideenwettbewerb geht es nicht darum, solche Elemente bis ins Detail auszuarbeiten. Die konkrete Ausgestaltung ist Bestandteil des Bauprojekts, das nach dem Entscheid über den Rahmenkredit im Jahr 2020 erarbeitet wird», sagt Kessler. Im Rahmenkredit werde ein Betrag für die Ausstattung des öffentlichen Raums eingeplant.

Was in den Plänen hingegen schon jetzt gezeichnet ist, sind die Gartenbeizen der Cafés und Restaurants an Marktplatz und Bohl. Dies hat insbesondere bei den städtischen Grünen und Jungen Grünen Befürchtungen ausgelöst: Haben die Planer vor lauter kommerziellen Sitzgelegenheiten etwa jene ohne Konsumzwang vergessen? Jene Bänkli im öffentlichen Raum also, auf die man sich setzen kann, auch wenn man kein zahlender Kunde ist? Im letzten Marktplatz-Forum im Januar wurde ebenfalls mehrfach nach diesen fehlenden Bänkli gefragt.

«Selbstverständlich braucht es noch Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang», sagt Florian Kessler. Auch diese würden im Rahmen des Bauprojekts noch konkret werden. Dass die Tische und Stühle der Gartenbeizen in den heutigen Plänen schon eingezeichnet sind, zeige in erster Linie auf, dass es eine Interaktion gebe zwischen den Erdgeschoss-Nutzungen am Platz und dem Platz selber: «Die Cafés sollen den Platz bespielen, das ist ebenfalls ein wichtiges Element zur Belebung.»

Standort des Brunnens noch unklar

Ein weiteres Element zur Belebung ist der geplante Brunnen. Die Planer des Siegerprojekts «Vadian» möchten ihn eigentlich an die nordwestliche Ecke des Marktplatzes stellen, nahe beim Blumenmarkt. Die Wettbewerbsjury aber empfiehlt, den Standort zu überdenken und den Brunnen stattdessen östlich des Marktplatzes zu platzieren, näher am Bohl.

Ein Blick auf die anderen Entwürfe aus dem Ideenwettbewerbs zeigt: Einige Planerteams haben einen anderen Weg gewählt und sehr wohl nicht-kommerzielle Sitzgelegenheiten eingezeichnet. In Form von klassischen Bänkli oder ausgedehnten Sitzlandschaften. Auch das liessen die Vorgaben im Wettbewerb zu, die zum Thema Bänkli nur diese Auflage machten: «Der Platz soll mittels geeigneten Mobiliars zum Verweilen einladen.»

www.marktplatz.stadt.sg.ch

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