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Abtwiler Schulheim baut Flosse: Die «Langhalde» sticht in See

Das Schulheim Langhalde hat eine besondere Woche hinter sich. Die Schülerinnen und Schüler reisten täglich von Abtwil an den Bodensee, um Flosse zu bauen. Entstanden ist auch ein schwimmendes Fussballfeld.
Johannes Wey
Auf Testfahrt: Getragen wird das Floss im Wesentlichen von leeren PET-Flaschen.(Bild: Urs Bucher)

Auf Testfahrt: Getragen wird das Floss im Wesentlichen von leeren PET-Flaschen.
(Bild: Urs Bucher)

Eigentlich hatten sie penibel aufs Gewicht geachtet. Nun stehen rund zehn Schüler, Lehrer und Erzieher des Evangelischen Schulheims Langhalde ächzend um ein Floss, das spielerisch leicht aussieht: Auf dem Deck sind Campingstühle montiert, darunter sorgt ein Keil aus mehreren Hundert leeren PET-Flaschen für Auftrieb. Daneben sind zwei Kajaks montiert. «Wir mussten improvisieren», sagt Urs Rentsch, der den Bau des Flosses mit dem Motto «Flosswatch» leitet. «Eigentlich wollten wir einen Trimaran mit zwei seitlichen Rümpfen aus Schilf bauen. Die Zeit wurde aber zu knapp.»

Bei der Wasserung zeigt sich dann, dass es mit der Leichtigkeit nicht weit her ist. Doch mit vereinten Kräften gleitet das Floss ins Wasser und siehe da: Es schwimmt. Fast zu gut sogar, die Petflaschen heben das Deck ein schönes Stück über den Wasserspiegel. Gut, dass zur Dekoration der «Flosswatch» noch 100 Kilogramm Sand bereitliegen.

Flossbauer, Festplaner und Köche

Die Zeit für das Projekt der Abtwiler «Langhalde» ist tatsächlich knapp bemessen. Während einer Woche reisen die rund 30 Schülerinnen und Schüler jeweils morgens ins heimeigene Lagerhaus in Frasnacht um zu schrauben, zu kleben und zu malen. Entstanden sind nebst der «Flosswatch» zwei weitere Gefährte. Eines besteht aus drei miteinander verbundenen Modulen, die von Kanistern über Wasser gehalten werden. Und auf einigen leeren Fässern schwimmt sogar ein Mini-Fussballfeld mit Kunstrasen, Linien und Toren im Bodensee.

Die Arbeiten enden am Donnerstag, gerade rechtzeitig für das Fest, das während der Projektwoche von einer weiteren Schülergruppe vorbereitet wurde. Auch für die Verpflegung sorgt eine Schülergruppe, die Pressegruppe dokumentiert die Projektwoche derweil mit einer Schülerzeitung und einem Blog.

«Lösungen, keine Schuldigen suchen»

«Die Schüler lernen hier die Zusammenarbeit im Team und den Umgang mit unerwarteten Problemen; dass man nicht einen Schuldigen, sondern Lösungen sucht», sagt Klassenlehrer Manuel Häberli, der die Pressegruppe leitet. Die Schüler seien viel motivierter, wenn sie eine Aufgabe ganz nach ihren Interessen verfolgen könnten.

Schulleiter Ivo Lüdtke befestigt gerade ein Tor am Fussball-Floss. «Es ist toll zu sehen, wie die Gefährte langsam Form annehmen», sagt er. Die Stimmung sei wirklich gut im Lager, auch Streit unter den Teilnehmern habe es kaum gegeben. «Und alle konnten wählen, wo sie mitarbeiten wollen.»

Die Schüler sind jedenfalls begeistert. «Ich habe mich jeden Morgen gefreut, am Floss weiterzubauen. Es ist spannend zu sehen, wie weit man kommt in einer Woche», sagt der 13-jährige Nico. Die 14-jährige Lea ist das einzige Mädchen, dass bei einer der Flossbau-Gruppen mitmachen wollte. «Das ist aber nicht schlimm, ich bin auch in meiner Wohngruppe unter Buben.» Sie sei eine richtige Wasserratte, deshalb gefalle ihr die Arbeit am Seeufer besonders gut. «Und hier konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig an etwas herumschrauben.»

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