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Junge St. Galler Künstler zeigen am Ostschweizer Kunstfestival ihre Werke

Am Wochenende findet im Flon erstmals ein Ostschweizer Kunstfestival statt. Junge St. Galler Künstler kehren dafür in ihre Heimat zurück und zeigen ihre Werke.
Luca Ghiselli
Die Organisatoren Claudia Bühler und Raphael Reichert beim Einrichten im Flon. (Bild: Benjamin Manser)

Die Organisatoren Claudia Bühler und Raphael Reichert beim Einrichten im Flon. (Bild: Benjamin Manser)

Für junge Künstlerinnen und Künstler gibt es leichtere Pflaster als St. Gallen. Das liegt nicht unbedingt am fehlenden Angebot: Mit Kunstkiosk, Jungkult-Festival und anderen Projekten fehlt es nicht etwa an Initiativen, sondern an Kontinuität. An Ateliers und Werkräumen mangelt es in vielen Fällen, an Ausbildungsmöglichkeiten genauso. So treibt es die lokalen Kunstschaffenden vor allem in jungen Jahren oft weg von St. Gallen weg.

Dazu gehören auch die Fotografin Claudia Bühler, die derzeit zwischen Berlin und ihrer St. Galler Heimat pendelt, sowie Raphael Reichert, der ab September in Basel am «Hyperwerk» Prozessgestaltung studiert. Gemeinsam haben sie das erste Ostschweizer Kunstfestival ins Leben gerufen. Es findet von übermorgen Freitag bis Sonntag im Jugendkulturraum Flon statt. An der ersten Ausgabe stellen sechs Kunstschaffende aus der Region aus. Die meisten sind fürs Studium weggezogen und lassen sich und ihre Arbeiten nun wieder einmal in St. Gallen blicken. Von Video-Installationen bis hin zu fragmentierten Malerei-Mobiles gibt es eine grosse Bandbreite an bildender Kunst zu sehen.

«Es fehlt an Möglichkeiten zur Präsentation»

«In der Stadt fehlte bis jetzt ein Format, das sich auf die bildende, freie Kunst beschränkt und spezialisiert», sagt Organisatorin Claudia Bühler. Die Möglichkeiten, seine eigene Arbeiten als junger Kunstschaffender präsentieren zu können, seien überschaubar. Mit dem Jungkult oder dem Kunstkiosk habe man vor allem eine Plattform für junge Künstlerinnen und Künstler um die 20 geschaffen, die noch am Anfang ihrer künstlerischen Praxis stehen. Am anderen Ende des Spektrums stehen hingegen Galerien und das Kunstmuseum, welche meist nur den Arrivierten Raum geben.

Dazwischen will sich das Kunstfestival positionieren. «Wir verlangen ein gewisses Niveau und kuratieren selbst», sagt Bühler. In Städten wie Basel oder Zürich gebe es bereits ähnliche Initiativen – trotzdem ist das Kunstfestival von kommendem Wochenende für die Organisatoren in vielerlei Hinsicht Neuland. «Es ist für uns die erste Gruppenausstellung in diesem Ausmass», sagt Raphael Reichert. Deshalb gehe es auch darum, gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern verschiedene Präsentationsmöglichkeiten und Kombinationen auszuprobieren. «Wir lernen dazu, und das macht es spannend.» Am ersten Kunstfestival sind Arbeiten von Selina Buess, Claudia Bühler, Bill Bühler, Fabian Gemperle, Flavio Hodel und Cheyenne Oswald zu sehen. Dass die Wahl auf drei Frauen und drei Männer fiel, ist kein Zufall. «Wir haben auf die Gleichberechtigung geachtet», sagt Claudia Bühler. Immer wieder habe sie nämlich festgestellt, dass vor allem bei jungen Kunstschaffenden Frauen untervertreten seien. «Es war dann auch gar nicht so einfach, junge Frauen aus der Ostschweiz zu finden, die freie Kunst machen.»

Das Festival soll zum Netzwerk werden

Das erste Ostschweizer Kunstfestival will aber nicht nur für die lokale Szene eine Plattform zum Austausch bieten, sondern auch nicht-kunstaffine Junge anziehen. So spielen auch DJs (siehe Zweittext). «Davon erhoffen wir uns natürlich schon, dass auch jene auf den Geschmack kommen, die unter anderen Umständen nicht unbedingt eine Ausstellung besuchen würden», sagt Raphael Reichert.

Die erste Ausgabe des Ostschweizer Kunstfestivals soll aber erst der Anfang sein: Die Organisatoren denken bereits weiter. Sie sehen das kommende Wochenende als Pilotveranstaltung – danach soll es erst richtig losgehen. Geplant ist für weitere Ausgaben zum Beispiel ein sogenannter «Open Call», in dessen Rahmen sich Künstlerinnen und Künstler in einem offenen Wettbewerb um Ausstellungsplätze bewerben können. Zudem soll die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen intensiviert werden. Das Festival soll zum Netzwerk werden – nicht nur einmal im Jahr.

DJs und Diskussionen auf dem Programm

Übermorgen Freitag, 19 Uhr, startet das Ostschweizer Kunstfestival mit einer Vernissage. Und zwar unabhängig davon, ob das St. Galler Kinderfest an jenem Tag stattfindet oder nicht. Ab 22 Uhr tritt das St. Galler Elektro-Duo Törs auf. Am Samstag ist die Ausstellung von 12 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts geöffnet, und auch an diesem Abend gibt es ein musikalisches Rahmenprogramm: Um 21 Uhr spielt DJ Pa-Tee, um 23 Uhr das DJ-Duo Mojo. Am Sonntag ist die Ausstellung von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr findet eine Diskussion unter dem Titel «Perspektiven der jungen Kunst- und Kulturszene» statt. Dabei handelt es sich laut den Veranstaltern nicht um eine Podiumsdiskussion – jede und jeder ist willkommen, mitzudiskutieren. (ghi)

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