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Die singenden Könige waren in Häggenschwil unterwegs

Die Sternsinger bringen den Häusern der Region derzeit den Segen. In Häggenschwil sammelten die Kinder Geld für ein Hilfsprojekt in Tansania.
Katharina Schatton
Viele Leute sind gut vorbereitet, wenn die Sternsinger vorbei kommen. (Bild: Bilder: Urs Bucher)
Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus.
2 Bilder

Die Könige sind unterwegs

Im Mesmerhaus in Häggenschwil herrscht hektisches Treiben. Unter munterem Geplapper verwandeln sich die Schulkinder in die drei Weisen aus dem Morgenland. Jemand malt einem der kleinen Könige gerade das Gesicht schwarz an. Die übrigen Sternsingen ziehen sich bunte, mit Glitzer oder aufgenähten Mustern verzierte Gewänder an.

Eine Gruppe übt in den letzten Minuten vor dem Aufbruch ein Lied. Dann legen die Kinder fest, wer später an der Haustür die Leute zum Spenden aufrufen soll. «Wir würden uns über Ihre Spende an die Kinder in Tansania sehr freuen – gut so?», fragt ein Mädchen in die Runde. «Wir würden uns über Ihre grosszügige Spende sehr freuen», ergänzt Alexander Burkart und lacht.

Der Häggenschwiler Gemeindeseelsorger hat bei den Vorbereitungen der Sternsinger die Fäden in der Hand und begleitet am Nachmittag auch selber eine Gruppe, die den Häggenschwilern den Segen des neuen Jahres bringen soll. Insgesamt sind es 31 Kinder der 4. bis 6. Klasse, aufgeteilt in acht Gruppen. Sie gehen in verschiedenen Quartieren von Haus zu Haus.

Als warte das ganze Dorf darauf

Von jeder Gruppe wird draussen noch ein Foto geschossen, dann machen sich die Kinder auf den Weg. Es ist ein kalter, aber sonniger Mittwochnachmittag, der erste nach den Weihnachtsferien. «Sie ist Caspar, sie Melchior und sie Balthasar», sagt ein Mädchen und zeigt auf die anderen Gruppenmitglieder. «Und ich bin die Sternträgerin.»

Drei von den Kindern sind dieses Jahr schon zum zweiten Mal dabei, ein Mädchen macht zum ersten Mal mit. «Vor Weihnachten hatten wir eine Kleideranprobe, wo wir auch festgelegt haben, wer welchen König spielt», sagt sie. Dann öffnet eine junge Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm die Tür. Schon fängt die Sternsingergruppe an zu singen: «Das isch de Stärn vo Bethlehem ...»

Nach kurzem Applaus folgt ein Reim, den Kaspar, Melchior und Balthasar abwechselnd vortragen. An den Stellen, an denen ihre Namen im Text vorkommen, verbeugen sich die Könige der Reihe nach. Zum Schluss werden die Spenden eingesammelt und das Haus gesegnet. Die Kinder schreiben jeweils mit Kreide Segensspruch an die Tür. Die Buchstaben C, M und B stehen für Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus). Wer keine Kreide an der Türe will, erhält den Segen per Aufleber.

Für Wasserversorgung in Tansania gesammelt

Fast auswendig schaffen die vier ihre Auftritte. Für Notfälle klebt allerdings noch ein Spickzettel mit dem Ablauf auf der Rückseite des Holzsterns. Es scheint, als warte das ganze Dorf auf die Gruppe, die mit ihren wehenden Gewändern und dem erhobenen, golden besprühten Stern durch die Strassen zieht: Wenn die Gruppe in einem Mehrfamilienhaus bei der obersten Wohnung klingelt, gehen manchmal in den tieferen Stockwerken schon die Türen auf. Oft haben die Leute sowohl grosszügige Spenden als auch kleine Extras für die fleissigen Sternsinger selber vorbereitet. Süssigkeiten und Trinkgeld sammeln diese in der Tragtasche, wo sie auch Kreide und Kleber aufbewahren, um alles nach ihrer Tour untereinander aufzuteilen.

Die Sternsinger in Häggenschwil sammeln seit 2003 für das Hilfsprojekt der Schweizer Ordensschwestern Daar el Salam in Tansania. Zu Anfang stand der Aufbau eines Kinderheims im Zentrum, dann der eines Spitals. Dieses Jahr geht es vor allem darum, Geld für dessen Wasserversorgung aufzubringen.

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