Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Die Jungfreisinnigen haben sich im Ton vergriffen

Der Stadtrat sei ein Gebührenparasit und zocke die Ladenbesitzer unnötig ab. Das kritisieren die Jungfreisinnigen St.Gallen-Gossau. Wie sie das tun, ist unangebracht, schreibt Stadtredaktionsleiter Daniel Wirth in seinem Kommentar.
Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion. (Bild: Ralph Ribi)

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion. (Bild: Ralph Ribi)

Damit sie Gehör finden, dürfen Jungparteien durchaus laut und frech sein. Mit ihrem Ladensterben-Communiqué haben sich die Jungfreisinnigen aber im Ton vergriffen. Sie fühlten mit Kurzinterviews den Puls der Detaillisten in der St. Galler Innenstadt.

Auf Nachfrage beim Leiter Kommunikation der Jungfreisinnigen St. Gallen-Gossau stellte sich gestern heraus: Sie führten circa ein halbes Dutzend Gespräche; einige dieser Unterhaltungen dauerten knapp zehn Minuten. Das ist alles andere als eine repräsentative Umfrage. Denn Hand aufs Herz: Es gibt in der Stadt St. Gallen niemanden, der nicht mindestens einen frustrierten Ladenbesitzer kennt.

Nach den Stichproben beim Detailhandel führten die Jungfreisinnigen einen Runden Tisch durch, um die Ergebnisse ihrer Befragung zu analysieren, immerhin seien «diverse Problematiken» dabei herausgekommen. Das Interesse am Runden Tisch seitens der Detailhändler war unterirdisch: Am vorgezogenen Leichenmahl für die vielen leer stehenden Läden nahmen drei (!) Personen teil – notabene nicht ein einziger Ladenbesitzer, sondern ausschliesslich Jungfreisinnige, wie der Leiter Kommunikation gestern ziemlich enttäuscht eingestanden hat.

Ein halbes Dutzend kurzer Interviews, ein freisinnig-familiärer Round-Table und ein vom Leiter Kommunikation grossspurig angekündigtes «Follow-up» – das ist nun wirklich keine Basis, um medial herumzuposaunen, die Stadtverwaltung verhalte sich wie ein Gebührenparasit und trage die Schuld am Elend der Detailhändler und am Ladensterben. Um ernst genommen zu werden, müssen die Jungfreisinnigen in Zukunft differenzierter vorgehen.

Wer in der Politik ernst genommen werden will, muss mit Fakten argumentieren. Mit Fakten, die fundiert gesammelt und eingeordnet werden. Die Lautstärke und die Tonalität unangebrachter Beschimpfung der Behörden kaschiert Unwissen nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.