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Ostschweizer Ingenieure ermöglichen visionäre Holzbauten

Die SJB Kempter Fitze AG, die auch in Gossau ihre Wurzeln hat, spielt bei der Realisierung komplizierter Holzbauprojekte eine zentrale Rolle – nicht im Rampenlicht, sondern im Hintergrund.
Herbert Bosshart
Geschäftsleitungsmitglied Christoph Meier (2. von links) mit Plänen für eine Erweiterung des Centre Pompidou in Metz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Geschäftsleitungsmitglied Christoph Meier (2. von links) mit Plänen für eine Erweiterung des Centre Pompidou in Metz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Holzbau erobert die Welt zurück. Neue Technologien erlauben beim Bauen mit dem Werkstoff Holz ganz neue Formen. Die Architekturzeitschriften sind voll mit eindrücklichen Beispielen. Im Holzbau spielt Gossau auch international eine wichtige Rolle. Regelmässig erregen Holzbauten der Blumer-Lehmann Gruppe in aller Welt aufsehen.

Weniger bekannt ist, dass eine zweite Gossauer Firma ebenfalls am Siegeszug des Werkstoffs Holz beteiligt ist: Die Ingenieurbüro SJB Kempter Fitze AG.

Stararchitekten werden aufmerksam

Die internationale Karriere der Firma SJB Kempter Fitze AG begann 2005. Der damals noch wenig bekannte, heutige Stararchitekt Shigeru Ban fand für den Neubau des Centre Pompidou in Metz lange keinen passenden Subkontraktor. Zum Zug kam dann unter anderen die SJB Kempter Fitze AG.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Japaner und den Ostschweizern setzt sich bis heute fort. Hinzugekommen sind weitere internationale Architekturbüros wie Helen & Hard Norwegen oder Forster + Partner London. Mit ihnen wurden zahlreiche einzigartige Projekte rund um den Globus realisiert. In der Schweiz stechen etwa der «Wurm» am Swatch-Hauptsitz in Biel, der Tamedia-Neubau in Zürich, das kugelförmige Palais de l‘Equilibre an der Expo 02 oder der Kulm-Pavillon in St. Moritz heraus. Doch auch an der verdeckten Dachkonstruktion des Gossauer Fürstenlandsaales haben die Ingenieure mitgewirkt.

Von Gossau und Herisau ausgebreitet

Die SJB Kempter Fitze AG ist 2002 aus der Fusion des Herisauer Ingenieurbüros SJB (Steiner-Jucker-Blumer) und des Gossauer Ingenieurbüros Kempter-Fitze entstanden. Zu den zwei Niederlassungen in Herisau und Gossau sind sechs weitere in St. Gallen, Frauenfeld, Degersheim, Eschenbach, Amriswil und Wil dazugekommen.

An den acht Standorten sind in den Bereichen Holzbau, Tiefbau, Massivbau und Brandschutz insgesamt 90 Personen beschäftigt, darunter rund 50 Ingenieure. Zusammen erbringen sie pro Jahr Ingenieurleistungen für Bauten im Gesamtwert von rund einer Milliarde Franken.

Der Bereich Holzbau ist mit den 20 Holzbauingenieuren hauptsächlich vom Büro Eschenbach aus tätig und trägt rund einen Drittel des Umsatzes zum Gesamtergebnis bei. Als «graue Eminenz» und Ideengeber ist der Herisauer Holzbaupionier Hermann Blumer noch aktiv dabei. Mit seinem 1983 patentierten «Blumer-System-Binder» BSB hat er dem damals im Dornröschenschlaf liegenden Holzbau wieder auf die Beine geholfen. BSB macht Spannweiten von bis zu 100 Metern und die Anbindung von Holzkonstruktionen an alle anderen Baustoffe möglich und wird weltweit eingesetzt.

Holzbauinnovationen kommen aus der Ostschweiz

Ingenieur und Geschäftsleitungsmitglied Christoph Meier erklärt den Trend zu Holzbauten: «Holz ist ein faszinierender Werkstoff. Dank den in den letzten Jahren entwickelten, neuen Planungs- und Fertigungstechnologien haben sich dem Holzbau ganz neue Dimensionen erschlossen.»

In der Ostschweiz habe sich ein eigentlicher Innovationscluster gebildet. Meier sagt:

«Rund um den Säntis häufen sich die Planer, Maschinenhersteller und Bauunternehmen, die mit Holz arbeiten. Das Zusammenspiel dieser Firmen macht die Ostschweiz zu einem Mekka des Holzbaus.»

Die Realisierung anspruchsvoller Holzbauten sei nur im Zusammenspiel von Architekt, Ingenieur und Holzbauer möglich. Der Architekt bringe die Idee, der Ingenieur prüfe die Umsetzung und der Holzbauer sei für die Produktion der Bauteile und die Montage verantwortlich, sagt Urs Kempter, Mitinhaber, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter der Niederlassung Gossau. Die einzelnen Aufgaben würden aber nicht isoliert erledigt.

«Ohne einen laufenden Austausch zwischen Architekt, Ingenieur und Holzbauer kann ein Grossprojekt nicht abgewickelt werden.»

Und nicht ohne Stolz schliesst Kempter: «Der Ingenieur hat dabei oft eine Vermittlerrolle. Nur er weiss, was alles mit dem Werkstoff Holz gebaut werden kann.»

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