Die Heilkunst liegt in der Familie Fehr: Tochter übernimmt St.Galler Klosterdrogerie vom Vater

Stefan Fehr hat die Klosterdrogerie 1987 übernommen. Heute führt Tochter Alexandra Gantenbein das Geschäft.

Christoph Renn
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Vater Stefan Fehr mit Tochter und Geschäftsführerin Alexandra Gantenbein.

Vater Stefan Fehr mit Tochter und Geschäftsführerin Alexandra Gantenbein.

Bild: Benjamin Manser

Die Klosterdrogerie am Gallusplatz verbindet Tradition mit Moderne. Dies zeigt sich sowohl in dem Angebot als auch bei dem Personal. So gibt es über 80 verschiedene Hausspezialitäten wie spagyrische Kombinationen, Salben und Kräutermischungen. In den Regalen stehen aber auch Vitamine, Mineralstoffe und andere Medikamente. An der Spitze des Geschäftes auf dem Damm 17 steht seit 32 Jahren Inhaber Stefan Fehr. Doch er hat im Jahr 2012 Unterstützung bekommen. Die heute 29-jährige Alexandra Gantenbein-Fehr stieg damals als Angestellte ein und führt heute das Geschäft ihres Vaters.

Dass Alexandra dereinst in die Fussstapfen ihres Vaters treten würde, zeichnete sich schon früh ab.

«Ich war schon als Kind oft im Geschäft und habe im Keller mit meinen Freundinnen ‹Verkäuferlis› gespielt.»

Zwar habe sie bei der Wahl der Lehre noch mit dem Gedanken gespielt, die Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin zu absolvieren. Am Ende trat sie 2008 dann aber ihre Lehrstelle bei der Neudorf-Drogerie in Gossau an. «Seither war mir klar, dass ich nach der Ausbildung in der Klosterdrogerie einsteigen werde.»

Eine Weiterbildung in Neuenburg

Seit dem Abschluss ihrer vierjährigen Lehre zur Drogistin arbeitet sie nun in der Klosterdrogerie. Nach zwei Jahren als Angestellte ihres Vaters besuchte sie die höhere Fachschule für Drogistinnen und Drogisten in Neuenburg und bildete sich zur diplomierten Drogistin HF weiter. Genau so, wie es Vater Stefan Fehr über 30 Jahre zuvor gemacht hat. Er bildete sich 2005 zusätzlich noch zum diplomierten st.gallischen Naturheilpraktiker weiter und führt neben der Drogerie eine Praxis im selben Gebäude.

Für Stefan Fehr war die Freude gross, als sich Alexandra dazu entschieden hat, das Familienunternehmen weiterzuführen.

«Ich und meine Frau Noëlle haben sie jedoch nie zu einem beruflichen Werdegang gezwungen.»

Ihm sei es immer wichtig gewesen, dass sie sich aus eigenen Beweggründen für diesen Beruf entscheide. «Umso schöner ist es, dass ich heute mit meiner Tochter arbeiten darf.»

Viel Zeit in Kundenkontakt investieren

In der Klosterdrogerie, die seit 1953 auf Platz ist, arbeiten zwei Angestellte und zwei Lehrtöchter. «Wir brauchen genügend Angestellte, damit wir viel Zeit für Kundengespräche haben», sagen Alexandra Gantenbein und Stefan Fehr im Chor. «Der Kundenkontakt war schon meinem Vater sehr wichtig und so ist er es auch für mich», sagt Gantenbein.

Ist es in der Drogerie etwas ruhiger, bedeutet das vor allem für Alexandra Gantenbein nicht, dass es für sie weniger Arbeit gibt: Als Geschäftsführerin trägt sie die gesamte Verantwortung. So muss sie die Bewilligung des Betriebs und der Hausspezialitäten beim Kanton beantragen. An der Hausmedizin tüftelt sie dann mit ihrem Vater im Hinterzimmer und mischt die richtigen Zutaten zusammen.

Wie die Eltern, so die Töchter

Dass die beiden Töchter zumindest beruflich ihren Eltern nacheifern, liegt bei den Fehrs in der Familie. So ist die ältere Schwester von Alexandra, Rebecca, als Pflegefachfrau tätig, genau wie ihre Mutter Noëlle, die zusätzlich Teilzeit in der Drogerie arbeitet und Mitinhaberin ist. «Deshalb ist es auch kein Problem, dass Alexandra und ich manchmal zu Hause über die Arbeit sprechen», sagt Stefan Fehr. Denn bei Mutter und Tochter sei es fast noch schlimmer, fügt Alexandra Gantenbein schmunzelnd an.

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