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Die gute alte Zeit im Riethüsli

Auch für 2019 hat Peter Uhler einen «St. Galler Stadt-Kalender» herausgegeben. Er zeigt das Riethüsli von 1900 bis in die 1960er Jahre hinein. Noch ganz ohne tägliche Blechlawine auf der Teufener Strasse.
Reto Voneschen

Diesmal ist es eine besonders beeindruckende Sammlung historischer Bilder, die Peter Uhler in seinem Jahreskalender vorlegt. Die leicht verpixelte moderne Aufnahme eines Nostalgiezugs der Appenzeller Bahnen in der Ruckhaldekurve auf dem Deckblatt ist nicht repräsentativ für die Trouvaillen, die auf den zwölf Monatsblättern folgen.

Das tief verschneite Tal der Demut 1920 ohne Gewerbeschule. Das Tram um 1920 beim Gasthof Talhof; heute ist hier die Bäckerei Schwyter untergebracht. Das Gasthaus Grosses Riethüsli um 1900 mit drei Pferdefuhrwerken. Das «Kleine Riethüsli» um 1962 als Pizzeria. Die Liebegg mit Gasthaus, Sägerei und Weiher als handkolorierte Karte um 1910. Oder die wunderschöne Luftaufnahme des Quartiers im Mai 1924 vom St. Galler Flugpionier Walter Mittelholzer.

Das Riethüsli als Zentrum wagemutiger Skispringer

Das sind einige Highlights, die Peter Uhler aus der Geschichte eines Quartiers zeigt, von dem man heute hauptsächlich in Zusammenhang mit Stauproblemen und dem Eisenbahnbau an der Ruckhalde hört. Das Riethüsli hat aber viel mehr zu bieten. Gerade historisch. Das zeigt das Bild im neuen Uhler-Kalender zum Dezember 2019: Darauf scheint ein Skispringer von der grossen Schanze beim Restaurant Grosses Riethüsli mitten ins Quartier hinein zu gumpen.

Die Fotografie vom Anfang der 1950er Jahre erinnert daran, dass das Riethüsli mit seinem 1929 gegründeten Skiclub und der im gleichen Jahr eingeweihten Skisprunganlage mit Anlaufturm einst ein nationales Zentrum des Skisports war. 1949 beispielsweise fand hier das erste Nachtspringen der Schweiz statt. Anfang der 1960er Jahre zählten die Brüder Mario, Marco und Toni Cecchinato zu den besten Skispringern des Landes. Die drei waren echte Amateure; ans grosse Geld kam man damals als Skispringer nicht. Als Preis winkte ihnen entweder eine Wurst oder ein Pärchen lange Unterhosen, wie Peter Uhler in der Legende zum Bild schreibt.

Schöne Bilder, Daten zur Baugeschichte, Anekdoten

Der Jahreskalender 2019 ist bereits der 18. aus der Werkstatt des Ansichtskartensammlers Peter Uhler. Er wartet im üblichen A4-Format wie immer mit 13 Bildern und ausführlichen Legenden da­zu auf. Der Kalender ist damit nicht nur ein optischer Wandschmuck, sondern auch wieder ein Geschichtsbüchlein mit den Daten interessanter Bauten und mit mehr oder weniger bekannten Anekdoten aus dem Quartier.

Ideen für die nächsten Kalender, das wären Nummer 19 und Nummer 20, hat Peter Uhler auch schon: Der Jahreskalender 2020 könnte dem Lachen-Quartier, jener von 2021 dem «Dorf» Bruggen gewidmet sein. Wie es danach weiter geht, ist für den Ansichtskartensammler aus Leidenschaft offen. Das, so sagt der 68-Jährige am Telefon, hänge nicht zuletzt von der Gesundheit ab. Und natürlich davon, ob die Lust am «schönen, aber auch aufwendigen» Kalenderhobby anhalte. Wenn es einen 21. «St. Galler Stadt-Kalender» geben sollte, könnte das Thema auch schon gesetzt sein: Die Gattin Peter Uhlers würde sich dann als Motiv nämlich nochmals St. Fiden-Neudorf wünschen.

Damit würde sich auch ein Kreis schliessen. 2002 hat Peter Uhler seinen allerersten Kalender bereits diesem Stadtteil gewidmet. Was damals nahelag, weil er dort lebt. Nachdem Uhlers Kartensammlung, die er seit Ende der 1980er Jahre zusammenträgt, in den letzten 16 Jahren gewaltig gewachsen ist, wäre es für ihn auch von daher kein Problem, den Wunsch seiner Frau zu erfüllen.

16 Franken plus Porto

Der historische Kalender ist wieder für 16 Franken plus Porto direkt bei Peter Uhler (e.p.uhler@bluemail.­ch, 071 288 26 64) erhältlich. Zu haben ist er zudem in den Buchhandlungen Rösslitor und Zur Rose. Frühere Ausgaben gibt’s beim Herausgeber. Vorrätig sind 2008: Rosenberg, 2009: Ausflugsrestaurants, 2010: Kirchen, 2011: Erker, 2012: Mülenenschlucht, 2013: Alte Restaurants, 2014: Brunnen, 2015: Alt-St. Georgen, 2016: Alte Schulhäuser, 2017: St.-Jakob-Strasse und Langgasse, 2018: 75 Jahre Olma. (vre)

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