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St.Gallen: Die Guerilla-Rocker vom Open Air kehren zurück

Die Rockband Stepfather Fred spielte am vergangenen St.Galler Open Air ein illegales Blitzkonzert auf einer Anhänger-Bühne. Jetzt kommen die Allgäuer nach St.Gallen zurück – legal und in voller Länge.
Roger Berhalter
«Die ham uns einfach durchlassen:» Stepfather Fred mit Matthias Gassner (mit roter Mütze) haben 2018 das OpenAir-Gelände gestürmt. (Bild: PD)

«Die ham uns einfach durchlassen:» Stepfather Fred mit Matthias Gassner (mit roter Mütze) haben 2018 das OpenAir-Gelände gestürmt. (Bild: PD)

Immerhin für zwei Songs reichte es. Danach wurden die vier Musiker von Stepfather Fred vom Gelände verwiesen. Es war am Freitagabend des letztjährigen St.Galler Open Airs, als die Rockband es tatsächlich schaffte, mit ihrem Bandbus samt Anhänger auf das Gelände zu fahren – obwohl sie gar nicht Teil des Programms waren. Sie passierten alle Sicherheitsschleusen, montierten auf dem Anhänger ihre Boxen und steuerten dann frech durch den Haupteingang.

Es gibt ein Video des Blitzauftritts. Darin sagt Bassist Matthias Gassner im kernigen Allgäuer Dialekt: «Des Schöne ist, die ham uns einfach durchlassen.» Ebenfalls im Tagblatt-Video zu sehen sind Festivalleiter Christof Huber und Sicherheitschef Andy Mestka. Beide finden den Guerilla-Auftritt offensichtlich gar nicht lustig. «Fertig jetzt!», ruft Mestka, als der Schlagzeuger zu einem neuen Beat ansetzt.

Freche Band, gutgläubige Sicherheitsleute

Im Rückblick sehen es die Beteiligten entspannt. «Es war ja offensichtlich, dass wir keine Bombe dabei hatten», sagt Matthias «Matze» Gassner von Stepfather Fred am Telefon. Für die harsche Reaktion der Festivalleitung zeigt er Verständnis. «Es war schon klar, dass sie das Konzert beenden mussten. Wir standen mitten in der Rettungsgasse.» Wie konnten sie es überhaupt bis auf das Gelände schaffen? Der 31-Jährige sagt:

«Wir waren einfach zu frech, und die Sicherheitsleute zu gutgläubig.»

Mestka vom Open Air bestätigt diese Version der Geschichte: «Der Band wurde der Zutritt höflich verweigert, die Band war dann frech genug, trotzdem rein zu fahren.» Die Festivalleitung hat aber auf rechtliche Schritte verzichtet. Ein paar Wochen nach dem Open Air hat sich Gassner bei Mestka telefonisch gemeldet. «Die Band hat sich bei uns entschuldigt für allfällige Konsequenzen oder Probleme aufgrund ihres Konzertes», erinnert sich Mestka. Damit war der Fall für die Festivalmacher erledigt. Für das diesjährige Open Air habe man aber «gewisse Konsequenzen gezogen».

Jetzt stehen Stepfather Fred kurz davor, nach St.Gallen zurückzukehren. Am Freitag spielen sie ihren melodiösen Alternative Rock in der Grabenhalle. Ganz legal und in voller Länge. «Am Open Air konnten wir leider nur zwei Songs spielen. Jetzt zeigen wir die ganze Show, und niemand dreht uns den Saft ab», sagt Matthias Gassner.

Beim Open Air um einen Auftritt angefragt

Stepfather Fred gibt es seit über zehn Jahren. Die Band hat in dieser Zeit fünf Alben veröffentlicht und ist heute mit über 50 Konzerten pro Jahr semiprofessionell unterwegs. «Finanziell schaut noch nix raus, aber es wird besser», sagt Bassist Gassner, der auch das Management der Gruppe übernimmt. Der Bandbus hat mittlerweile über 300000 Kilometer auf dem Tacho, für März ist eine weitere Tour durch die Schweiz und Deutschland geplant, danach soll es sogar bis nach Russland gehen.

Auch am Open Air würden Stepfather Fred gerne noch einmal auftreten – diesmal als Teil des offiziellen Bühnenprogramms. Sie haben eine Anfrage platziert, aber noch keine Antwort erhalten. «Viele Leute würden das bestimmt cool finden», sagt Gassner. Ob die Allgäuer Rocker nach ihrer Guerilla-Aktion tatsächlich noch einmal Zugang zum Gelände erhalten, möchte Andy Mestka nicht sagen: «Ob die Band spielt oder nicht, wird der Besucher bei der Programmbekanntgabe sehen.»

Konzerttermin

Stepfather Fred spielt am Freitag, 25. Januar, in der Grabenhalle.

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