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«Die grösste Krise unserer Generation» oder «Alles eine Hysterie»: Stimmen vom St.Galler Klimastreik

«Wir sind hier, wir sind laut, wenn man uns die Zukunft raubt», hallt es am Freitagvormittag durch die St.Galler Altstadt. Über 700 Klimastreikende verbreiten auf einem eineinhalbstündigen Marsch durch das Zentrum lautstark Parolen, singen Lieder und klatschen enthusiastisch.
Emma-Emily Wolf
Über 700 Klimastreikende marschieren mit geschriebenen und gesprochenen Parolen durch die Kornhausstrasse. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Über 700 Klimastreikende marschieren mit geschriebenen und gesprochenen Parolen durch die Kornhausstrasse. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Die Menschheit wachzurütteln und ihr die Augen zu öffnen für die gemäss Stadtparlamentarierin Franziska Ryser «grösste Krise unserer Generation», das Klimaproblem.

Die Bandbreite an Altersklassen ist gross; kleine Kinder protestieren an der Front, während 70-Jährige ihre bemalten Plakate in die Luft strecken. Die 23-jährige Jael Spirig sagt:

«Es ist eine Katastrophe, dass die Stadt St.Gallen den Klimanotstand nicht ausgerufen hat. Damit hätte sie die Chance gehabt, eine Pionierhaltung einzunehmen.»

Spirig ernährt sich vegan und beteiligt sich regelmässig an Klimademonstrationen. «Ich finde es wichtig, als einzelne Person auf das Klimaproblem aufmerksam zu machen. So kann es Schritt für Schritt nach oben zu jenen dringen, die mit Gesetzen eingreifen können», sagt die St.Gallerin.

Klimastreik am 24. Mai in St.Gallen. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Klimastreik am 24. Mai in St.Gallen. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Marie Sakkal aus Roggwil würde sogar ein Fluggesetz begrüssen, das einer Person nur drei Flüge pro Jahr erlaubt:

«Wir sollten aufhören, so egoistisch zu sein und Opfer für die Umwelt bringen.»

Die meisten Streikenden wünschen sich hauptsächlich mehr Möglichkeiten zur Umsetzung eines nachhaltigen Lebens. Dieses sei noch zu teuer – nicht jeder könne es sich leisten, das Klima zu verbessern. Konkret sollen beispielsweise die Kosten von Bahntickets gesenkt und Kerosin besteuert werden.

Auch kritische Töne

Richard Gwerder, der am Rand der Demo steht, ist da anderer Meinung:

«Die Jungen sollten besser in die Schule gehen. Das Ganze ist doch alles eine Hysterie. Ich sehe Sechsjährige streiken, die noch nicht einmal verstehen, was CO2 bedeutet.»

Fest steht, dass die Demonstranten am Ball bleiben. Jael Spirig sagt dazu: «Wenn man etwas wirklich will, kann man es auch erreichen. Darum kämpfen wir weiter, bis sich etwas verändert».

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