Die Grabenhalle in St.Gallen öffnet an Auffahrt als Beiz wieder

Konzerte, Partys und andere Anlässe sind noch nicht erlaubt. Die Grabenhalle öffnet am Donnerstag trotzdem.

Marlen Hämmerli
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Der Eingang zur Grabenhalle: Für Publikum bleibt die Tür noch auf Weiteres geschlossen. Für Gäste öffnet sie am Donnerstag.

Der Eingang zur Grabenhalle: Für Publikum bleibt die Tür noch auf Weiteres geschlossen. Für Gäste öffnet sie am Donnerstag. 

Bild: Reto Voneschen

Wo normalerweise Leute zu Musik tanzen oder einem Poetry-Slam lauschen, herrscht derzeit gähnende Leere: Mitte März musste wegen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auch die Grabenhalle schliessen.

Doch übermorgen Donnerstag öffnet sie wieder – als Beiz. Oder besser gesagt: als halbe Beiz. Denn Znacht essen kann man in der Grabenhalle nicht. Serviert werden, wie sonst auch, nur Getränke.

Die Grabenhalle hat vorerst 19 Stunden in der Woche geöffnet

Die Öffnungszeiten lauten vorerst wie folgt: Donnerstags, 18–23 Uhr; Freitags, 18–24 Uhr; Samstags, 16–24 Uhr.

Je nach Anfrage werden diese angepasst.

Stühle und Tische auch auf der Bühne

Die Grabenhalle sei wegen ihrer Grösse und der Infrastruktur prädestiniert für eine teilweise Öffnung, heisst es in einer Medienmitteilung. «Es hat sehr viel Platz und auf der leeren Bühne können wir ebenfalls Stühle aufstellen», sagt Kollektivmitglied Matthias Fässler.

Dabei gelten für die Grabenhalle dieselben Schutzbestimmungen wie für alle Restaurants und Beizen. Dazu gehört auch die Einhaltung der Zwei-Meter-Abstandsregel, egal ob beim Rauchen, beim Anstehen vor der Toilette oder an der Bar. Die Mitarbeit in der Beiz ist für alle Kollektivmitglieder freiwillig.

Die Öffnung läuft während der ersten Wochen im Probebetrieb. Darüber ob und wie es weitergeht, wird laut Fässler nach jedem Wochenende aufs Neue entschieden.

Im Minimum eine schwarze Null

Im Minimum möchte das Grabenhalle-Kollektiv laut Fässler mit dem Beizbetrieb eine schwarze Null schreiben. Man habe nicht den Anspruch, viel damit zu verdienen.

«Wenn nur fünf Leute ein Bier trinken, lohnt es sich natürlich nicht.»

Dem Kollektiv gehe es vor allem darum, einen sozialen Treffpunkt zu schaffen. «Alle, die Gemeinschaft suchen und zusammensitzen wollen, sind willkommen», sagt Fässler.

Eine Ausnahme gilt als politisches Statement ausdrücklich für Coronaskeptiker, Leugner der Pandemie oder Verschwörungstheoretiker. «Natürlich wird es am Eingang keine Gesinnungskontrollen geben», sagt Fässler. «Aber wir beobachten mit Sorge das Aufkommen solch kruder und gefährlicher Bewegungen und Theorien. Wir möchten ihnen als Grabenhalle keine Bühne bieten.»

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