Die Goldacher Klinik St. Georg soll die medizinische Versorgung am See bereichern: Goldacher Kantonsräte wollen dazu eine Antwort von der Regierung

Die Kantonsräte Dominik Gemperli (CVP) und Sandro Wasserfallen (SVP) bringen die Klinik St.Georg in die Spitaldebatte ein und verfassen dazu eine Einfache Anfrage. Die Infrastruktur der Goldacher Klinik sei besser aufgestellt als jene des Spitals Rorschach.

Jolanda Riedener
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Vor zwei Jahren wurde der Betrieb an der Klinik St.Georg in Goldach eingestellt.

Vor zwei Jahren wurde der Betrieb an der Klinik St.Georg in Goldach eingestellt.

Bild: Jolanda Riedener

Die Privatklinik St.Georg in Goldach steht seit 2018 zum Verkauf. Obwohl es eine Interessentin gibt, steht das Haus leer. Für eine Wiedereröffnung der Klinik müssen erst die Leistungsaufträge erneuert werden. Vor zwei Jahren musste die Klinik aus finanziellen Gründen schliessen, die 40 Mitarbeitenden erhielten die Kündigung.

Die beiden Kantonsräte aus Goldach, Dominik Gemperli (CVP) und Sandro Wasserfallen (SVP), sehen die Klinik St.Georg als eine Chance für die Region am Bodensee. Insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden Schliessung des Spitals Rorschach. Sie haben sich deshalb mit einer Einfachen Anfrage an die Regierung gewandt.

Die Überlegungen der Regierung zur Spitalvorlage seien nachvollziehbar, heisst es darin. Auch die veraltete Infrastruktur des Spitals Rorschach, wobei insbesondere das Gebäude einen hohen Sanierungsbedarf aufweist, spreche gegen den Standort Rorschach. Regierungsrat Bruno Damann sagte in einem Interview mit dieser Zeitung, Rorschach sei voraussichtlich das erste Spital, das 2021 geschlossen werde.

Privatklinik wäre keine Konkurrenz

Dennoch bleibe das Anliegen, eine möglichst wohnortnahe Gesundheitsversorgung bereitzustellen, nicht ohne Berechtigung, heisst es in der Einfachen Anfrage weiter. Mit der Klinik St.Georg habe man eine vollausgestattete Infrastruktur in der Region.

SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen aus Goldach

SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen aus Goldach

Bild: Regina Kühne (20. Mai 2020)

Gleichzeitig gebe es eine «nationale bekannte und renommierte Anbieterin im Gesundheitswesen», die sich für den Erwerb um ambulante und stationäre Dienstleistungen interessiert. Um wen es sich dabei handelt, wollen die Kantonsräte noch nicht sagen.

Laut Gemeindepräsident Dominik Gemperli erbringt die private Anbieterin bereits heute ausserkantonal Leistungen, auch an St.Galler Patientinnen und Patienten. Diese könnten künftig in Goldach behandelt werden. Eine Konkurrenzsituation zu den öffentlichen Spitälern sei deshalb durch die Privatklinik nicht gegeben, da diese ohnehin bereits St.Galler Patienten betreut.

Wirtschaftlichkeit gilt als gegeben

Die Interessentin würde in der Klinik Angebote in Kooperation mit der regionalen Akut- und Altersmedizin erbringen. In Zusammenarbeit mit der Regierung und den Spitalverbunden könne die Interessentin bei Bedarf einen Beitrag zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung leisten, heisst es.

Dominik Gemperli (CVP) ist Kantonsrat und Gemeindepräsident von Goldach.

Dominik Gemperli (CVP) ist Kantonsrat und Gemeindepräsident von Goldach.

Bild: Benjamin Manser (3. Juni 2020)

Diese Lösung ist laut Gemperli interessant, da sich die Klinik St.Georg unmittelbar neben dem Goldacher Altersheim La Vita befindet. Die Wirtschaftlichkeit sei bei der renommierten Klinik ausgewiesen. Er sagt:

«Eine schöne Möglichkeit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region zu behalten.»

Die Kantonsräte Sandro Wasserfallen und Dominik Gemperli wollen folglich von der Regierung wissen, ob diese bereit ist, die Situation in Goldach zu prüfen und der privaten Anbieterin einen Leistungsauftrag zu erteilen.

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