«Die Gesundheit der Gäste ist uns wichtig»: Gossauer Stadtjodler sagen Unterhaltungsabend wegen Corona-Virus ab 

Die Stadtjodler Gossau sagen ihren Unterhaltungsabend wegen des Corona-Virus ab. Was dies für den Verein bedeutet.

Interview: Dinah Hauser
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Die Stadtjodler im Fürstenland Gossau organisieren jährlich den beliebten Unterhaltungsabend.

Die Stadtjodler im Fürstenland Gossau organisieren jährlich den beliebten Unterhaltungsabend.

Bild: GOZ (9. April 2018)

Das Corona-Virus geht um, grössere Veranstaltungen dürfen nicht oder nur unter Auflagen stattfinden. Das hat Folgen für Veranstalter; viele sagen Anlässe ab. So auch die Stadtjodler im Fürstenland Gossau: Der Unterhaltungsabend vom 4. April findet nicht statt – trotz zuvor eingeholter Bewilligung. Präsident Jörg Burkhalter erklärt den Entscheid, der dem Verein nicht einfach gefallen sei.

Warum haben Sie sich entschieden, den Unterhaltungsabend abzusagen?

Jörg Burkhalter,  Präsident Stadtjodler im Fürstenland Gossau

Jörg Burkhalter, 
Präsident Stadtjodler im Fürstenland Gossau

Bild: PD

Jörg Burkhalter: Ein grosser Teil unseres Zielpublikums ist über 55 oder über 65 Jahre alt und fällt damit in die Risikogruppe. Als Veranstalter sehen wir uns in der Verantwortung, die Gäste zu schützen. Deren Gesundheit ist uns wichtig. Zweitens wären diese Personen auf Empfehlung des Bundes vermehrt zu Hause geblieben. Dies wiederum würde zu verminderten Einnahmen und einem finanziellen Risiko führen.

Trotzdem hätten Sie den Anlass durchführen dürfen.

Wir hatten die Bewilligung beim Kanton bereits eingeholt und Auflagen bekommen. So hätten wir nebst Eingangskontrollen für die erwarteten 450 Gäste eine Liste führen müssen. Da wir mit Reservationen arbeiten, wäre das kein grosser Zusatzaufwand gewesen. Wegen der Auflagen des Bundes und des Kantons haben wir also nicht abgesagt.

Der Anlass hätte erst im April stattgefunden. Wieso haben Sie nicht noch ein wenig länger zugewartet?

Irgendwann kann man eine Veranstaltung nicht mehr absagen, ohne dass erhebliche Kosten entstehen. Zudem rechne ich nicht damit, dass sich die Situation bis April beruhigt und die Massnahmen gelockert werden.

Was bedeutet die Absage für die Stadtjodler?

Wir bleiben auf den bisher entstandenen Kosten von zirka 1500 bis 2000 Franken sitzen. Darunter fallen der Druck und Versand des Programms, aber auch die Festwirtschaft- und Tombolabewilligung sowie 100 Franken für die Mietabsage des Fürstenlandsaals. Ich habe aber bereits bei der Stadt angefragt, ob sie uns bei den Bewilligungen und der Miete entgegenkommen könnte. Die externen und befreundeten Gruppen, welche aufgetreten wären, zeigten Verständnis und uns entstehen keine Kosten. Jedoch fallen Einnahmen von bis zu 7000 Franken weg, mit denen das Salär des Dirigenten und die Raummieten unter dem Jahr bezahlt werden.

Ist der Verein nun in seiner Existenz bedroht?

Wir können diesen einmaligen Ausfall verkraften. Als Verein sind wir aber auf Einnahmen von Veranstaltungen sowie Gönnern und Passivmitgliedern angewiesen. Wenn der Unterhaltungsabend nächstes Jahr wieder ausfällt, dann könnte es problematisch werden.

Planen Sie einen Ersatzanlass?

Angedacht ist, dass wir im Herbst etwas machen. Das sind wir unseren Gästen, Gönnern und Passivmitgliedern schuldig. Ob es ein Unterhaltungsabend oder ein ähnlicher Anlass wird, ist allerdings noch offen. Erste Abklärungen, welche Lokalitäten frei sind, laufen bereits.