Die Gemeinderatskandidaten in Untereggen tragen das Dorf im Herzen

Beim Wahlpodium in Untereggen gab es keine Diskussionen. Das Publikum war dennoch zufrieden.

Ines Biedenkapp
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Rudolf Broger, Nicole Schöllhorn, Nadja Hochreutener und Simon Riedener (von links) am Podium in Untereggen. (Bild: Ines Biedenkapp)

Rudolf Broger, Nicole Schöllhorn, Nadja Hochreutener und Simon Riedener (von links) am Podium in Untereggen. (Bild: Ines Biedenkapp)

Es braucht ein wenig, bis sich die Dorfstube am Dienstag füllt. Doch nach und nach kommen gegen 50 Frauen und Männer ans Podium, bei dem es um die Ersatzwahl des Gemeinderats Untereggen geht. Zur Auswahl stehen vier Kandidaten. Rudolf Broger, Nicole Schöllhorn, Nadja Hochreutener und Simon Riedener stehen vorne im Saal.

Viele Besucher kommen vor, grüssen sie persönlich. Auch die Begrüssung von André de Bue, Vorsitzender der GPK, fällt freundschaftlich aus.

«Der heutige Abend ist in vier Teile aufgeteilt», sagt de Bue.

«Als erstes können sich die Kandidaten vorstellen. Der zweite Teil wird von Martin Bühler moderiert. Er stellt den Kandidaten Fragen. Anschliessend kommt das Publikum zum Zug, bevor es die Kandidaten beim Apéro persönlicher kennen lernen kann.»

Vier Kandidaten - Vier Kompetenzen

Den Anfang macht Nicole Schöllhorn, die seit 18 Jahren in Untereggen wohnt und derzeit in der Altenpflege tätig ist. Weiter geht es mit Nadja Hochreutener, die mit ihren drei Kindern seit 2007 in Untereggen wohnt. Sie sagt:

«Ich komme aus dem Detailhandel. Viele hier kennen mich aber aufgrund der Jugendarbeit.»

Rudolf Broger ist der Spezialist für den öffentlichen Verkehr, arbeitet er doch bei den SBB. Ihn zog es 2010 mit seiner Frau in die Gemeinde. Zuletzt stellt sich Simon Riedener den Anwesenden vor. Er ist der Ur-Unteregger unter den Kandidaten. Denn der Software Ingenieur ist in der Gemeinde aufgewachsen und zur Schule gegangen.

«Ihr seid alle engagiert, aber was genau ist eure Motivation?», fragt Moderator Martin Bühler. Dabei sind sich die Kandidaten einig: Sie alle wollen der Gemeinde etwas zurückgeben. Dabei würden sie verschiedene Kompetenzen mitbringen. Nadja Hochreutener könne etwa viele Ideen in den Gemeinderat einbringen.

Kein Bahnhof sorgt für Heiterkeit

Simon Riedener ist aus der Technik: «Ich bin gut darin, die Bedürfnisse herauszufinden und dafür ein Paket zu schnüren», sagt er. Als die Frage an SBB-Mann Rudolf Broger gerichtet wird, muss das Publikum lachen. Denn Moderator Martin Bühler sagt amüsiert, einen Bahnhof habe man in Untereggen doch gar nicht. «Nein das haben wir nicht», stimmt dieser zu und sagt weiter:

«Gleichwohl könne man das ÖV-Angebot verbessern.»

Nicole Schöllhorn möchte sich dem Thema Altenpflege annehmen. «Ich bin gerne im Dorf aktiv. Aber ich brauche eine Funktion», sagt sie. Neben ihrer Erfahrung könne sie dabei auch auf das Netzwerk der Spitex zugreifen. «Wohin soll sich Untereggen entwickeln», fragt Moderator Bühler. Für Simon Riedener ist klar, die Kommunikation soll verbessert werden:

«Dass man eine Schnittstelle vom Gemeinderat in die Bevölkerung hat und damit schneller informieren kann. Nicht nur von Blättchen zu Blättchen.»

Nicole Schöllhorn will die Lebensqualität von Untereggen beibehalten. «Nicht nur für Jung oder Alt, sondern für alle», sagt sie. Mit der Kommission Dorfleben und der digitalen Piazza könne man viel erreichen, ist sie sich sicher. Rudolf Broger möchte sich erst einmal einarbeiten. «Von aussen ist das immer etwas schwierig zu beurteilen», sagt er. Wichtig sei ihm, dass man zusammen arbeite und eine Strategie entwickle. Nadja Hochreutener will längerfristig planen. Ihr geht es darum, wie Untereggen in 40 Jahren aussehen könnte. «Mir wäre es ein Anliegen, dass wir hier beispielsweise mehr Wohnungen hätten», sagt sie.

Verbindungen am Wochenende ausbauen

Ein weiteres Thema des Abends ist der öffentliche Verkehr. Auch hier sind sich die Kandidaten einig. Vor allem am Wochenende würde man die Verbindungen gerne ausbauen. «Jetzt haben wir mal eine Wahl hier im Dorf», schliesst Moderator André de Bue die Runde, nachdem es keine Fragen mehr gibt. «Bisher konnten wir nur mit ‹Ja› oder ‹Nein› stimmen. Aber jetzt können wir wählen. Das müssen wir auch wahrnehmen», sagt er ans Publikum gerichtet.