Die Gemeinde Wittenbach lässt ihr Mitteilungsblatt schon bald in Gossau drucken

Die Maxsolution GmbH aus St.Gallen verliert den Auftrag für ihren «Gemeindepuls». Die Cavelti AG hat sie in einer Ausschreibung unterboten.

Johannes Wey-Eberle
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Ab 2021 wird ein neuer Verlag das «Wittenbacher Mitteilungsblatt» herausgeben.

Ab 2021 wird ein neuer Verlag das «Wittenbacher Mitteilungsblatt» herausgeben.

Bild: Tobias Garcia (21. September 2020)

Der «Gemeindepuls» ist in Wittenbach eine Institution. Seit 2001 gibt Alexander Fürers Maxsolution GmbH das Mitteilungsblatt heraus, das auch amtliches Publikationsorgan der Gemeinde ist. Das Vorgängerheft hatte bereits sein Vater herausgegeben.

Damit ist nun Schluss: Die Gemeinde hat im Juli nebst der Maxsolution drei weitere Verlage zur Offertstellung eingeladen. Insgesamt drei bewarben sich schliesslich auch um den Auftrag. Dabei hat sich die Cavelti AG aus Gossau durchgesetzt. Sie wird ab Mai 2021 für Verlag, Druck und Vertrieb des Mitteilungsblatts verantwortlich sein.

Oliver Gröble, Wittenbacher Gemeindepräsident

Oliver Gröble, Wittenbacher Gemeindepräsident

Urs Bucher

Ob der Name der Publikation derselbe bleibt, konnte Gemeindepräsident Oliver Gröble noch nicht sagen. Das sei zum einen noch nicht im Detail geregelt, zum anderen sei die Vergabeverfügung noch nicht rechtskräftig. Dementsprechend wurde auch der Vertrag noch nicht unterzeichnet.

Cavelti war 30 Prozent günstiger als der Zweite

Den Ausschlag gegeben habe beim Entscheid der Preis, sagt Gröble. Die Cavelti AG habe dabei rund 30 Prozent unter dem Angebot des zweitplatzierten Verlags gelegen.

«Im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben wir die richtige Entscheidung getroffen.»

Trotzdem sei es nach der langjährigen Zusammenarbeit mit der Maxsolution kein einfacher Entscheid gewesen. Mit Cavelti habe man aber einen «erfahrenen und hoffentlich wieder verlässlichen» Anbieter gefunden.

In Gossau kam Cavelti nicht zum Zug

Zuletzt war der Cavelti AG kein Erfolg beschieden, als es um den Auftrag für ein amtliches Publikationsorgan ging. In Gossau, wo die Firma zu Hause ist, unterlag sie in der Ausschreibung für ein Stadtmagazin der Druckerei Appenzeller Volksfreund.

So stellte sich die Cavelti AG ihr Stadtmagazin für Gossau vor.

So stellte sich die Cavelti AG ihr Stadtmagazin für Gossau vor.

Urs Bucher (19. September 2019)

Daraufhin lobbyierte das Unternehmen auf allen Kanälen, die Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentarier sollen den Kredit bachab schicken. Das Resultat war höchstens ein Teilerfolg: Das Parlament stimmte dem Kredit in der Höhe von einer Million Franken für vier Jahre zwar zu, entschied sich aber auch für ein Ratsreferendum. Damit haben nun die Bürgerinnen und Bürger das letzte Wort.

Günstiger wird es nicht, aber farbig

Trotz Neuvergabe werden sich die Ausgaben der Gemeinde für das Mitteilungsblatt nicht reduzieren, da es künftig durchgehend farbig gedruckt werden soll, sagt Gröble. Die Kosten würden sich damit im selben Rahmen bewegen wie bisher. 2019 hat die Gemeinde im Konto «Drucksachen, Publikationen – Gemeindepuls» 120000 Franken ausgegeben.

Und auch künftig will man sich vor allem auf die gedruckte Publikation konzentrieren. Social Media hätten in der Ausschreibung keine ausschlaggebende Rolle gespielt, sagt Gröble. Und eine App, wie sie neben den Städten St.Gallen und Gossau etwa die Nachbargemeinde Waldkirch betreibt, sei in den kommenden zwei Jahren «kaum ein Thema».