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Die Gemeinde Steinach will einen Riesen-Akku anschaffen

Eine Million Franken möchte die Gemeinde Steinach für einen grossen Batteriespeicher ausgeben. Das 40-Tonnen-Gerät soll am Stromnetz hängen und dem Dorf beim Geldsparen helfen.
Martin Rechsteiner
Ein solcher Container mit einem Lithium-Ionen-Akku könnte bald in Steinach stehen. (Bild: zVg/EKZ)

Ein solcher Container mit einem Lithium-Ionen-Akku könnte bald in Steinach stehen. (Bild: zVg/EKZ)

Neun Meter lang, drei Meter hoch und mit 40 Tonnen so schwer wie ein Sattelschlepper: Für eine Batterie, beziehungsweise einen Akku, sind das schon fast monströse Ausmasse. Und genau ein Gerät mit solchen Dimensionen will die Gemeinde Steinach anschaffen. Kostenpunkt: Eine Million Franken.

Doch was will die Gemeinde mit einer wiederaufladbaren Batterie, die mit 1,25 Megawatt kurzzeitig genügend Leistung abgeben könnte, um 25000 Kühlschränke gleichzeitig zu betreiben?

Roland Etter, Gemeinderat und Mitglied von Energiezukunft Steinach, sagt: «Geld sparen.» Der Batteriespeicher soll im Dienst der Stromversorgerin der Gemeinde, der Elektra Steinach, und auf dem Gelände der ARA Morgental stehen. «Mit dem Speicher lassen sich sogenannte Lastspitzen ausgleichen. Das lohnt sich finanziell.»

In Zürich abgeschaut

Der Steinacher Gemeinderat Roland Etter. (Bild: PD)

Der Steinacher Gemeinderat Roland Etter. (Bild: PD)

Der Stromverbrauch in einer Gemeinde schwankt im Verlauf des Tages minütlich. Etwa, wenn die Industrie Energie benötigt oder vor dem Mittag, wenn in vielen Haushalten gekocht wird, ist der Energiehunger eines Dorfes grösser als mitten in der Nacht. Wenn gerade für einen Moment besonders viel Strom fliesst, spricht man von einer Lastspitze. «Und diese werden vom Stromnetzbetreiber extra verrechnet. Je gleichmässiger der Strombezug der Gemeinde ausfällt, desto tiefer sind die Beträge», sagt Etter.

Und hier kommt der Batteriespeicher ins Spiel: Wird gerade viel Energie benötigt, gibt er Strom ins Netz ab. Im umgekehrten Fall lädt er sich auf. So bezieht die Gemeinde den Strom regelmässiger. «Ich wurde auf dieses System aufmerksam, als es in einem Zürcher Ort installiert wurde», sagt Etter.

Bürger sollen entscheiden

Steinach gab daraufhin eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Das Ergebnis: Bei Anschaffungs- und Betriebskosten über 15 Jahre von gesamt rund 1,2 Millionen Franken soll die Gemeinde eine Rendite von 1,5 Prozent erzielen. «Wir beantragen der Bürgerschaft an der Versammlung den Kredit von einer Million Franken für den Bau», sagt Etter. Werde er angenommen, schreibe die Gemeinde das Projekt aus, innerhalb von neun Monaten könne der riesige Lithium-Ionen-Akku dann ans Netz gehen.

Pioniergemeinde Steinach

«Die Anwendung ist neu. Im Kanton St. Gallen weiss ich nur von den Gemeinden Rapperswil-Jona und Maienfeld, dass sie solche Projekte ebenfalls prüfen. Und auch in Arbon ist ein Batteriespeicher Thema.» Etter ist überzeugt: «In Zukunft wird vermutlich fast jede Gemeinde einen solchen Speicher betreiben.» Und wie wird eine solche Batterie in 15 Jahren entsorgt? «Durch die Elektromobilität steigt die Menge an Batterien in Zukunft stark an, das Recycling wird sich bis dann lohnen», sagt Etter. Möglich sei auch eine Weiterverwendung als lokaler Speicher für Photovoltaikanlagen.

«Gemeinde muss überprüfen»

Marcel Stuzenegger, kantonales Amt für Energie, sagt: «Die Bekämpfung von Lastspitzen ist sinnvoll. Gemeinden verfolgen dazu unterschiedliche Ansätze.» Eine Batterie sei einer davon und eine plausible Lösung. «Wichtig ist, dass die Gemeinde das Projekt laufend überwacht und prüft, inwiefern es sich bewährt.»

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