Die gefährliche Kreuzung bei der Brücke an der Mooswiesstrasse in Gossau soll sicherer werden – aber erst in ein paar Jahren

SP-Parlamentarier Florian Kobler drängt darauf, dass die Sicherheitsmassnahmen an der Kreuzung Mooswiesstrasse/Buechenwaldstrasse schneller realisiert werden. Auch Stadträtin Gaby Krapf ist unzufrieden mit der Verkehrssituation, wie sie am Dienstag im Stadtparlament sagte. Es wurden zudem hohe Kredite bewilligt, etwa für die Sanierung Arneggerbachs und die Abwasserreinigungsanlage Au im Sittertobel.

Melissa Müller
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Die Verkehrssituation für Fussgänger ist an der Kreuzung Mosswiesstrasse/Buechenwaldstrasse schlecht gelöst, findet auch der Stadtrat.

Die Verkehrssituation für Fussgänger ist an der Kreuzung Mosswiesstrasse/Buechenwaldstrasse schlecht gelöst, findet auch der Stadtrat.

Bild: Basil Schnellmann

So einig ist sich das Gossauer Parlament selten: Es hat am Dienstagabend über Kredite im Gesamtwert von knapp drei Millionen Franken entschieden – und alle Anträge einstimmig angenommen (siehe Kasten unten).

Danach bittet SP-Stadtparlamentarier Florian Kobler um eine Diskussion über die gefährliche Kreuzung Mooswiesstrasse/Buechenwaldstrasse. Eine Brücke führt dort zu den Familiengärten und zum Pfadiheim. Kobler hatte in einer Interpellation bereits darauf hingewiesen, dass ein toter Winkel bestehe. Die Gefahren seien für Kinder und Jugendliche kaum einschätzbar.

Florian Kobler

Florian Kobler

Bild: PD

In seiner Antwort stellt auch der Stadtrat fest, dass die Sichtverhältnisse ungenügend sind. Ein Konzept mit acht Massnahmen wurde erstellt, wie Radstreifen oder beidseitige Trottoirs entlang der Mooswiesstrasse.

Man sei mit einem Grundeigentümer im Gespräch, um die Situation verbessern zu können. Die Massnahmen könnten jedoch erst in rund drei bis zehn Jahren verwirklicht werden.

Kobler sagt:

«Das geht viel zu lange. Warum können einzelne Massnahmen nicht schneller realisiert werden, wie ein sicherer Fuss- und Velowegübergang?»

Auch einen Minikreisel könnte er sich als Sofortmassnahme vorstellen. Dieser könnte den Verkehr zu Gunsten von Fussgängerinnen und Velofahrern deutlich verlangsamen, nebst einer Gefahrensignalisation.

Stadträtin Gaby Krapf stellt im Stadtparlament klar:

«Das ist nicht der Ort, im Detail über solche Probleme zu reden, ausser jemand fühlt sich als Verkehrsexperte.»

Sie habe die Vorschläge von Kobler einen Tag vor der Sitzung erhalten. Die Zeit, diese seriös zu prüfen, habe ihr gefehlt. Doch sie habe sich selbst mit dem Velo vor Ort ein Bild gemacht. «Ich bin unzufrieden mit der Situation, aber ich muss die Erwartungen dämpfen», bekennt die Stadträtin.

Gaby Krapf-Gubser

Gaby Krapf-Gubser

Bild: PD

Für jede Massnahme wäre ein Strassenprojekt nötig, das die Mitwirkung der Bevölkerung erfordern würde.

«Wir können nicht einfach nach Lust und Laune Verkehrssignale auf der Mooswiesstrasse aufstellen.»

Dazu brauche es die Zustimmung des Bundes. Sie werde die Massnahmen dem Tiefbauamt zur Prüfung geben, verspricht Gaby Krapf. Und erwähnt im gleichen Atemzug, dass sie demnächst mehr Stellenprozente anfordern werde für den Tiefbau.

«Wir sind mehr gefordert.»

Das habe mit der Bearbeitung solcher Verkehrsmassnahmen, aber auch mit zahlreichen Erschliessungen von Industriegebieten zu tun. «Erinnert euch in einem Monat an meinen Appell», fordert Krapf das Parlament auf. Auch Florin Scherrer, CVP, betont, dass die Querungsstelle ungenügend sei, jedoch wichtig für die Naherholung, sei es auf dem Weg in die Badi oder ins Pfadiheim. Gerne würde er vom Stadtrat einen Zeitplan erfahren.

Nachtrag zur Gemeindeordnung zurückgewiesen an Kommission

An diesem Abend ist auch noch ein Nachtrag zur Gemeindeordnung traktandiert, den das Parlament erlassen soll. Dieses Geschäft wurde zurückgewiesen an die vorberatende Kommission. «Es gibt neue Erkenntnisse dazu, die wir vertiefen wollen», begründet Pascal Fürer, SVP, im Namen der Kommission. Fürer geht davon aus, dass das Geschäft erst in der Januarsitzung des Parlaments bearbeitet werden kann.

Es geht um die Gewaltenteilung. Aktuell können Mitglieder des Stadtrates und des Schulrates nicht ins Stadtparlament gewählt werden. Dies gilt auch für den Stadtschreiber sowie für die Mitarbeitenden der Stadt, die direkt einem Stadtrat unterstellt sind. Im Januar hat das Parlament eine Motion erheblich erklärt, wonach auch die Stellvertreterinnen und Stellvertreter dieser Personen kein Parlamentsmandat ausüben dürfen.

Das wurde am 3. November 2020 beschlossen:

  • Der Arneggerbach wird saniert: Für den Ausbau des Arneggerbachs hat das Stadtparlament einen Nachtragskredit von 852'523 Franken einstimmig bewilligt.
  • Abwasserreinigungsanlage Au: Die ARA Au im St. Galler Sittertobel soll bis ins Jahr 2025 ausgebaut und erneuert werden. In der ARA wird das Abwasser aus dem östlichen Teil des Gossauer Industriegebiets geklärt. Deshalb muss sich Gossau mit gut 1,26 Millionen Franken am 20-Millionen-Projekt beteiligen. Das Stadtparlament hat den Kredit einstimmig gutgeheissen. 
  • Arealentwicklung Gossau Ost: Gaiserwald, St. Gallen und Gossau spannen bei der Entwicklung ihres gemeinsamen Grenzgebietes zusammen. Der Verein Asgo (Areal St. Gallen West – Gossau Ost) hat Massnahmen erarbeitet, die in den nächsten Jahren konkretisiert werden sollen. Dafür rechnet der Verein mit Kosten von 1,7 Millionen Franken, wovon Gossau 611'198 Franken tragen muss. Auch diesen Kredit hat das Parlament einstimmig beschlossen. Viele Gossauer hoffen auf einen Autobahnanschluss mit Zubringer zum Appenzellerland. Der Gossauer Stadtrat soll den Projektverlauf kritisch überwachen, fordern diverse Parlamentarier.
  • Vorberatende Kommission für Gesangsfest: Im Mai 2022 soll in Gossau das Schweizer Gesangsfestival stattfinden. 500 Chöre werden erwartet. Der Anlass hat ein Budget von 2,4 Millionen Franken. Davon sollen rund 1,3 Millionen mit Sponsorengeldern und Beiträgen finanziert werden. Der Stadtrat beantragt einen Beitrag der Stadt Gossau von 250'000 Franken. Für dieses Geschäft wird eine vorberatende Kommission eingesetzt.