Die St.Gallen Open verkommen zu St.Galler Stadtmeisterschaften, weil die gastgebenden Tennisspieler derart dominieren

Kevin Wild vom Tennisclub St.Gallen holt seinen dritten Titel an den St.Gallen Open. Ab den Halbfinals spielen nur noch St.Galler um den Titel.

Pascal Tschamper
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Der St.Galler Kevin Wild gewann den Final gegen Klubkollege Christoph Vonbank.

Der St.Galler Kevin Wild gewann den Final gegen Klubkollege Christoph Vonbank.

Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 23. August 2020)

Die St.Gallen Open zeigten sich im Pandemiejahr 2020 regionaler. Die Tennispartien waren aber keineswegs weniger hochkarätig als in den Vorjahren. Die Tableaus der Aktiven glichen einem regionalen Stelldichein, das endlich wieder Turniere spielen wollte. Den Zuschauern wurden engagierte und umkämpfte Spiele geboten.

«Die Planung war herausfordernd», sagte Turnierdirektorin Daniela Möhr vom Tennisclub St.Gallen. Wegen des Lockdowns war lange nicht klar, ob das Turnier durchführt werden kann. Schlussendlich begannen die Vorrunden erst Ende Juni, das Finalwochenende musste aufgrund der verschobenen Interclub-Spiele auf den 22. und 23. August vorverlegt werden. Davon liessen sich über 160 Tennisspielerinnen und -spieler nicht abschrecken – nur knapp weniger als in den bisherigen Jahren nahmen an einem der grössten Breitensport-Tennisturniere der Ostschweiz teil.

Starke St.Galler Männer

Bei den Männern setzte der als Nummer drei gesetzte Mitfavorit des Tennisclubs St.Gallen zum Hattrick an: Kevin Wild (R1) kämpfte sich durch das stark besetzte Feld. Im Halbfinal bezwang er Marco Schnider, Finalist von 2017, der zuvor die Nummer eins, Vorjahresfinalist Felix Schmedding, ausschaltete. In der anderen Tableauhälfte setzte sich die Nummer zwei des Turniers, Christoph Vonbank souverän durch, bis er auf den Neuenburger Pierre Schönbächler traf – als Student der Universität St.Gallen spielt er neu im Tennisclub St.Gallen. Schönbächler legte im ersten Satz vor und zwang Vonbank in einen kräfteraubenden hochemotionalen Dreisatz, den Vonbank allerdings noch zu drehen vermochte. Der Tennisclub St.Gallen stellte somit erstmals alle Halbfinalisten und dominierte das Männerturnier – so wurde es seinem früheren Namen gerecht; den St.Galler Stadtmeisterschaften.

Schnelle Bälle bei den Frauen

Das Finalspiel zwischen Wild und Vonbank begann ausgeglichen. «Ich führte 4:3 und vermasselte dann Chancen», so Vonbank. Wild verwertete bei 5:4 den entscheidenden Ball zum ersten Satz: «Ein vorgezogener Matchball», so Wild. Aufgrund des zermürbenden Halbfinals liessen bei Vonbank die Kräfte nach. Im zweiten Satz gab er sich mit 0:6 geschlagen. So holte Wild den Titel nach 2017 und 2019 zum dritten Mal. Bei den Frauen bezwang im Final die Vorarlbergerin Angelina Wachter vom TC Triesenberg die Zürcherin Thamara Weiss vom Tennisclub Diessenhofen mit 7:5 und 6:1. Zu Beginn war auch diese Partie äusserst eng. «Den ersten Satz hätte ich gewinnen müssen», sagte Weiss. Danach fand die erst 14-jährige Wachter immer besser ins Spiel, drückte aufs Tempo. «Da während Corona die Schule ausfiel, nutzte ich die Zeit mit zwei täglichen Trainings», sagte die Siegerin, die sich bei den österreichischen Landesmeisterschaften warm gespielt hatte. Weiss nahm es gelassen: «Endlich wieder auf diesem Niveau zu spielen, habe ich genossen.»

Trotz der Einschränkungen zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Der zehnten Ausgabe im Jahr 2021 steht somit nichts im Wege.