«Die Fussgänger müssen oft lange warten»: Die Neugestaltung der Teufener Strasse gibt im Riethüsli zu Reden

An der Hauptversammlung des Quartiervereins Riethüsli stellte sich Stadträtin und Baudirektorin Maria Pappa den Fragen der Bewohnerinnen und Bewohnern rund um die neugestaltete Teufener Strasse.

Marion Loher
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Die Ampel gilt für beide Fussgängerstreifen. Manche Autofahrerinnen und Autofahrer halten trotzdem am zweiten Streifen.

Die Ampel gilt für beide Fussgängerstreifen. Manche Autofahrerinnen und Autofahrer halten trotzdem am zweiten Streifen.

Michel Canonica

Neue Markierungen, bunte Blumenwiesen und eine Baumallee: Die Teufener Strasse im Riethüsli ist saniert und neu gestaltet. Dennoch sind nicht alle Quartierbewohnerinnen und -bewohner glücklich über die Erneuerung. Die Skepsis gegenüber der einen oder anderen neuen Regelung und Gestaltungsmassnahme ist gross. Aus diesem Grund hat der Quartierverein im Rahmen seiner Hauptversammlung vom Donnerstagabend Stadträtin, Baudirektorin und Kandidatin fürs Stadtpräsidium Maria Pappa (SP) eingeladen und sie um ein paar Antworten gebeten.

Erich Gmünder, Redaktor des «Riethüsli-Magazins», nahm die Stadträtin und die 75 anwesenden Vereinsmitglieder mit auf einen virtuellen Rundgang zu den «neuralgischen Stellen». Zwei dieser heiklen Punkte sind die beiden Lichtsignale bei der Verzweigung Teufener-/Demutstrasse. «Man hat das Gefühl, dass die Steuerung den Durchgangsverkehr bevorzugt. Die Fussgänger müssen oft lange warten, bis sie die Strasse überqueren können», sagte Gmünder und er wollte von Pappa wissen, weshalb das so sei.

«Die Teufener Strasse ist eine Kantonsstrasse», antwortete sie, «und als solche, ist es das primäre Ziel, Stau zu vermeiden.» Die Kritik aus dem Riethüsli sei jedoch in der Verwaltung angekommen. Derzeit werde die Situation bei den beiden Lichtsignalen beobachtet und sobald erste Ergebnisse vorlägen, wolle man die Situation für die Fussgänger verbessern.

Viele wünschen sich die Passerelle zurück

Ein weiteres Problem aus Sicht der Quartierbewohnerinnen und -bewohner ist das sogenannte Konfrontationsgrün beim Rechtsabbiegen von der Teufener Strasse nach St.Georgen sowie in die umgekehrte Richtung. Vor allem für die Kinder, die hier den Fussgängerstreifen benutzten, könne es gefährlich sein, wenn plötzlich ein Fahrzeug vor ihnen auftauche, führte Gmünder aus.

Für die Baudirektorin ist die Situation ebenfalls «nicht ideal». Die Frage, ob das Grün für die Autofahrer allenfalls während den Zeiten, in denen viele Kinder unterwegs sind, abgestellt werden könne, liess sie offen. «Viele Eltern wünschen sich aus Sicherheitsgründen die Passerelle zurück», so der Redaktor der Quartierzeitung. Eine Chance, dass dies geschieht, sieht die Stadträtin «eher nicht».

«Kinder müssen lernen, die Strasse zu überqueren.»
Baudirektorin Maria Pappa.

Baudirektorin Maria Pappa.

Ralph Ribi (28. Mai 2020)

Zu Verunsicherung und gefährlichen Situationen führen gemäss Gmünder auch der hellbraune Mehrzweckstreifen mitten in der Fahrbahn sowie der neue kombinierte Rad- und Gehweg. Letzterer sei genug breit, damit ihn sowohl Velofahrer als auch Fussgänger nutzen können, sagte Pappa.

Gmünder ist als Redaktor des «Riethüsli-Magazins» viel im Quartier unterwegs. Er weiss, woher die Unzufriedenheit vieler Bewohnerinnen und -bewohner kommt. «Es hat nie eine Partizipation stattgefunden», sagte er. Ob damit eine Chance verpasst wurde, wollte er am Donnerstagabend von Pappa wissen. Sie sagte, dass 2011, als die Neugestaltung der Teufener Strasse aufgegleist wurde, noch kaum die Rede von Partizipation war. Seit ein paar Jahren sei das anders. «Bei relevanten Projekten versuchen wir schon in einer frühen Planungsphase die verschiedensten Interessengruppen einzubeziehen.»

Alterszentrum: Rekurs hängig

Der statutarische Teil der Hauptversammlung sorgte für keinerlei Diskussionen. Für die beiden zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Nicola Zoller und Chris Verhagen wurden Patrik Hager, Doris Hafen, Reinhard Kuster und Erich Gmünder in den Vorstand gewählt. Präsident Hannes Kundert informierte die Anwesenden unter anderem über den Stand beim geplanten Alterszentrum. Momentan sei eine Einsprache in der zweiten Rekursinstanz hängig. Kundert hofft, dass das Baudepartement noch in diesem Herbst entscheidet.

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