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Serie

«Die Frage, wo das Gemeindehaus steht, beschäftigt die Leute»

An der Fachhochschule St.Gallen beobachtet Lineo Devecchi die Fusionstätigkeit von Gemeinden. Er ist Co-Leiter des Ostschweizer Zentrums für Gemeinden und berät Kommunen bei Fragen ihrer Organisation.
Sandro Büchler
Lineo Devecchi, Co-Leiter Ostschweizer Zentrum für Gemeinden an der Fachhochschule St.Gallen (Bild: PD)

Lineo Devecchi, Co-Leiter Ostschweizer Zentrum für Gemeinden an der Fachhochschule St.Gallen (Bild: PD)

Weshalb wollen Gemeinden überhaupt fusionieren?

Lineo Devecchi: Einerseits gibt es strukturelle Gründe. Man hat Dörfer nebeneinander, die alle eine gleiche Infrastruktur haben. Alle haben ein Gemeindehaus, ein Schulhaus oder einen Werkhof. Die Idee ist dann, dass der finanzielle Aufwand bei einer Zusammenlegung verringert werden kann. Andererseits gibt es sozial-politische Faktoren. Die Gemeinden finden zu wenig Leute für ihre Ämter.

Zusammenarbeit statt Fusion lautet zurzeit das Credo. In welchen Bereichen arbeiten Gemeinden heute zusammen?

Da gibt es eine riesige Palette. Gemeinden bilden Zweckverbände, um Aufgaben wie die Wasseraufbereitung oder die Sozialdienste gemeinsam zu organisieren. Aber auch zwischen politischer Gemeinde und Schulgemeinde gibt es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit – etwa bei der Organisation des Sekretariats oder der Raumverwaltung.

In den vergangenen Jahren scheiterten in der Region einige geplante Fusionen. Warum die Skepsis?

Die Politik argumentiert häufig mit finanziellen und strukturellen Überlegungen. Man will Geld sparen, wenn man fusioniert. Aber man darf nicht vergessen, die Einwohner im Prozess mitzunehmen, denn die müssen am Schluss dem Vorhaben zustimmen. Dies nach dem Motto: Wir werden jetzt miteinander eine neue Gemeinde. Identifikationsstiftende Merkmale sind dabei wichtig. Die Leute haben Angst Autonomie und Identität zu verlieren. Wie sieht das Wappen der neuen Gemeinde aus? Wo steht in Zukunft das Gemeindehaus? Gibt es in jedem Dorf noch ein Büro, wo man hin kann? Oder gibt es nur eine zentrale Anlaufstelle? Und in welchem Gemeindegebiet kommt diese hin? Diese Fragen beschäftigen die Leute, vor allem in
Zeiten einer zunehmenden Globalisierung: Die Gemeinde spielt eine wichtiger werdende Rolle als Identifikationspunkt in einer mobileren Welt.

Können die Gemeinden mit einer Fusion wirklich sparen?

Langfristig gesehen ist Sparpotenzial vorhanden, insbesondere wenn viele kleine und gesunde Gemeinden zu einer grossen Einheitsgemeinde fusionieren. Kurzfristig können die Kosten aber sogar höher ausfallen. Ich denke da etwa an IT-Systeme, die auf einen Standard zusammengeführt werden müssen.

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