Die fetten Jahre sind vorbei: St.Galler Parkhäuser erleiden wegen Corona einen Umsatzeinbruch

Die Parkhäuser der Cityparking AG in St.Gallen sind im Vergleich zum Vorjahr schwach frequentiert. Folglich fällt die Bilanz 2020 durchzogen aus. Das Unternehmen schliesst daraus, dass «die Zeiten der regelmässigen jährlichen Ertragssteigerungen wohl endgültig vorbei sind».

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Eines der vier Parkhäuser der Cityparking AG am Bahnhof St.Gallen.

Eines der vier Parkhäuser der Cityparking AG am Bahnhof St.Gallen.

Bild: Urs Bucher

(pd/mlb) Die Coronapandemie hat in der Stadt St.Gallen nicht nur Auswirkungen auf die Umsätze der Innenstadtgeschäfte und der Gastronomiebetriebe. Auch das Parkhausgeschäft ist seit Mitte März dieses Jahres stark betroffen. Das schreibt die Cityparking St.Gallen AG in einer Medienmitteilung. Die Erträge in allen vier Cityparking-Parkhäusern seien gegenüber den Vorjahren stark eingebrochen. So sei etwa der Umsatz im grössten städtischen Parkhaus, dem Cityparking Brühltor, im April gegenüber dem Vorjahr um 92 Prozent und im Oktober immer noch um 33 Prozent zurückgegangen.

Im Durchschnitt der ersten zehn Monate dieses Jahres sind die Erträge in den Parkhäusern der Cityparking St.Gallen AG gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 22 Prozent rückläufig, heisst es weiter.

«Wir müssen wohl auch im Jahr 2021 noch mit Ertragsausfällen im zweistelligen Prozentbereich rechnen.»

Selbst ohne Coronapandemie und deren Auswirkungen auf grosse Publikumsveranstaltungen, Tourismus und Einkaufsverhalten in der Stadt St.Gallen dürfte in Zukunft die starke Auslastung der Cityparking-Parkhäuser der letzten Jahre mit regelmässigen Frequenzsteigerungen der Vergangenheit angehören.

Warum die Zeiten der jährlichen Ertragssteigerungen vorbei zu sein scheinen

Der zunehmende Onlinehandel, das vermehrte Arbeiten im Homeoffice, aber auch die städtische Verkehrspolitik, welche gemäss Reglement über eine nachhaltige Verkehrsentwicklung auf eine Stagnation des motorisierten Individualverkehres ausgerichtet ist, würden negative Auswirkungen auf die Parkhausfrequenzen haben.

Die Zeiten der regelmässigen jährlichen Ertragssteigerungen scheinen endgültig vorbei zu sein, schreibt die Cityparking AG. Die getrübten Zukunftsaussichten im Parkhausgeschäft würden zudem die Richtigkeit des letztjährigen Entscheides des Verwaltungsrates bestätigen, auf die Realisierung des Grossprojektes Parkhaus Unterer Graben (UG25) mit zusätzlichen 513 Parkplätzen in sechs Untergeschossen und einer Investitionssumme von über 60 Millionen Franken zu verzichten. Auf Einladung der das Parkhaus UG25 realisierenden Pensionskasse der Stadt St.Gallen habe das Unternehmen eine Offerte für den Betrieb des neuen Parkhauses eingereicht. Diese sei aber «leider abgelehnt» worden.

Für die Cityparking AG völlig überraschend erteilte die städtische Pensionskasse den Zuschlag der Schweizer Tochtergesellschaft der Parkhausgruppe Indigo (früher «Vinci Park») mit Sitz in Paris. Mit 2,4 Millionen bewirtschafteten Parkplätzen ist sie die grösste ausländische Parkhausgruppe. Eine Begründung für diesen Entscheid steht derzeit noch aus.

Parkhäuser sollen auf den neusten Stand der Technik gebracht werden

Gemäss Mitteilung werde sich der Verwaltungsrat in Zukunft darauf konzentrieren, seine insgesamt 1'515 Parkplätze umfassenden Parkhäuser laufend auf dem modernsten Stand der Technik und Sicherheit zu halten. Dazu gehört etwa der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die zunehmende Anzahl immatrikulierter Elektrofahrzeuge. So seien im frischsanierten Parkhaus Cityparking Burggraben zusätzlich zu den in anderen Cityparking-Parkhäusern bereits vorhandenen zehn Ladestationen weitere sechs Parkplätze mit Ladegeräten eingerichtet worden.

Im nächsten Jahr soll ein grösserer Teil der Einzelplatzanzeigen sowie der Videoüberwachungskameras ersetzt und die Parkhaustechnik modernisiert werden. Dazu gehöre auch die Installation von Kassen, die bargeldloses Bezahlen mit dem Mobiltelefon erlauben.