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Regierung beantwortet Vorstoss: Die Festspiele bleiben auf dem Klosterplatz

Die Regierung sieht keinen Grund, die St. Galler Festspiele nicht mehr im Stiftsbezirk durchführen zu lassen. Das antwortet sie auf einen Vorstoss des Wiler SVP-Kantonsrats Erwin Böhi.
Daniel Wirth
Puccinis Oper «Edgar» wurde in diesem Sommer auf dem Klosterplatz bei der Kathedrale aufgeführt. (Bild: Urs Bucher (29. Juni 2018))

Puccinis Oper «Edgar» wurde in diesem Sommer auf dem Klosterplatz bei der Kathedrale aufgeführt. (Bild: Urs Bucher (29. Juni 2018))

Böhi reichte seine einfache Anfrage Anfang August ein, knapp einen Monat nach der Austragung der 13. St. Galler Festspiele. Er habe noch nie so viele Reaktionen erhalten auf einen parlamentarischen Vorstoss, sagt der SVP-Politiker aus Wil. Und Böhi ist ein Kantonsrat, der fleissig Vorstösse einreicht. Die zahlreichen Reaktionen auf seine Festspiele-Anfrage, die ja ohnehin bloss die Spitze des Eisbergs darstellten, seien durchwegs positiv ausgefallen, sagt der Wiler Kantonsrat.

Böhi: Widerspruch zur Vereinbarung

Er reichte seine Anfrage ein, weil er findet, der Aufbau, die Spielzeit, der Abbau und die Wiederherstellung des Klosterplatzrasens seien einem nachhaltigen Tourismus abträglich; Touristen aus der Schweiz und dem Ausland störten sich ob der Bühne, der Kulisse aus Plastik und Holz, die die Würde der Kathedrale beeinträchtigen. Das Ganze sei ein Widerspruch zur Bestimmung in der Vereinbarung über den Schutz und die Pflege des Stiftsbezirks, wonach die Nutzung des Unesco-Weltkulturerbes dessen aussergewöhnlichen universellen Wert respektieren müsse, schrieb Erwin Böhi in seiner Anfrage.

Die Regierung sieht das nicht so, wie aus ihrer gestern veröffentlichten Antwort auf die einfache Anfrage hervorgeht. 2014 habe die Staatskanzlei die Bewilligung für die Durchführung der St. Galler Festspiele auf dem Klosterplatz bis 2021 erteilt. Ausdrücklich werde darin festgehalten, heisst es weiter, dass die Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen bei der Festlegung des Programms, insbesondere bei der Werkwahl, sowie bei der Gestaltung und der Durchführung der Festspiele auf die Würde des Stiftsbezirks Rücksicht nehme, dessen Bedeutung als Erbe der Welt, als kirchliches und religiöses Zentrum sowie als Sitz von konfessionellen und staatlichen Behörden Rechnung trage.

Verweis auf Studie aus dem Jahr 2012

Die überregionale Bedeutung und Resonanz der Festspiele, die ein wichtiger Standortfaktor seien, hätten die Regierung vor sechs Jahren dazu veranlasst, eine Studie zum Durchführungsort, zum Durchführungsintervall und der Belegungszeit des Klosterplatzes erstellen zu lassen.

Die Studie kam zum Ergebnis, dass die Gründe für eine Vereinbarkeit der Festspiele mit dem Weltkulturerbe-Status des Stiftsbezirkes entsprechende Bedenken überwiegen, wie die Regierung schreibt. Die Nutzung des Klosterplatzes während rund acht Wochen durch die Festspiele könne störend wirken, gibt die Regierung Böhi indessen recht.

Böhi hält die Antwort der Regierung für «widersprüchlich und falsch», wie er sagt. Widersprüchlich, weil die Regierung wie er der Meinung sei, die Festspiele könnten störend wirken, falsch, weil der Klosterplatz länger als acht Wochen belegt sei. Er überlegt sich weitere Schritte.

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