Die St. Galler Fasnacht in die Zukunft führen

Andreas Jakob präsidiert seit 2015 die Vereinigten Guggen St. Gallen. Mit dem Start in die närrische Zeit ist er zufrieden. Trotzdem habe die Fasnacht noch Luft nach oben.

Christoph Renn
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Die Guggenmusik Wirus aus Winkeln beim Fasnachtsauftakt am Donnerstagmorgen auf der Neugass-Bühne. (Bild: Urs Bucher)

Die Guggenmusik Wirus aus Winkeln beim Fasnachtsauftakt am Donnerstagmorgen auf der Neugass-Bühne. (Bild: Urs Bucher)

Der Auftakt in die St. Galler Fasnacht ist ganz nach dem Gusto des St. Galler Oberguggers verlaufen. Bei idealen Wetterverhältnissen haben die Guggen zwischen Waaghaus, Vadian-Denkmal und Bärenplatz für den ersten Höhenpunkt gesorgt. «Von 18 Uhr bis Mitternacht haben unzählige Guggenmusiken die drei Bühnen vor viel Publikum bespielt», sagt Andreas Jakob, Präsident der Vereinigten Guggen St. Gallen. Nun freue er sich auf den Föbü-Umzug, der gleich von acht Guggen begleitet werde. «Das sind so viele wie seit Jahren nicht mehr.» Aber auch der Samstagabend, der Umzug am Sonntag und das Monsterkonzert am Dienstag im Waaghaus gehören zu den speziellen Momenten für die Guggen.

An der diesjährigen Fasnacht sind rund 50 Guggen aus der Region und der ganzen Schweiz in den Gassen der Stadt St. Gallen unterwegs. «Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen», sagt Andreas Jakob. Denn bei ihnen müssten sich nur diejenigen Guggen anmelden, die auf den Bühnen oder im Waaghaus spielen möchten. «Es gibt aber auch etliche kleinere Gruppierungen, die auf eigene Faust durch die Stadt ziehen.» So oder so ist er mit der Anzahl Guggen in diesem Jahr zufrieden. «Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.»

18 Jahre mit den Adlerbrütern unterwegs

Andreas Jakob, Präsident der Vereinigten Guggen St.Gallen

Andreas Jakob, Präsident der Vereinigten Guggen St.Gallen

Für Andreas Jakob ist die Fasnacht in diesem Jahr eine spezielle. Denn erstmals seit 18 Jahren spielt er nicht selber in einer Gugge – bisher lief er mit den Mörschwiler Adlerbrüter mit. «So kann ich andere Gruppen erleben und vor allem mit deren Mitgliedern sprechen», sagt er. Deshalb sei er am Donnerstag gleich müde ins Bett gefallen, wie in den Vorjahren, als er noch selber in einer Gugge spielte.

Als Besucher der Fasnacht und nicht als aktiver Teilnehmer erfährt Jakob zudem aus erster Hand, wo den Guggern der Schuh drückt, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Und dieses gebe es unbestritten. «Von einem Fasnachtssterben, wie es im vergangenen Jahr prognostiziert wurde, kann aber nie und nimmer die Rede sein», sagt Jakob. Zwar hätten auch die Guggen, wie viele andere Vereine, Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Doch noch gebe es sehr viele engagierte Leute, welche die Tradition weiterhin pflegen.

Kritik an Guggen ist nicht abgebracht

An der vergangenen Fasnacht gab es Kritik, dass am Samstag zu wenige Guggen in der Stadt unterwegs war. «Das war schlicht eine Falschaussage», wiederholt Jakob immer wieder. Trotzdem hätten sie die Kritik angenommen und suchten seither nach Verbesserungsmöglichkeiten. Doch seien die Guggen neben den Schnitzelbänklern und den Föbüs nur ein Teil der St. Galler Fasnacht. «Wir müssen zusammenspannen, um die Fasnacht in die Zukunft zu führen und vermehrt junges Publikum für die Fasnacht zu faszinieren.»