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St.Gallen soll zum Schweizer Zentrum des digitalen Sport werden

Die Wirtschaftsregion St. Gallen-Bodensee will sich als Schweizer Knotenpunkt für digitalen Sport positionieren. Bereits im August findet ein erstes Forum statt, für 2019 ist ein grosser Kongress geplant.
Luca Ghiselli
E-Sport-Turniere, wie die LAN-Party in der Olma-Halle, sollen künftig öfter in St. Gallen stattfinden. (Bild: Urs Bucher (7. Januar 2018))

E-Sport-Turniere, wie die LAN-Party in der Olma-Halle, sollen künftig öfter in St. Gallen stattfinden. (Bild: Urs Bucher (7. Januar 2018))

Zug hat das Krypto-Valley, Zürich hat einen Google-Sitz, Lausanne die Robotik: Viele Schweizer Ballungszentren versuchen, sich für die Digitalisierung zu rüsten und zu positionieren. St. Gallen versucht es nun mit digitalem Sport.

Gestern Mittwoch präsentierten die Verantwortlichen die Idee des Digital Sport Hub Switzerland (DSHS) im Kybunpark vor rund 80 Interessierten aus Politik und Wirtschaft. Das Projekt will die Verschmelzung von Digitalem und Sport vorantreiben und Know-how aus verschiedenen Institutionen zusammenbringen. Neben regelmässigen Foren und E-Sport-Turnieren, sollen auch grosse Kongresse nach St. Gallen geholt werden.

Sport und Digitales verschmelzen

Hinter dem DSHS stecken die Olma-Messen, die Stadt St. Gallen und die Europäische Sponsoring-Börse (ESB). «Wir wollen vernetzen, fördern und entdecken», sagt ESB-Geschäftsführer Hans-Willy Brockes, denn digitale Sportthemen gingen weit über kompetitives Gaming hinaus. Skifahren mit virtuellen Toren, Datenauswertungen von Fussballspielen, die Digitalisierung von Sportevents, gerade in Arenen wie dem Kybunpark: «Die Planeten Sport und Digitales steuern aufeinander zu und werden verschmelzen», sagt Brockes. Bald könne man wohl kaum noch unterscheiden, ob gerade eine Analyse eines Fussballspiels oder ein Videospiel auf dem Bildschirm zu sehen ist. Das biete grosse Chancen, gerade für eine Wirtschaftsregion wie St. Gallen: «Wir sind kein Moloch einer Millionenstadt, die Wege sind kurz.»

Beim DSHS kann jede und jeder Mitglied werden. Zusammen mit Sponsoren-Beiträgen soll mit den Mitgliedschaften die Offensive auch langfristig finanziert werden. Im Gegenzug finden diverse Veranstaltungen statt. Bereits Ende August lädt der Digital Sports Hub Switzerland zu einem Forum. Am 25. Oktober findet dann anlässlich des nationalen Digitaltags Schweiz ein grosses E-Sport-Forum statt, im November liegen Game Design und Augmented Reality im Fokus.

Für 2019 planen die Initianten einen weiteren grossen Wurf. In der Olma-Halle soll ein grosser Kongress steigen, mit Erlebniszonen, E-Sport-Turnieren und vielem mehr. Die Vernetzung von Investoren, Start-Ups und Bevölkerung soll nicht nur Firmen und Fachkräfte nach St. Gallen locken, sondern auch den Kongresstourismus weiter ankurbeln. «Die Voraussetzungen in St. Gallen sind ideal», sagt Brockes. Die Infrastruktur und das Know-how seien vorhanden. Nun gelte es, das Potenzial der Region auszuschöpfen.

«Bildung ist der Schlüssel»

Das sieht auch Nicolas Bürer, Geschäftsführer des nationalen Verbands Digital Switzerland, so. «St. Gallen ist mit seiner Lage zwischen Zürich und München ideal gelegen. Zudem ist das Digital-Sport-Thema noch kaum besetzt.» Die Digitalisierung sei eine Revolution, die unaufhaltsam alle Branchen betreffe und zum Umdenken zwinge. «In Zug sind dank der Blockchain-Ökonomie innert kürzester Zeit 1000 Arbeitsplätze entstanden, die anderen Regionen schlafen nicht», sagt Bürer. Um den Anschluss nicht zu verlieren und Talente in die Ostschweiz zu holen, seien Bildungsinstitutionen wie die HSG oder die Fachhochschule wichtige Faktoren. «Im Krieg um Talente ist Bildung der Schlüssel.»

An der Kick-off-Veranstaltung des DSHS wurde dafür auch gleich ein Anschauungsbeispiel präsentiert. Die Firma Grocoon mit Sitz in Abtwil vernetzt Marken und Einzelhändler in der Sportbranche. Dahinter steckt Lukas Budde. «Warum Abtwil?», fragte Moderator Jürg Ackermann den Jungunternehmer während der Podiumsdiskussion. Er habe am Institut für Technologiemanagement der Universität St. Gallen studiert und sich dann mit Kommilitonen zusammengetan. «Da hat sich der Firmensitz in Abtwil einfach ergeben.»

Jetzt braucht es Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten wie jene der Grocoon seien genau das, was es jetzt brauche, damit sich St. Gallen erfolgreich als Digital Sports Hub positionieren könne, ist Nicolas Bürer überzeugt. «Es braucht neben viel Fleissarbeit im Aufbau auch ganz konkrete Beispiele.» Und auch Hans-Willy Brockes sagt auf die Ziele des DSHS angesprochen: «Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen ‹Think Big› und einfachem Austausch.» Man wolle nun die Ärmel hochkrempeln und mit der Arbeit beginnen. «Denn es kommt ein Tsunami auf uns zu. Und zwar im positiven Sinn.»

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