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Die Detailversessenen - die "Sur le lac"-Macher erzählen von den Anfängen

Am Wochenende findet in Eggersriet zum elften Mal das «Sur le lac» statt. Was mit einem Grillfest begann, ist heute fixer Bestandteil der Ostschweizer Festivalszene. Die Macher erzählen, wie es dazu kam.
Adrian Lemmenmeier
Mitgründer des «Sur le lac»-Festivals: Dominic Frei, Christoffer Brunner und Pascal Frei (von links). Bild: Thomas Hary

Mitgründer des «Sur le lac»-Festivals: Dominic Frei, Christoffer Brunner und Pascal Frei (von links). Bild: Thomas Hary

Am Freitagabend steigt auf der Eggersrieter Höhe zum elften Mal das «Sur le lac»-Festival. Auch dieses Jahr dürften gegen 2000 Besucher den Weg in die kleine Zeltstadt hoch über dem Bodensee finden. Die amerikanische Sängerin Zola Jesus, der Berner Rapper Baze oder die australische Rockband Rolling Blackouts Coastal Fever dürften manchen Musikliebhaber anlocken (siehe Programm).

Zwei Tage vor dem Festival sind noch keine Glühbirnen in die Lichterketten geschraubt, und die letzten Bühnenbretter sind noch nicht verlegt. Die Weinbar von morgen ist noch eine leere Holzhütte. Davor sitzen die Brüder Pascal und Dominic Frei, zusammen mit Christoffer Brunner. Die drei sind die Hälfte des Organisationskomitees des «Sur le lac», dem auch Christian Rickli, Dominik Baer und Dominik Sieber angehören. Zusammen gestalten sie seit elf Jahren das für seine liebevolle Gestaltung bekannte Musikfestival.

Das "Sur le lac" 2017. (Bild: Urs Bucher)

Das "Sur le lac" 2017. (Bild: Urs Bucher)

Vom «Fest» zum Festival

«In den frühen 2000-er Jahren gab es hier oben eine winzige Veranstaltung, die ‹das Fest› hiess», sagt Christoffer Brunner. «Es war kaum mehr als eine Grillparty mit Leuten aus Eggersriet.» Der 34-jährige Wirtschaftsinformatiker besuchte die Party wie seine Freunde jeweils als Jugendlicher. Als «das Fest» nicht mehr durchgeführt wurde, entstand in den Jahren darauf die Idee eines Festivals auf der Eggersrieter Höhe. «Der Gedanke schwelte in unserem Freundeskreis seit längerem», sagt Pascal Frei. «Irgendwann haben wir bei einem Bier beschlossen, das Vorhaben umzusetzen.» Zum ersten «Sur le lac» 2007 kamen 350 Leute bei strömendem Regen.

«Am Anfang war das ganze irgendwie roher», sagt Pascal Frei: Bierstand, Grill und Musik. Heute scheint alles Rohe fein geschliffen: In einem helmförmigen, mit selbstgenähtem Tuch bespannten Stand wird Falafel zubereitet, alle Schilder auf dem Gelände sind von Hand bemalt, auf Holzbrettern werden Fleisch und Käse vom Eggersrieter Bauer serviert. «Die Liebe zum Detail ist uns wichtig», sagt Dominic Frei. Nur der selbstgebaute Smoker kommt wegen des Feuerverbots nicht zum Einsatz (siehe Kasten).

Die Sur-le-lac-Bühne mit Aussicht auf den Bodensee. Bild: Urs Bucher (2016)

Die Sur-le-lac-Bühne mit Aussicht auf den Bodensee. Bild: Urs Bucher (2016)

Detailversessen seien auch die Musiker, die auf die Eggersrieter Höhe kämen, sagt Pascal Frei. «Wir engagieren Bands, denen wirklich wichtig ist, wie ihr Sound klingt.» Es ginge darum, jeweils ein innovatives Programm zusammenzustellen. «Wir haben einfach Freude an Musik, Freude an Neuem.» Doch das Wichtigste für ein gelungenes Festival seien die freiwilligen Helfer. «Gut 300 Leute packen mit an. Die meisten nehmen extra Ferien für die Vorbereitung.»

Paula wird wohl drinnen gegart

Dieses Jahr ist das «Sur le lac» mit einer besonderen Situation konfrontiert: dem anhaltenden absoluten Feuerverbot. «Statt mit Holzkohle müssen wir mit Gas grillieren», sagt Dominic Frei. Und die Gasgrills müssten auf feuerfester Unterlage stehen. Das bedeute auch, dass der selbstgebaute Smoker nicht zum Einsatz komme. Geplant war, damit eine ganze Kuh (Paula) zu schmoren, die die Standbetreiber bei einem Eggersrieter Bauern gekauft hatten. «Wir müssen Paula wahrscheinlich irgendwo drinnen zubereiten», sagt Pascal Frei. Wie genau, müsse man noch abklären.

Eine weitere Herausforderung ist das Rauchen. So ist es gemäss Feuerverbot auch untersagt, brennende Kippen wegzuwerfen. Das jedoch ist an einem Festival schnell passiert, besonders zu später Stunde nach dem einen oder anderen Bier. «Wir werden die Leute bereits am Eingang auf das Feuerverbot hinweisen», sagt Christoffer Brunner. Dazu werde man stets die Augen offen halten. Ausserdem würden mehr Aschenbecher aufgestellt und bei jedem Stand gebe es feuerfeste Tonnen, um Zigaretten zu entsorgen. Man überlege sich ausserdem, kleine Aschenbecher für die Hosentasche zu verteilen, sagt Pascal Frei. «Es ist uns ein Anliegen, unser Möglichstes dazu beizutragen, dass das Feuerverbot eingehalten wird». Dazu habe man mehr Feuerlöscher und Löschdecken besorgt. «Wir stehen auch in engem Austausch mit der Feuerwehr Eggersriet», sagt Christoffer Brunner. (al)

Sänger der Young Fathers wollte als Gast kommen

Um gute Bands verpflichten zu können, brauche es ein gutes Netzwerk, Verbindungen zu Agenturen und anderen Veranstaltern, sagt Pascal Frei. Durchaus hilfreich sei aber auch die Buschtrommel in der Musikszene. «Musiker, denen es hier gut gefallen hat, empfehlen das Festival anderen Musikern.» Der Sänger der Young Fathers aus Edinburgh etwa habe vorgehabt, dieses Jahr als Besucher auf die Eggersrieter Höhe zu kommen. Vor einem Jahr stand er noch als Frontmann auf der Bühne. «Leider hat er in letzter Sekunde dennoch abgesagt.»

Das «Sur le lac» findet dieses Jahr zum zweiten Mal freitags und samstags statt. Tickets gibt es online oder an der Tageskasse.

Programm

Freitag:
- 19.30 All Ship Shape
- 21.15 Rolling Blackouts Coastal Fever
- 23.00 Klangstof
- 00.30 Monumental Men
Samstag:
- 14.00 Kolours
- 16.00 Baze
- 18.00 The Mystery Lights
- 20.00 International Music
- 22.00 Zola Jesus
- 00.00 First Hate
- 01.30 B77
www.surlelacfest.ch

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