Traumlos
Der grosse FC Basel kommt auf die Sportanlage Kellen in Tübach: Die Cup-Party begann für den FC Rorschach-Goldach bereits bei der Heimfahrt im Bus

Nach dem 2:1-Erfolg in Lausanne wird 2. Liga interregional-Aufsteiger FC Rorschach-Goldach 17 mit einem Traumlos belohnt. Der FC Basel kommt zum Sechzehntelfinal im Schweizer Cup auf die Sportanlage Kellen in Tübach. Für das Spiel des Jahres werden über 4000 Zuschauer erwartet. Dieses findet voraussichtlich zwischen 17. und 19. September statt.

Rudolf Hirtl, Res Lerch
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Die Spieler des FC Rorschach-Goldach 17 verfolgen im Teambus gespannt die Auslosung im Schweizer Cup.

Die Spieler des FC Rorschach-Goldach 17 verfolgen im Teambus gespannt die Auslosung im Schweizer Cup.

Videobild: Pfütz Keel

Spieler und Betreuer des FC Rorschach-Goldach 17 drängen sich auf der Busfahrt von Lausanne zurück an den Bodensee eng zusammen und verfolgen gespannt auf einem der Handys die Auslosung des Schweizer Fussballcups. Als der Moderator im SRF-Studio «FC Basel» sagt, explodiert die Stimmung komplett. Der Car droht kurz ins Wanken zu geraten, als Spieler und Betreuer durch den Bus tanzen und euphorisch feiern. «Den FC St.Gallen nehmen wir halt dann als nächsten Gegner», sagt einer der Spieler spassend.

Die Blamage von Celerina im Hinterkopf

Dass es überhaupt so weit kam, verdiente sich das Team des FC RG 17 mit einem 2:1-Sieg beim FC Dardania Lausanne. «Die Leistung von uns in Lausanne war nicht übermässig gut, wahrscheinlich hat man den Ligaunterschied nicht permanent gespürt. Gegen Schluss der regulären Spielzeit hatten wir einige Möglichkeiten, das Spiel vorzeitig zu entscheiden und in der Verlängerung war es dann irgendwie die logische Folge, dass irgendeine Chance verwertet wird», sagt Captain Patrice Baumann. «Im Hinterkopf war bei mir das Spiel von letzter Saison gegen Celerina aus der 4. Liga, wo wir blamabel in der 1. Qualirunde im Engadin ausgeschieden sind. Der Spielverlauf war ähnlich und es hat sich auch so angefühlt. Zum Glück haben wir es dieses Mal besser gemacht.»

Das 2. Liga interregional-Team des FC RG 17 ist auf einem regelrechten Höhenflug. Auf die am Samstag beginnende Meisterschaft ist das Team in die 2. Liga interregional aufgestiegen und wurde zudem OFV-Fussballmeister 2021. Dies berechtigte zur Teilnahme an der 1. Vorrunde im Schweizer Fussballcup.

«Nun steht das Spiel des Lebens vor uns»

Captain Patrice Baumann.

Captain Patrice Baumann.

Bild: Res Lerch

Und nun der FC Basel als nächster Gegner: Der Jubel sei nach jedem ‹kleinen ›Team, das gezogen wurde, lauter geworden. Als die Spieler dann realisiert hätten, dass sie einen Super Ligisten bekommen, hätten sich alle angeschaut und konnten es gar nicht wirklich fassen. Patrice Baumann sagt:

«Es war wohl eines der besten Gefühle in aller unserer Fussballerkarrieren. Jeder hat dafür sein Leben lang hingearbeitet und nun steht das Spiel des Lebens vor uns. Das ist einfach grandios.»

Und der Captain bringt es dann auch noch auf den Punkt: «Überhaupt herrscht bei uns im Team immer eine super Stimmung, da die meisten schon einige Jahre zusammenspielen und wir auch neben dem Platz Freunde sind. Sehr erfreulich waren auch die ca. 30 Zuschauer, die uns vor Ort unterstützt haben.» Für die Partie gegen Basel dürften es dann deutlich mehr Personen sein. Und vor Basel steht Bazenheid an. Am Samstag beginnt um 17.30 Uhr für das Fanionteam des FC RG 17 im Toggenburg die neue Meisterschaft.

Spiel soll möglichst auf der Kellen stattfinden

Für Markus Hundsbichler, Präsident des FC Rorschach-Goldach 17, ist das Traumlos «FC Basel» ein Grund zur Freude. «Der FC Basel hat eine gewisse Ausstrahlung und natürlich ein Image: Das ist eine Topmannschaft mit grossem Namen. Natürlich hätten wir jeden Gegner genommen, aber es gibt eben Klubs, die für uns eher nicht so attraktiv gewesen wären. So zum Beispiel Lugano, bei dem das Publikumsinteresse und die Fangemeinde nicht sehr gross sind», sagt Hundsbichler. Der FC St.Gallen wäre auch ein Wunschlos gewesen, obwohl er ja schon mehrmals hier in der Region gespielt habe. Ein Spiel gegen Basel sei aber so mal etwas anderes.

Markus Hundsbichler

Markus Hundsbichler

Bild: PD

Ein Gewaltakt für den ganzen Verein

Ein langjähriger Wegbegleiter von Markus Hundsbichler ist der ehemalige FC-Staad-Präsident Felix Rüst. «Das ist natürlich ein Toplos für den FC Rorschach-Goldach. Ich freue mich sehr für sie. Das Spiel wird Spielern und Betreuern in Erinnerung bleiben, egal wie es ausgeht.» Er beneide Markus Hundsbichler allerdings nicht, was die Vorbereitung des Spieles angehe. «Für ein solches Spiel ist im Vorfeld ein riesiger Efforts zu leisten.»

Ende der Woche sitzen die Verantwortlichen zusammen

Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte hatte bereits kurz nach der Auslosung Kontakt mit Markus Hundsbichler. Er rechnet damit, dass mehr als 4000 Zuschauer kommen werden. Dies hänge allerdings auch davon ab, in welchem Ausmass die Sponsoren des FC Rorschach-Goldach Ticketaktionen durchführen würden. «Wir haben vereinbart, dass wir das Ganze Ende dieser Woche zu Faden schlagen. Auch wenn wir alles möglichst unkompliziert handhaben möchten, muss uns der FC Sicherheits-, Verkehrs- und Schutzkonzept einreichen, damit alle Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf gewährleistet sind.»

Michael Götte, Gemeindepräsident Tübach, SVP

Michael Götte, Gemeindepräsident Tübach, SVP

Bild: Ralph Ribi

Tübach hat bereits Erfahrung mit grösseren Anlässen. Im März 2013 trat Herbert Grönemeyer während seiner Tournee zum Album «Schiffsverkehr» vor knapp 10'000 Besuchern auf der Sportanlage Kellen auf. 5000 Zuschauer verfolgten 2017 beim Kantonal-Schwingfest die Wettkämpfe. Bei solchen Zuschauermassen kommt dem Verkehrskonzept grosse Bedeutung zu. «Wir werden mit unseren Industriebetrieben in Kontakt treten und hoffen, dass wir für das Cupspiel gegen den FC Basel deren Parkplätze und Flächen benutzen dürfen. Eine Umfunktionierung des Schulstrasse in einen Parkplatz wird es eher nicht geben», so Michael Götte.

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