Interview

Die «Coronapanik» hat zu leeren Regalen geführt – Migros-Sprecher sagt: «Niemand muss sich Sorgen machen, dass uns die Lebensmittel ausgehen»

Pasta, Reis und Dosenprodukte werden seit dem ersten Corona-Fall in der Schweiz in grösseren Mengen gekauft. Viele Regale in den Läden sind deswegen halb leer. Andreas Bühler, Leiter Kommunikation Migros Ostschweiz, sagt, wie die Migros mit dieser Herausforderung umgeht.

Elisabeth Fitze
Drucken
Teilen
Aufgrund der Corona-Virus-Bedrohung kommt es zu Hamsterkäufen auf Vorratslebensmittel.

Aufgrund der Corona-Virus-Bedrohung kommt es zu Hamsterkäufen auf Vorratslebensmittel. 

Bild: Matthias Jurt

Das Corona-Virus ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins – auch in Gossau. Das Virus ist omnipräsent. Die Medien und der Bund informieren fast stündlich über die Lage. Und überall machen Plakate auf die Pandemie aufmerksam. Und auch halbleere Regale in Geschäften sorgen für Gesprächsstoff.

Auch die Regale der Migros sind teilweise leer und vermitteln den Eindruck, dass die «Corona-Panik» berechtigt ist. Andreas Bühler, Kommunikationsleiter der Migros Ostschweiz, sagt, ob man sich mit Lebensmitteln eindecken soll, solange es noch welche hat und ob auch das Verteilzentrum in Gossau von leeren Regalen betroffen ist.

Wie hat die Migros diese «Hamsterkäufe» bisher erlebt?

Von Panik- und Hamstereinkäufen waren und sind wir weit entfernt. Es ist aber schon so, dass wir, seit der erste Corona-Fall in der Schweiz angekündigt wurde, eine höhere Nachfrage auf langfristig haltbare Lebensmittel feststellen.

Wieso gibt es leere Regale?

Es wurden in der vergangenen Woche grössere Mengen an beispielsweise Teigwaren und Reis als normalerweise gekauft. Wir kamen mit den Nachlieferungen und dem Auffüllen der Gestelle fast nicht mehr nach. Deswegen gab es einige Engpässe, weil so kurzfristig nicht mehr geliefert und aufgefüllt werden konnte.

Andreas Bühler, Leiter Kommunikation Migros Ostschweiz.

Andreas Bühler, Leiter Kommunikation Migros Ostschweiz.

Bild: PD

Wie reagiert die Migros auf diese Lücken?

Unsere Mitarbeitenden in den Verkaufsstellen und in der Logistik haben aufgrund vermehrter und grösserer Lieferungen mehr Arbeitsstunden als normal geleistet.

Ausserdem wurde die Produktion gewisser Lebensmittel in unseren Produktionsstätten hochgefahren.

So können wir der höheren Nachfrage auch in den kommenden Tagen und Wochen gerecht werden.

Lagert die Migros jetzt grössere Mengen an länger haltbaren Lebensmitteln?

Nein. Die Leute haben sich eingedeckt und mittlerweile hat sich die Nachfrage auch wieder normalisiert. Wir stehen darüber hinaus in ständigem Kontakt mit den Behörden von Bund und Kantonen, um jederzeit auf eine veränderte Ausgangslage reagieren zu können.

Was müsste passieren, bis der Migros das eine oder andere Lebensmittel ausgehen würde?

Einer der grossen Vorteile der Migros ist, dass wir rund 70 Prozent der Produkte in unseren Betrieben selber herstellen. So können wir die Produktion und die Mengen sehr direkt steuern.

Allerdings ist auch die Migros auf Rohstoffe aus der Landwirtschaft angewiesen. Aktuell stellen wir aber keine eingeschränkte Verfügbarkeit bei den Rohstoffen fest. Man muss sich also keine Sorgen machen, dass der Migros das Essen ausgeht.