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Kinderoper in der Lokremise:
Die Cinderella aus St.Georgen

Heute Freitag feiert das moderne Aschenputtel-Märchen in der St.Galler Lokremise Premiere. Mittendrin ist die 16jährige Vivian Bechtiger. Musik und Gesang sind ihre Leidenschaft. Doch es gibt noch eine andere.
Marion Loher
Vivian Bechtiger als Cinderella in ihren Alltagskleidern während einer Probe. (Bild: Urs Bucher)

Vivian Bechtiger als Cinderella in ihren Alltagskleidern während einer Probe. (Bild: Urs Bucher)

Vivian Bechtiger ist aufgeregt. Freudig aufgeregt. «Ich kann kaum glauben, dass es los geht», sagt sie und schüttelt ungläubig den Kopf. «Wir haben so lange geprobt und jetzt gilt es plötzlich ernst.» Vivian Bechtiger spielt, singt und tanzt in der Kinderoper Cinderella, die heute Abend Premiere in der Lokremise feiert. Die 16-Jährige hat aber nicht irgendeine Rolle ergattert: Sie spielt Cinderella, die Hauptfigur in der modernen Aschenputtel-Version des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies.

Die Cinderella von heute kommt als Au-Pair mit dem Zug in das ihr fremde St.Gallen zur Witwe Hässig, auf deren drei Töchter sie aufpassen soll. Die sind rücksichtslos und verwöhnt und machen Cinderella das Leben schwer. Nur eine Katze, die zaubern kann, steht dem Mädchen zur Seite. «Ich freue mich sehr auf das Opernprojekt», sagt Vivian Bechtiger. «Gleichzeitig bin ich aber schon jetzt ein bisschen traurig, weil Ende März wieder alles vorbei ist.» Doch daran will die Kantonsschülerin zurzeit nicht denken. «Ich geniesse zunächst einmal diese super Chance, die sich mir bietet.»

Sie liebt den warmen Ton der Bratsche

Wesentlicher Anteil an dieser Chance hat Vivian Bechtigers Mutter. Sie schlug ihrer Tochter im vergangenen Sommer vor, sich beim Casting anzumelden. «Im ersten Moment war ich etwas überrascht, als sie mir das sagte», erinnert sich die Schülerin. «Vor allem, weil ich bis dahin nur zwei Mal vor fremden Menschen gesungen habe.»

So ganz unbekannt ist ihr der öffentliche Auftritt allerdings nicht. Die Cinderella-Darstellerin ist Mitglied des Orchesters der Kantonsschule am Burggraben, deren zweite Klasse sie besucht, sowie des Jugendorchesters «Il Mosaico», das zu den führenden Jugendorchestern der Schweiz gehört. Bei beiden spielt sie die Bratsche. «Ich mag den warmen Ton der Bratsche, er berührt mich jedes Mal.» Es mache ihr einfach «mega Freude» zu musizieren.

Auch bei den Sportschützen erfolgreich

Vivian Bechtiger ist in St.Georgen aufgewachsen. Ihr Vater Roger hat ein eigenes Architekturbüro und politisiert seit vier Jahren für die CVP im Stadtparlament. Die Liebe zur klassischen Musik haben sie und ihre beiden jüngeren Schwestern von ihrer Mutter Jenny, einer US-Amerikanerin mit südkoreanischen Wurzeln, die seit Jahren Geige spielt. Eine der beiden Schwestern macht ebenfalls in der Kinderoper mit.

Die klassische Musik ist Vivian Bechtigers grosse Leidenschaft. Doch es gibt noch eine andere. Müsste man die erraten, würde man wohl nicht darauf kommen: Die 16-Jährige schiesst bei den Sportschützen in Gossau und das ebenfalls sehr erfolgreich. An den Schweizer Meisterschaften erreichte sie im Zehn-Meter-Luftgewehr als Jüngste in der Kategorie U21 den 20. Rang und damit eine – wie sie selber sagt – «neue persönliche Bestleistung». Das Musizieren und das Sportschiessen liegen für die Kantonsschülerin gar nicht so weit auseinander, wie viele meinten. «Bei beiden braucht es eine ruhige Hand und höchste Konzentration, um gut zu sein.»

Spagat zwischen drei Welten

Hobbymässig bewegt sich Vivian Bechtiger in zwei Welten. Und eine dritte kommt hinzu, wenn man das Schulische dazu nimmt. In der Kanti hat sie den Schwerpunkt Mathematik und Physik mit Vorbereitung des weltweit anerkannten IB-Diploms gewählt. Wie aber schafft sie den Spagat zwischen diesen Welten? Sie lacht. Diese Frage habe sie sich noch nie gestellt. Sie überlegt und sagt dann: «Ich bin offen und vielseitig interessiert. Ich mag Menschen und fühle mich an vielen Orten wohl.»

So richtig zu Hause fühlt sie sich aber beim Musizieren und Singen. Dennoch geht ihr Berufswunsch in eine andere Richtung. «Ich möchte Medizin studieren. Die Musik und der Gesang bleiben meine liebsten Hobbys.»

Hinweis: Premiere heute Freitag, 19 Uhr, Lokremise. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

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