«Die Calla ist meine Lieblingsblume»:
Junge Appenzellerin eröffnet Blumenladen in Andwil

Das Ehepaar Brändle hat eine passende Nachfolgerin für den Blumenladen in Andwil gefunden. Daniela Zwahlen eröffnet hier bereits ihr zweites Geschäft.

Melissa Müller
Drucken
Teilen
Daniela Zwahlen will in ihrem Blumenladen «Calla Floristik» in Andwil Schweizer Produzenten unterstützen.

Daniela Zwahlen will in ihrem Blumenladen «Calla Floristik» in Andwil Schweizer Produzenten unterstützen.

Bild: PD

Durch Zufall hat Daniela Zwahlen erfahren, dass die Gärtnerei Brändle in Andwil eine Nachfolge sucht für den Blumenladen. «Der Laden hat mir sofort gefallen», sagt die 27-Jährige. Jetzt blüht und grünt es wieder an der Grüenaustrasse 2. Die junge Floristin hat das Traditionsgeschäft von Otmar und Maria Brändle übernommen.

Das inzwischen pensionierte Paar hatte 40 Jahre die Gärtnerei geführt. «Die beiden unterstützen mich noch immer im Hintergrund mit ihrer Erfahrung, was ich sehr schätze», sagt Zwahlen, die in Andwil drei Mitarbeiterinnen beschäftigt. Im St.Galler Einkaufszentrum Lerchenfeld betreibt sie ein zweites Blumengeschäft mit zwei Angestellten.

Schon als kleines Mädchen half sie dem Grossvater im Garten

Der heutige 27. April ist der erste Tag, an dem die Gärtnereien und Blumenläden seit dem Lockdown wieder öffnen können - und der erste Tag, an dem Daniela Zwahlen die «Calla Floristik» in Andwil aufmacht.

«Die Calla war schon als Kind meine Lieblingsblume. Immer, wenn ich mit meiner Mutter in einen Blumenladen ging, musste sie mir eine kaufen.»

Schon als kleines Mädchen liebte sie es, dem Grossvater im Garten zu helfen. So lernte sie später Zierpflanzengärtnerin und hängte dann noch die Ausbildung zur Floristin dran.

Lockere Bauernsträusse und Bouquets

Täglich treffen frische Blumen in der «Calla» in Andwil ein: Ein Meer aus Rosen, Ranunkeln, Orchideen und Tulpen. Sie mag es ebenso, luftig-lockere Bauernsträusse zu binden wie auch Bouquets für eine Hochzeit, ganz nach Wunsch. Doch auch Dekoartikel, Kakteen, Salate und Kräutersetzlinge aus Schweizer Produktion bietet Daniela Zwahlen an. Diese seien zwar etwas teurer, wegen der kurzen Transportwege aber auch ökologischer:

«Ich will einheimische Produzenten unterstützen, weil es nicht ganz einfach ist, in der Schweiz zu produzieren. Und weil die Qualität ihrer Pflanzen sehr gut ist.»

Einmal einen eigenen Blumenladen eröffnen, davon träumen viele Frauen. «Es ist aber nicht ganz einfach», sagt Daniela Zwahlen. Der Zeitaufwand sei gross. Morgens um 5 Uhr kauft sie bereits an der Blumenbörse in Zürich oder Mörschwil ein und füllt ihren Kombi bis ans Dach mit Blumen. Bis 19 Uhr steht sie im Laden. Daheim schreibt sie danach noch die Rechnungen.

Mit offenen Armen empfangen

Im Dorf wird Daniela Zwahlen mit offenen Armen empfangen. Die Geschäftsführerin wohnt noch in Wil, wird aber nach Andwil in die Wohnung über dem Blumenladen einziehen. «So bin ich noch näher bei den Leuten.» In Waldstatt aufgewachsen, sei sie ein Dorfmensch und möge es, wenn sich die Nachbarn noch kennen. «In Andwil sind alle sehr offen, freuen sich dass ein junges Gesicht kommt und bieten mir gleich das Du an.»