Zusammenhalt
Unbekannte Gönnerin rettet Sandskulpturen-Festival in Rorschach: Sie bezahlt die Transportkosten aus dem Toggenburg

Das international bekannte Sandskulpturen-Festival in Rorschach drohte ohne Sand dazustehen. Eine private Gönnerin, die nicht genannt werden will, greift nun rettend ein und finanziert den Transport der 250 Kubikmeter des speziellen Sandes, der von Degersheim an den Bodensee geschafft werden muss.

Rudolf Hirtl
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Dieses Jahr kommt der Sand für das Sandskulpturen-Festival auf der Arionwiese aus dem Toggenburg.

Dieses Jahr kommt der Sand für das Sandskulpturen-Festival auf der Arionwiese aus dem Toggenburg.

Bild: Tino Dietsche (August 2019)

Dem «Sandfestival droht der Sandkollaps», titelte das «Tagblatt» in seiner Ausgabe vom 29. Juni. Dem Internationalen Sandskulpturen-Festival Rorschach drohte nämlich Ungemach, da die neue Kiesgewinnungsanlage von Walo (früher Gerschwiler AG) in Goldach zu sauberen Sand produziert. Die 65 Jahre alte Maschine, die den leicht lehmhaltigen Festivalsand bis anhin produziert hatte, wurde im Rahmen der Modernisierung abgerissen.

In Goldach kann der Sand nicht mehr produziert werden

Hilfe kam aber von der Grob Kies AG in Lichtensteig. Dort wird der Schwemmsand noch produziert. Reinhard Brändle hatte durch Walo-Geschäftsführer Matthias Züst von der Misere gehört. Der Leiter Verkauf der Grob Kies AG setzte sich daraufhin spontan mit seiner Lebenspartnerin ins Auto und brachte eine Sandprobe höchstpersönlich ins Atelier des Festivalleiters nach Rorschach. Koller hat dann sogleich eine kleine Skulptur gebaut, und nach einer 14-tägigen Wartezeit war klar, dass der neue Festivalsand gefunden ist.

Urs Koller, Leiter Sandskulpturen-Festival in Rorschach.

Urs Koller, Leiter Sandskulpturen-Festival in Rorschach.

Bild: PD

Dieser wird im Kies- und Betonwerk in Degersheim produziert. Allerdings stand das weit über die Ostschweiz hinaus bekannte Skulpturenfestival weiterhin auf der Kippe, da die Finanzierung der 18 Lastwagenfahrten nicht gesichert war, die nötig sind, um die benötigten 250 Kubikmeter Sand vom Toggenburg an den Bodensee zu bringen.

Anonyme Spenderin zahlt den Transport

Das Problem löste sich aber in Windeseile. «Als über das ‹Tagblatt› publik wurde, welche Sorgen das Festival plagen, hat mein Telefon praktisch durchgehend geläutet. Privatpersonen, aber auch Leute aus dem Rorschacher Gewerbe haben spontan angeboten die Finanzierung der Transporte, oder einen Teil davon zu übernehmen», sagt Festival-Leiter.

Dankbar über riesige Hilfsbereitschaft

Das Festival in Rorschach zieht jeweils zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an.

Das Festival in Rorschach zieht jeweils zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an.

Bild: Rudolf Hirtl

Er sei von der breiten Hilfsbereitschaft nach wie vor überwältigt. «Dass so viele Menschen helfen wollen, hat mich tief berührt und es ist auch eine unglaubliche Motivation, dieses Festival weiterhin auf die Beine zu stellen», so Urs Koller (Bild). Zuerst habe sich eine Frau aus der «Stadt am See» bei ihm gemeldet und sich bereit erklärt, die gesamten Transportkosten zu übernehmen. Sie wolle aber nicht öffentlich genannt werden. Ausserdem hätten weitere Gwerbler aus Rorschach und dem Rheintal ihre Hilfe angeboten. Diese würden nun zwar nicht den Transport bezahlen, hätten aber zugesagt, das Festival finanziell zu unterstützen.

www.sandskulpturen.ch

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