Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Stadtsäge-Anwohner formieren sich

Auf dem Stadtsäge-Areal will die Ortsbürgergemeinde St. Gallen eine Überbauung für 240 Personen realisieren. Anwohner des nahen Steingrüebli-Quartiers befürchten mehr Verkehr und weniger Grün.
Marion Loher
Auf dem Areal der Stadtsäge soll dereinst Wohnraum für 240 Personen entstehen. (Bild: Ralph Ribi, 16. Juli 2018)

Auf dem Areal der Stadtsäge soll dereinst Wohnraum für 240 Personen entstehen. (Bild: Ralph Ribi, 16. Juli 2018)

Margot Benz wohnt seit Jahren im Steingrüebli-Quartier am südöstlichen Rand der Altstadt. Vor etwas mehr als einem halben Jahr hat sie aus der Zeitung erfahren, dass in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem Areal der Stadtsäge, eine neue Überbauung für 240 Personen geplant ist. Das Grundstück gehört der Ortsbürgergemeinde St. Gallen. Sie hat einen Projektwettbewerb lanciert und will das Grundstück im Baurecht zur Verfügung stellen. Bezugsbereit sollen die Wohnungen 2022 sein.

Aus Sorge, einfach irgendeinen Bau vor die Nase gesetzt zu bekommen, hat Margot Benz zusammen mit anderen Quartierbewohnern den Anwohnerverein Steingrüebli gegründet. «Als Verein haben wir bessere Chancen, mit unseren Anliegen gehört zu werden», sagt sie. Mittlerweile zählt der Verein 35 Mitglieder.

«Grüner Vorhang» soll bleiben

Die Anwohner befürchten aufgrund der Überbauung mehr Verkehr und dadurch eine grössere Gefahrenquelle für spielende Kinder. «Dabei geht es hauptsächlich um die Zufahrt zur Tiefgarage», sagt die Vereinspräsidentin.

«Die Erschliessung erfolgt über einen Platz, auf dem die Steingrüebli-Kinder oft spielen.»

Ihrer Meinung nach wäre die Erschliessung über die Molkenstrasse sinnvoller. Weiter sei beim Blick in den Projektbeschrieb festgestellt worden, dass bei den Grünflächen Abstriche gemacht würden. «Wir hoffen aber, dass die geschützte und bestehende Baumreihe entlang der Jüchstrasse – der sogenannte grüne Vorhang – erhalten bleibt.» Zudem wünscht sich der Verein eine Gastronomiemöglichkeit für alle. «Es wäre schön, wenn es etwas Ähnliches geben wird wie das bisherige Restaurant Linsebühl», sagt Margot Benz. Vor kurzem haben sie und ein weiteres Vorstandsmitglied sich mit der Ortsbürgergemeinde getroffen.

«Wir konnten unsere Anliegen deponieren. Die Ortsbürgergemeinde zeigte sich gesprächsbereit, was uns freute.»

Bei der Ortsbürgergemeinde heisst es auf Anfrage, dass sie die Anliegen des Anwohnervereins ernst nehme. So sei es auch in ihrem Sinn, die geschützte Gehölzgruppe an der Jüchstrasse zu erhalten. «Sie ist eine natürliche Abgrenzung unserer Überbauung gegenüber dem Steingrüebli-Quartier», sagt Urban Hettich, Leiter Forst und Liegenschaften der Ortsbürgergemeinde. Aus diesem Grund sei im Wettbewerbsprogramm auch festgehalten, das Gehölz «so weit als möglich» zu erhalten.

Politikerinnen kritisieren Wohnraum-Nutzung

Zum Thema Tiefgaragen-Zufahrt meint Hettich: «Bevor wir das Wettbewerbsprogramm erstellten, hatten wir die planerischen Rahmenbedingungen bei der Stadt eingeholt. Sie machte uns die Auflage, dass die Erschliessung über die Steingrüebli-Strasse zu erfolgen hat.» Der «Spielplatz» sei kein Spielplatz im eigentlichen Sinn, sondern eine aktuell wenig genutzte Strassenkreuzung.

Der Projektwettbewerb «Studienauftrag Areal Stadtsäge» ist noch nicht abgeschlossen. «Wir haben von der Option, mit einem oder mehreren Projekten in die Bearbeitungsphase zu gehen, Gebrauch gemacht», sagt der Leiter Forst und Liegenschaften. Das heisst: Derzeit wird das von der Jury als bestes angesehenes Projekt vertieft diskutiert und bearbeitet. Ob es tatsächlich zum Siegerprojekt erkoren wird, soll Ende Mai entschieden werden. Auch mit dem Thema Restaurant Linsebühl hat sich die Ortsbürgergemeinde auseinandergesetzt. Im Wettbewerbsprogramm wird verlangt, dass ein Gastronomieangebot in die Bebauung einzuplanen ist. Wie dieses Angebot aussehen werde, sei Teil des Studienauftrags, sagt Hettich.

Die Ortsbürgergemeinde will den Wohnraum auf dem Stadtsäge-Areal zum grössten Teil Studentinnen und Studenten zur Verfügung stellen. Es wäre die erste Studentensiedlung der Stadt. An der Nutzung übt der Anwohnerverein keine Kritik.

Im Gegensatz zu zwei SP-Stadtparlamentarierinnen. Vor wenigen Wochen haben Doris Königer und Alexandra Akeret einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht. Sie wollen vom Stadtrat unter anderem wissen, weshalb er sich bei der Stadtsäge-Überbauung nicht für mehr Familien- und weniger Kleinstwohnungen eingesetzt habe. Die Antwort des Stadtrats steht noch aus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.