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Die Adventskalender-Geschichte (14/24): Kluges Huhn trifft liebevollen Besitzer

Diese Adventsgeschichte handelt von einem besonderen Tier. Geflügel wird zwar oft unterschätzt, die Goldacher Henne Nerina ist aber alles andere als ein dummes Huhn. Sie hat nicht nur ihrem Besitzer über schwierige Zeiten hinweggeholfen.

Jolanda Riedener
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Narcisia und Siegfried Monn aus Goldach besitzen ein besonderes Haustier.

Narcisia und Siegfried Monn aus Goldach besitzen ein besonderes Haustier.

Bild: Jolanda Riedener

Es war ein Artikel im «Tagblatt», der Siegfried Monn hellhörig machte. Dort heisst es: «Das Leben einer Legehenne ist in der Regel kurz. Nur eine Legesaison lang werden Eier gelegt. Dann muss das Huhn ersetzt werden, denn die Legeleistung nimmt ab, die Grösse und die Qualität der Eierschalen ändern sich. Eigentlich werden Hennen bis zu fünf Jahre alt.»

Jolanda Riedener, Redaktorin. (Bild: Benjamin Manser)

Jolanda Riedener, Redaktorin. (Bild: Benjamin Manser)

Darauf meldete er sich telefonisch beim «Tagblatt»: Seine Zwerghenne Nerina sei bereits über neun Jahre alt. Er fragte, ob ich sie einmal besuchen wolle.

Siegfried Monn lebte damals erst seit kurzem im Altersheim. Das war kein einfacher Schritt für den sportlichen Goldacher. Wenn ihn seine Frau besuchte, brachte sie oft Henne Nerina mit. Siegfried Monn ist das Huhn vertrauter als Hund oder Katze.«Nerina ist etwas ganz Besonderes», sagt er zu mir, und seine Augen leuchten. Ich glaube, Nerina hat dem 82-Jährigen dabei geholfen, sich an seine neue Lebenssituation zu gewöhnen.

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Mittlerweile hat sich Siegfried Monn an den Alltag im Altersheim gewöhnt. Und wenn er zwischendurch wieder einmal nach Hause geht, weicht Nerina nicht von seiner Seite.

Ein typisches Huhn ist Nerina sicher nicht. Dennoch trauen wir den gefiederten Tieren wohl zu wenig zu. Zwerghenne Nerina hört auf die Befehle ihrer Besitzer. Siegfried Monns Frau Narcisia besucht mit ihr Schulklassen, Alters- und Pflegeheime – analog zur Arbeit mit Therapiehunden. Bei meinem Besuch war Nerina der Star des Goldacher Altersheims: Die Seniorinnen und Senioren waren hin und weg, fütterten und streichelten sie.

Das Porträt über Familie Monn und ihr besonderes Haustier:
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